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Montag, 22. Februar 2010
Internationales Skispringen in Degenfeld: Christian Ulmer verbessert den Schanzenrekord auf sagenhafte 100 Meter
Etwa 3000 Menschen pilgerten in Degenfeld zur Skisprungschanze. Alle wollten den neuen Schanzenrekord miterleben, der im Vorfeld des Wettkampfes geradezu heraufbeschworen worden war. Christian Ulmer belohnte die Zuschauer für das Ausharren und sorgte für einen „Albrekord“. Von Matthias Bolsinger
Dass der einheimische Topathlet das ohne hin starke Teilnehmerfeld des Degenfelder Springens verstärken sollte, war erst am Samstagabend klar. Da vermeldete Ulmer, dass er seinen Sprung im B-Weltcup in Brotterode (Thüringen) hatte und am Sonntag direkt nach Degenfeld reisen werde. Am Samstag konnten bereits Trainingssprünge auf der bereits komplett präparierten Anlage auf
95 Meter absolviert werden. Topweiten standen in Aussicht, Ulmer hatte dem Schanzenrekord „quasi angekündigt“.
Mit dem Protagonisten Ulmer boten die insgesamt
43 Athletinnen und Athleten einen tollen Wettkampf. Der schneereiche Winter hatte beste Voraussetzungen geschaffen. Nur ein mildes Lüftchen pustete über den Hang, der reichliche Schnee, der aufgrund der Sonne ein wenig angetaut war, verlangsamte die Spur nur geringfügig. Die Sportler — in verschiedenen Altersklassen ab
12 Jahren — holten mehrmals das Maximum heraus und sorgten für einen attraktiven Wettkampf. Lokalmatadoren aus Degenfeld konnten sich nicht nur ihrem heimischem Publikum zeigen, sondern stellenweise auch so richtig überzeugen. Nicht die Zuschauer waren von der Weitenjagd beeindruckt, auch die Trainer konnten ohne Druck gemeinsam mit ihren Schützlingen wertvolle Erkenntnisse sammeln.
Zwei junge Degenfelderinnen flogen — als alleinige Starterinnen in ihrer Altersklasse — quasi außer Konkurrenz: Franziska Keller segelte bis auf
54 Meter, während Anna Rupprecht, die auch arrivierten Springerinnen höheren Alters schon das eine oder andere Mal eine lange Nase drehen konnte, Flüge auf
89 und
89,
5 Meter zeigte. Axel Mayländer von SC Degenfeld entschied die Konkurrenz bei den Schülern
12/
13 souverän für sich. Sein älterer Bruder Dominik flog in seiner Altersklasse zwar zweimal richtig weit, musste sich aber aufgrund der schwächeren Haltungsnoten der Konkurrenz aus Meßstetten und dem polnischen Zakopane geschlagen geben und belegte Rang
5.
Bester einheimischer Springer bei der Jugend
16 war Alexander Schmid auf Platz drei. Dabei musste sich Schmid nur den Konkurrenten aus dem Schwarzwald geschlagen geben. Für Jan Mayländer reichte die Form nicht, um aufs Treppchen zu springen. Mayländer, der im Vorjahr noch seine Altersgruppe dominiert hatte, erreichte bei der Jugend
17 Rang fünf, Vereinskollege Michael Köhler Rang acht. Carina Vogt, erst vor wenigen Wochen zur Sportlerin des Jahres gekührt, gewann das Duell gegen die Baiersbronnerin Melanie Faißt mit Weiten von
85 und
85,
5 Metern.
Gegen Christian Ulmer war bei den Herren — der Degenfelder Daniel Köhler belegte dort Platz
6 — kein Kraut gewachsen. Der
25-Jährige vom SC Wiesensteig sorgte im ersten Wertungsgang mit
96 Metern für die Bestweite und setzte dann im zweiten Durchgang einen drauf: Mit
100 Metern pulverisierte er die
14 Jahre alte Bestmarke von
98,
5 Metern und sorgte so für den weitesten Satz, der jemals auf der Schwäbischen Alb gemacht wurde — ein „Albrekord“. Ulmer selbst nahm’s gelassen: „Ein guter Sprung, man gibt eben immer sein Bestes“. Immerhin: Mit
100 Metern lässt sich trefflich werben. Doch an Ulmers Rekord werden sich einige vergeblich versuchen.
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