Die Baufreigabe ist da — abschnittsweise Sanierung der Hochschule für Gestaltung beginnt Mitte März
Die Studenten haben sich schon vergangene Woche in die Semesterferien verabschiedet. Mitte März beginnt die Sanierung der Hochschule für Gestaltung – gestern kam die Baufreigabe
SCHWÄBISCH GMÜND
(rw). Gleichzeitig nimmt der neue Campus im Westen am Gmünd-Tech und an den drei anderen, kleineren Standorten im Zapp (Werkstätten), Haus Nagel (
u. a. Bibliothek) und Haus Goethestraße (Professorenbüros) Gestalt an. Die Semesterferien dauern länger als sonst, erst am Montag,
12. April beginnt der Studienbetrieb am neuen Standort wieder. Dafür dauert das Semester auch länger als sonst, bis Mitte August.
Bis dahin wird die alte Hochschule in der Rektor-Klaus-Straße schon eine Großbaustelle sein. Das Land wird, wie bereits mehrfach in der RZ berichtet, weitere fünf Millionen Euro in den Hochschulstandort Schwäbisch Gmünd investieren — allerdings überwiegend aus Bundesmitteln. Damit werde ein wichtiger Designstandort weiter gestärkt.
„Die Hochschule für Gestaltung gewinnt ihre Dynamik und Gestaltungskraft aus dem Spannungsfeld zukunftsweisender wissenschaftlicher und wirtschaftlicher Entwicklungen und kontinuierlicher Tradition. Dies werden wir weiter ausbauen“, so äußerte Finanzminister Willi Stächele anlässlich der Baufreigabe für den ersten Bauabschnitt der Modernisierung und Sanierung an der Hochschule für Gestaltung Schwäbisch Gmünd am Freitag,
19. Februar, in Stuttgart.
Das landeseigene, denkmalgeschützte Hauptgebäude Rektor-Klaus-Straße
100 in Schwäbisch Gmünd wird für die Hochschule für Gestaltung abschnittsweise saniert und modernisiert. Als königliche Fachschule für die Edelmetallindustrie habe die heutige Hochschule für Gestaltung Schwäbisch Gmünd den Jugendstilbau bereits
1909 bezogen. Daher sei es nach nun über
100-jährigem Bestehen der Hochschule ein besonderes Anliegen, dieses historische und denkmalgeschützte Gebäude im Bestand zu erhalten und zu pflegen, so Stächele.
Die Hochschule bietet heute drei Bachelor– und zwei Masterstudiengänge an. Die dafür notwendigen Medienlabore, Foto– und Videostudios, Werkstätten, Unterrichtsräume,
PC–Arbeitsplätze und das Rechenzentrum werden durch die Investitionen modernem technischen Standard angepasst. Im ersten Bauabschnitt soll der Nordflügel des Jugendstilgebäudes saniert werden. Der Nordflügel, ebenfalls von Martin Elsässer geplant und eines der ganz späten Werke dieses Architekten, wurde in den
1950er Jahren erbaut. Dabei wird insbesondere der Brandschutz verbessert und es werden barrierefreie Zugänge geschaffen. Zudem werden die sanitär– und medientechnischen Installationen und Einrichtungen umfassend modernisiert sowie akustische und schallschutztechnische Maßnahmen in Seminarräumen durchgeführt. Durch die vorgesehenen energetischen Verbesserungen werde der
CO2–Ausstoß jährlich um
48,
5 Tonnen reduziert. Dies resultiert insbesondere aus der Einsparung des Wärmeverbrauchs um rund
240 000 Kilowattstunden. Das entspräche etwa einer Heizölmenge von
24 000 Litern bzw. dem Wärmebedarf von
16 Einfamilienhäusern, rechnet das Finanzministerium vor.
Mit den Baumaßnahmen Mitte März begonnen werden; die Fertigstellung sei für Ende August
2011 geplant, so der Finanzminister. Das Land hat im Dezember zugesichert, dass sich die weiteren Sanierungsschritte nahtlos anfügen. Deren Kosten belaufen sich auf
9 Mio. Euro und müssen im Landeshaushalt noch finanziert werden. Im geplanten Einhornbau am Bahnhof erhält die Hochschule für Gestaltung eine Dependance mit
2000 Quadratmetern (netto
1250 Quadratmeter Nutzfläche).
Die Investitionssumme von
5 Mio. Euro sei im Rahmen des Zukunftsinvestitionsprogramms des Bundes (ZIP) vorgesehen. Die Finanzierung der Maßnahmen erfolge daher zu
75 Prozent aus Mitteln des Bundes und zu
25 Prozent aus Mitteln des Landes im Rahmen des Landesinfrastrukturprogramms. Bis
2014 bleibt die Hochschule ausgelagert, dann kann sie den grundlegend sanierten Elsässer-Bau und vermutlich auch schon die Filiale im neuen Einhornbau beziehen.
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