Domizil der Gmünder Seele — der St. Salvator steht in der Fasten– und Osterzeit im Blickpunkt
Schon viele Jahre nicht mehr ist so spürbar geworden, wo die Gmünder Seele neben den Kirchenbauten innerhalb der Stadt ihr Domizil hat: Die breite, bürgerschaftliche Unterstützung für Pflege und Rettung der Wallfahrtsstätte St. Salvator sprengt alle Erwartungen. Gestern war Auftakt der Wallfahrtstage.
SCHWÄBISCH GMÜND
(hs). Es gab in der oberen Felsenkapelle nur noch Stehplätze, als Pfarrer Ernst-Christof Geil die Gläubigen zum ersten Wallfahrtsgottesdienst in der vorösterlichen Bußzeit begrüßte. Bis Ostern wird in der St.-Salvator-Kirche jeden Freitag um
9 Uhr Gottesdienst gefeiert. Der Seelsorger beschrieb gestern nochmals die Aussage, die vom symbolischen Aschenkreuz ausgehe, die sich viele Menschen zu Beginn der Fastenzeit aufs Haupt zeichnen lassen. Die Asche mache die Vergänglichkeit des irdischen Lebens bewusst. Dazu das Zeichen der christlichen Umkehr. „Uns wird bewusst, dass die Zeit, Gutes in diesem Dasein zu tun, begrenzt ist.“
Seit Menschengedenken zieht der St. Salvator vor und um Ostern die Menschen an. Gläubige aller Konfessionen, aber auch „nur“ Spaziergänger und Wanderer können sich den sakralen Stätten und dem Zauber der Natur an diesem Berg nicht entziehen. Am Südhang des St. Salvator scheint auch der Frühling stets als erstes zu erwachen. Nur zehn Minuten Fußweg von der Hektik der Innenstadt entfernt, empfängt der St. Salvator mit seinen Kreuzwegstationen den Besucher mit erstaunlicher Ruhe und Würde. Der freie Blick hinab ins Remstal und zum Albtrauf kommt zum Erleben des Reichtums an Kunstschätzen der Volksfrömmigkeit hinzu. Nach einem Impuls von Oberbürgermeister Richard Arnold wurde vor etwa einem halben Jahr von engagierten und heimatverbundenen Bürgern der Salvator-Freundeskreis aus der Taufe gehoben, der in diesem Jahr tatkräftige Aktionen für Pflege und Erhalt der teils renovierungsbedürftigen Wallfahrtsstätte in Angriff nehmen wird. In Rekordzeit wurden schon rund
70 000 Euro an Spenden gesammelt. Doch noch unklar ist, welche Summe tatsächlich benötigt wird, um alleine die besonders bedrohte Ölbergszene in der oberen Felsenkapelle zu retten. Programm und Methoden hierzu werden derzeit von Experten des Denkmalamtes ausgearbeitet.
Zur Wallfahrtszeit und zur Bürgeraktion startet die Rems-Zeitung heute (Seite
21) eine Serie mit Geschichte und Geschichten rund um den St. Salvator. Dabei wollen wir auch bislang eher unbekannte Blickwinkel und Anekdoten aufzeigen.
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