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» Schwäbisch Gmünd | Mittwoch, 17. Februar 2010

Um die 70 000 Zuschauer beim Gmünder Umzug — Am Spätnachmittag begann der Ärger mit alkoholisierten Randalierern

„Die machen uns richtig Arbeit“, war gestern von der Polizei zu erfahren: Betrunkene und sich prügelnde Jugendliche sorgten nach dem Umzug für einigen Ärger. Wirklich ernste Vorkommnisse, so die gute Nachricht, hat es aber nicht gegeben.

SCHWÄBISCH GMÜND (bt/​rw). Immer diese Schätzfragen. Fest steht: Es waren viele Tausend, die sich gestern am großen Gmünder Fasnetsumzug freuten, dem immerhin 36. nach dem Krieg; wie viele es in früheren Jahrhunderten seit dem Mittelalter waren, lässt sich ebenfalls nur schätzen. Die Gmünder sind eben ein festfreudiges Völkchen, seit alters her. „Nichts zu beißen in dieser Stadt, aber an der Fasnet kannst du dein Bett verkaufen“, berichtet ein Zeitzeuge aus den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts. Auch gestern wieder war es ein lautes, buntes, fröhliches Treiben rund um die 78 Motivwagen, Guggenkapellen, Musikkapellen, Fußgruppen und Hexenversammlungen, um insgesamt über tausend vogelwilde Gesellen, die diesen absoluten Höhepunkt der fünften Jahreszeit bestreiten – und sich anschließend, beim Kehraus, einer Jury stellen (siehe unten). Entlang der Umzugsstrecke gab’s Bewirtungsstände.
Richtiggehend glücklich waren Polizei und DRK mit dem Umzug – keine Vorkommnisse, nur fröhliche, feiernde Menschen. So mag man die Narren. Zum ersten Mal wurden türkisch– und russischstämmige Ordner eingesetzt, sie waren vor allem am Kalten Markt und in der Schmiedgasse schnell zur Stelle, wenn sich Unschönes ankündigte.
Der Ärger begann erst später, „als betrunkene Jugendliche in Gruppen unterwegs waren und überall in der Innenstadt und in den Nebengassen Schlägereien anzettelten“, so Siegbert Schoch, Polizeikommissar, der am frühen Abend kurzfristig den Telefondienst übernommen hatte, weil die Kollegen gar so beschäftigt waren. Gegen 17 Uhr kam es zu einem Gerangel im Freudental, bei dem die Polizei einschritt. Als sich immer mehr Beteiligte gegen die Beamten stellten, musste Pfefferspray eingesetzt werden. Es kam zu einer Festnahme wegen Widerstands gegen Polizeibeamte. Ein Beamter wurde durch einen Kopfstoß leicht verletzt. Weiterhin kam es zu einer Anzeige wegen Verstoß gegen das Waffengesetz, da von einem Beteiligten ein Schlagring mitgeführt wurde. Weitere Mitteilungen der Polizei: Einer Frau wurde während des Umzuges ein Fotoapparat aus dem Kinderwagen gestohlen. Zwei Jugendliche wurden wegen übermäßigem Alkoholkonsum in die Stauferklinik gebracht. Ansonsten kam es zu einer Vielzahl kleinerer alkoholbedingter Streitigkeiten, welche die Polizeistreifen schlichteten.
Am Rosenmontag war bereits eine Massenschlägerei vor der Großdeinbacher Gemeindehalle gemeldet worden. Die Polizei rückte darauf mit mehreren Besatzungen an. Zeugen bestätigten, dass es in und vor der Halle zu Prügeleien zwischen vielen Personen gekommen war, die jedoch alle schlagartig das Weite gesucht hätten. Bis jetzt gibt es weder Täter noch Geschädigte.
 

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