»
Sport |
Mittwoch, 17. Februar 2010
Mitglieder von FC/DJK und TSV Ellwangen haben einem Zusammenschluss zugestimmt
(bg). Pünktlich zum Valentinstag gaben die Ellwanger Fußballer ihre Hochzeitspläne bekannt: Ab Juli wollen FC/DJK und die Fußballabteilung des TSV gemeinsam ins Spiel gehen. Die Mitglieder haben schon zugestimmt.
Einträchtig sitzen sie am Tisch im Vereinsheim des Waldstadions: Johannes Köder und Peter Geist (Vorsitzender und Jugendleiter des FC/DJK), Michael Schäfer, Gerhard Winkens und Hans-Georg Neugebauer (Abteilungsleitung Fußball sowie Jugendleiter beim
TSV). Sie sind glücklich, dass die gemeinsam mit Vermittler Thomas Stoll vom Verein Fair das erreicht haben, woran zuvor alle gescheitert waren: Den Ellwanger Fußball zu einen. Sie glauben: Eine Zukunft hat der Ellwanger Fußball nur gemeinsam.
Seit zwei Jahren laufen die Vorbereitungen für den Zusammenschluss. Mit einem gemeinsamen Förderverein war im Herbst
2008 ein Grundstein gelegt. Bei gemeinsamen Veranstaltungen wie dem
WFV–Finale und dem Benefizspiel
VfB Stuttgart gegen die Bundeswehr-Nationalmannschaft haben TSVler und FC/DJKler Berührungsängste abgebaut. Die D– bis C-Jugendlichen bilden inzwischen Spielgemeinschaften, in der B– und A-Jugend gibt es Gastspieler aus dem jeweils anderen Verein. Die Fusion ist ein letzter, kleiner Schritt. So sehen es auch die Mitglieder: Bei der Abteilungsversammlung des
TSV stimmten
81 Prozent für den Zusammenschluss, beim FC/DJK sogar
99 Prozent. „Jetzt hält uns keiner mehr auf“, glaubt Peter Geist, der sich in seiner Jugend mit Gerhard Winkens auf dem Platz heftige Kämpfe geliefert hat. Heute wolle er Vorbild sein: Wenn sich der gegnerische Mittelstürmer und Vorstopper vertragen können, schaffen es die anderen Vereinsmitglieder sicher auch.
456 sind es derzeit auf Seiten des FC/DJK, die
TSV–Fußballabteilung hat
240 Mitglieder. Wenn sie die Fusion unterstützen wollen, müssen sie dem neuen Verein beitreten. Der FC/DJK stellt den rechtlichen Mantel, damit die Berechtigung für den Spielbetrieb erhalten bleibt.
Dafür, dass dennoch alles neu und partnerschaftlich ist, steht der neue Name, der noch gefunden werden muss. Die Verantwortlichen wollen weitere Vorschläge sammeln. Die FC/DJKler waren für Ellwanger Fußballbund, die TSVler für keinen der Vorschläge. Neu im Spiel ist der Name
1.
FC Ellwangen
1913. Seit diesem Jahr wird im
TSV Fußball gespiel.
Bis zum
1. Juni soll der neue Name gefunden sein, damit der neue Verein zum
1. Juli starten kann. Gedacht ist an eine Mannschaft in der Kreisliga A (dort spielt bisher der FC/DJK), eine in der Kreisliga B (dort spielt derzeit der
TSV) und eine Reservemannschaft für die Kreisliga A.
Langfristig geht es den Machern der Fusion darum, die Jugendarbeit zu verbessern. Sie wollen die Qualität anheben. So sind von bislang
45 Jugendtrainern nur fünf als Fußballübungsleiter qualifiziert. Mit neuen Sponsoring-Ideen sollen die Mittel beschafft werden. Zum Beispiel durch Patenschaften für die Jugendmannschaften. Langfristig sollen dann die Aktiven die Früchte ernten. Aber von heute auf morgen werde man sicher nicht in die Landesliga (dort war Ellwangen einst vertreten) aufsteigen, warnt Köder.
Die Fusion soll dem Ellwanger Fußball die Zukunft sichern. Zwar haben beide Vereine keine Nachwuchssorgen, zusammen bringen sie es auf
21 Jugendmannschaften. Der demografische Wandel wird sich aber früher oder später bemerkbar machen. Im Umland machte er sich schon bemerkbar: Dort müssen sich zum Teil vier Vereine zusammentun, um gemeinsam eine A-Jugendmannschaft zu stellen, sagt Peter Geist. Deshalb, glaubt er, werden noch einige Vereine dem Ellwanger Vorbild folgen.
Noch keine Kommentare vorhanden.