Verkehr brach zeitweise zusammen Bauhof will mit Schneefräsen und Lastwagen die schlimmsten Schneeberge entfernen
Zehn zum Teil schwer verletzte Personen, jede Mengen Blechschäden und ein mehrstündiges Verkehrschaos. Das ist die vorläufige Bilanz des gestrigen Wintertages mit seinen heftigen Schneefällen im Raum Gmünd.
SCHWÄBISCH GMÜND
(hs). Polizei, Rettungsdienste und am Abend auch die Feuerwehr hatten alle Hände voll zu tun. Einen schweren und tollen Job machen die Mitarbeiter des städtischen Baubetriebsamtes, der Straßenmeisterei des Ostalbkreises und auch die am Streu– und Räumdienst beteiligten Privatfirmen. Der Winter war bislang ja schon streng genug, doch die Polizei staunte gestern über die Auswirkungen einer heftigen Schneefall-Wetterfront, die aus Richtung Westen doch sehr überraschend über den Raum Schwäbisch Gmünd hereinbrach. Zusätzlich zu dem halben Meter der „weißen Pracht“, der bereits die Ostalb, den Schwäbischen und Welzheimer Wald sowie auch das Remstal einhüllt, schneite und stürmte es gestern ab Mittag pausenlos bis in den Abend hinein. „Alle Streifen sind ausgebucht“, hieß es bereits am frühen Nachmittag bei der Polizei. Unablässig waren auch die Rettungsfahrzeuge des
DRK zu Verunglückten unterwegs. Ab
14 Uhr krachte es ständig. Auf der B
29 zwischen Gmünd und Lorch kam es zu einem Auffahrunfall. Eine Fahrzeugschlange bildete sich. Ein
18-jähriger
BMW–Fahrer wollte rechts vorbeifahren, streifte hierbei ein Polizeifahrzeug und prallte auf einen der zuvor verunglückten Pkw. Die Beteiligten des Auffahrunfalls und Polizeibeamte mussten sich mit einem Sprung über die Leitplanke in Sicherheit bringen, wobei zwei Personen, darunter ein Polizist, leicht verletzt wurden. Die B
29 wurde zwischen Gmünd und Lorch für zwei Stunden komplett gesperrt, um sie durch Räum– und Streufahrzeuge wieder verkehrssicher zu machen. Zwei Verletzte gab kurz darauf bei einem Frontalzusammenstoß zwischen Straßdorf und Waldstetten. Ebenfalls im Gegenverkehr — ein Auto war mit Sommerreifen unterwegs — kollidierten bei Degenfeld zwei Personenwagen: Ein Schwer– und zwei Leichtverletzte plus zweimal Totalschaden waren die Folgen. Zwei Pkw rutschten auf der Hauptstraße in Schechingen aufeinander, prallten auch noch gegen einen Schneepflug. Zum Glück kamen die Insassen bei diesem Unfall mit dem Schrecken davon. Der schwerste Unfall dann am Abend in der Gmünder Innenstadt: Im Kreuzungsbereich Buchstraße/Uniparkeinfahrt prallte der Pkw eines Pizzaboten seitlich mit einem anderen Kleinwagen zusammen. Der Pizzalieferant wurde mit schweren Verletzungen in seinem Auto eingeklemmt und musste von der Feuerwehr befreit und wegen des Verdachts auf Wirbelsäulenverletzung äußerst behutsam aus dem Wrack gerettet werden. Anders als in den vergangenen Winterwochen, in denen die Polizei das besonnene Verhalten der Verkehrsteilnehmer immer wieder gelobt hatte, ärgerten sich die Beamten gestern immer wieder sehr über ein Fahrverhalten, das den Wetter– und Straßenverhältnissen nicht angepasst war. Zahlreiche weitere Unfälle gab es. Längst nicht alle Blechschäden konnten von der Polizei aufgenommen werden. Immer wieder mussten Steigungen gesperrt werden, weil Lastzüge in Rutschen gekommen waren. Wo der Verkehr nicht komplett stillstand, ging’s nur im Schritttempo vorwärts. Busfahrpläne gerieten völlig durcheinander. Schwerstarbeit leisteten die Fahrer und besonders auch die „Handwerker“ von Bauhof und Straßenmeisterei. Auf freien Strecken wurden immer wieder bis zu meterhohe Schneeverwehungen beseitigt. Zwei Meter und teils noch mächtiger türmen sich manche Schneeberge in engen Wohnstraßen. Rathaus-Pressesprecher Markus Hermann kündigte gestern den Einsatz von Schneefräsen und Lastwagen an, um in den Stadtteilen Wetzgau/Rehnenhof, Rechberg und Degenfeld die dort besonders extremen Schneemasse an kritischen Stellen zu entfernen.
Namens der Bauhof-Mitarbeiter dankt er den Bürgern, die mit Respekt und Lob die Winterdienstler bei ihrer derzeitigen Schufterei begleiten. „Das motiviert die Jungs!“ Bange Blicke richten sich auf die Wetterkarte. Denn weitere stürmische Schneefälle sind im Anmarsch.
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