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» Ostalbkreis | Mittwoch, 17. Februar 2010

Aktion Sechs Wochen ohne Alkohol startet im Ostalbkreis bereits zum 14. Mal

Kommende Woche startet wieder „Sechs Wochen ohne Alkohol“. Die Gemeinschaftsaktion der Aalener Polizeidirektion, der Suchtberatung des Landratsamtes, der Psychosozialen Beratungsstelle der Caritas und der Innungskrankenkasse Ostwürttemberg geht mittlerweile in ihr 14. Jahr.

OSTALBKREIS (ku). Die ersten 51 Prominenten haben sich bereits eingetragen: Bundestagsabgeordnete, Landräte, Bürgermeister, Unternehmer, Ärzte, Lehrer, Angestellte. Sie alle wollen zeigen: Es lebt sich auch ohne Alkohol gut. Die Resonanz auf die sechswöchige Aktion sei auch heuer riesengroß, betonte der stellvertretende IKK–Geschäftsführer Hubert Fischinger. „Wir wollen aufzeigen, wie der Alkoholkonsum in der Bevölkerung verbreitet ist.“
„Nicht nur bei Erwachsenen“, weiß Thomas Maile von der Aalener Polizei und nennt den Gumpendonnerstag als Beispiel. Minderjährigen hätten sie an diesem Tag Schnapsflaschen wegnehmen müssen. Auch Hildegard Kaup-​Hanemann vom Ostalb-​Klinikum berichtet, dass immer wieder Kinder mit Alkoholrausch eingeliefert werden: Vor zwei Jahren noch 29, 2009 schon 47.
„Wir sprechen hier von Jugendlichen zwischen zehn und 18 Jahren mit einem Blutalkoholspiegel von 2,5 bis 3,5 Promille. Diese befinden sich in einer lebensbedrohlichen Situation“, fügte Kinderarzt Dr. Markus Krüger an.
Im Ostalbkreis war der Alkoholkonsum Jugendlicher schon vor Jahren ein Grund, um ein enges Netzwerk zu knüpfen, mit dem betroffene Jugendliche aufgefangen und in das die Eltern mit einbezogen werden. Hierzu gehört auch die IKK–Aktion.
„Es gehe nicht um das Glas Bier oder das Viertele“, sagt Fischinger. Vielmehr habe man den exzessiven Alkoholkonsum, das Zutrinken und Komasaufen im Visier. „Über 1,5 Millionen Menschen in Deutschland sind alkoholsüchtig, neun Millionen Bundesbürger greifen regelmäßig zur Flasche und gelten damit als suchtgefährdet.“ Volkswirtschaftlich entstehen dadurch Kosten in Höhe von 21 Milliarden Euro. „Jeder Jugendliche, der betrunken ins Ostalb-​Klinikum eingeliefert wird, kostet die Krankenkasse 1400 Euro zuzüglich der Nachbehandlung“, erklärte Fischinger. Hinzu kämen Gefährdungspotentiale durch von Alkohol ausgelösten Erkrankungen wie Krebs, Herzinfarkt, Schlaganfall und bei Schwangeren Frühgeburten. Um es erst gar nicht so weit kommen zu lassen, geht die IKK mit ihrer Aktion ab Aschermittwoch an die Öffentlichkeit.
Wer bei der Aktion mitmachen möchte, bekommt Infos über die IKK Ostwürttemberg. Wer mit seinem Namen für die Kampagne einsteht, erhält eine Eintrittskarte zum Vortrag von Pater Anselm Grün (15. März) in der Aalener Stadthalle. Nähere Infos bei Nadine Deininger unter der Nummer 0 73 61/​57 121 21 63.
 

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