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» Ostalbkreis | Mittwoch, 17. Februar 2010

Primitive Abzockerwelle — und trotzdem fallen immer wieder Menschen darauf herein

Wieder Mal läuft eine Abzocker-​Welle, wieder Mal fallen Menschen auf die Versprechungen vom schnellen Geld herein, auch die Ostalb kann sich da oft nicht ausnehmen und dieses Mal traf es Geschädigte in Heubach.

OSTALBKREIS (pm). Wer nicht aufpasst, hat ganz schnell das Nachsehen und ist oft gleich doppelt und dreifach geschädigt. So auch zumindest einer von zwei Geschädigten, die diese Woche bei der Polizei bekannt wurden.
Der normale Bürger kennt
die Tricks oft nicht
Meist wird nicht nur kein Geld gewonnen, sondern eigenes verloren und oft wird man dazu noch von der Polizei wegen einer Straftat verfolgt.
Die Masche ist für die Polizei nicht neu, der normale Bürger kennt die Tricks und die Betrügereien aber oft nicht und fällt auf sie herein. Dabei wäre eine Umgehung der Falle so einfach, wenn einem der gesunde Menschenverstand sagen würde, dass es äußerst unwahrscheinlich ist, dass ein Unbekannter praktisch wahllos Geld verschenken möchte.
Dieses Mal wurde vermutlich einer ganzen Reihe von Mitbürgern per Mail Arbeit angeboten. Einfache, mehr als gut bezahlte Arbeit von zu Hause aus. Nachdem in mehreren Fällen der beigefügte Bewerbungsbogen an die Absenderadresse in den Vereinigten Staaten zurückgesandt worden war, flatterten, wieder per Mail, Glückwünsche zu und eine Fernanstellung als „finanzieller Vertreter unseres Unternehmens“. Das Unternehmen freute sich schriftlich, „mit ehrlichen Leuten“ zusammenzuarbeiten und man werde künftig einige finanzielle Transaktionen über den neuen Mitarbeiter vornehmen, der nichts weiter tun müsse, als dieses Geld weiterzuleiten, wofür er 10 Prozent der umgeschlagenen Summe erhalte. Für den Fall, dass die angeschriebenen „ehrlichen Leuten“ jetzt doch Misstrauen befallen sollte, werden sie vorsorglich darauf hingewiesen, dass es sich weder um einen „Hoax“ (gängiger Begriff für eine Falschmeldung per E-​Mail) handelt, noch um „eine andere Form von rechtswidriger Tätigkeit“. Auf den einen oder anderen wirkt so eine schriftliche Versicherung offenbar ausreichend beruhigend.
Es dauerte einige weitere Tage, dann lag ein Briefumschlag in der Post, augenscheinlich abgestempelt in Ghana, gefüllt mit Travellerschecks über einige tausend Euro. Der einfache Auftrag: man solle die Schecks einlösen, zehn Prozent für die eigene Arbeit einbehalten und die restlichen 90 Prozent per Bareinzahlung auf einem näher beschriebenen Weg weiter überweisen. Auf einer Bank im Gmünder Raum wurden die Schecks bei der Einlösung angehalten, weil sie als Fälschung erkannt wurden und die Polizei kam ins Spiel. Für den Geprellten gibt es kein Geld, aber eine Anzeige wegen des Gebrauchs der gefälschten Schecks.
Und doch hatte er noch Glück, denn wäre die Transaktion geglückt, wäre auch dieses Geld noch verloren gewesen, denn erfahrungsgemäß lässt sich der Weg des überwiesenen Geldes auf dem per Mail vorgeschriebenen Weg nur sehr schwer verfolgen.
Ein zweiter solcher Fall geschah fast zeitgleich, hier ging der Scheckempfänger allerdings nicht erst zur Bank, sondern gleich zur Polizei. Ein Weg, der dringend empfohlen wird.
Der geschilderte Fall ist eine von vielen möglichen Varianten. Allen Varianten gemein ist, dass immer Geld weitergeleitet werden soll und entweder der hiesige Partner einen Teil des Geldes behalten darf, oder er das Geld/​die Schecks für etwas bekommt, das er im Internet zum Verkauf angeboten hat. Hier wird die Summe überbezahlt und der Verkäufer aufgefordert, den überschießenden Betrag weiterzuleiten. Der Rest ist bekannt.
Die Polizei warnt nachdrücklich vor solchen scheinbar problemlosen Möglichkeiten zu Geld zu kommen. Bereits geschädigte oder auch nur kontaktierte Personen sollen sich bei der Polizei an ihrem Wohnort melden.
 

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