»
Sport |
Montag, 22. Februar 2010
Volleyball, Regionalliga, Damen: VfB Ulm erkämpft sich einen 3:2-Auswärtssieg in Gmünd
Unterlegen, doch überglücklich: Die Damen des VfB Ulm durften in der Straßdorfer Römersporthalle einen nicht für möglich gehaltenen Sieg feiern. Auf der anderen Seite des Netzes: Enttäuschung und Ratlosigkeit. Die Ballmania-Premiere der DJK ist mit der Niederlage gründlich misslungen. Von Matthias Bolsinger
Nur etwa
200 Zuschauer fanden am Samstagabend den Weg in die Römersporthalle — die Ballmania vor Augen, der Gegner wohl zu unattraktiv. Auf dem Papier war für den
VfB Ulm um Trainer Hans-Jörg Bär bei der
DJK quasi nichts zu holen, zudem kämpfen die Ulmerinnen mit Krankheit und Verletzungen. Bei den Gmünderinnen fehlte mit Mannschaftsführerin Sabrina Höger „ein Pfeiler“ des Teams, so Carmen Feistritzer.
Wer einen Start-Ziel-Sieg der
DJK erwartet hatte, sah sich schon zu Beginn schnell eines Besseren belehrt. Die Gmünder Volleyballerinnen konnten sich im ersten Satz nie wirklich von ihren Gegnerinnen absetzen, die meist blass blieben und wenig für die Ansehnlichkeit des Spiels taten. Das war auch gar nicht nötig, denn
DJK–Patzer hielten den
VfB im Spiel, wenn auch der erste Satz mit
25:
22 an die Gastgeberinnen ging. Im zweiten Durchgang nahmen diese den Schwung vom Satzende mit, kraftvoll und schnörkellos punkteten sie etwa über ihren Außenangriff. Technisch und vor allem im Angriffsspiel — das war selbst durch die
VfB-“Fanbrille“ nicht zu übersehen — hatten die Gäste nichts zu erwidern, waren völlig unterlegen. „Da geht noch was“, feuerten Bär und seine Kollegen ihre Schützlinge dennoch an, und behielten Recht. Die
DJK „fehlerte“ die Gegnerinnen wieder heran, ließ diese dann sogar gewähren, während Lisa Denzinger mit Knöchelproblemen Platz für Lisa Federsel machte und erst Ende des vierten Satzes wieder eingriff. Auch sie vermochte aber den
1:
1-Satzausgleich (
22:
25) nicht mehr verhindern.
Carmen Feistritzer reagierte, weil ihr auf dem Platz Verantwortung und Willen fehlte, und brachte sich ins Spiel. „Der dritte Satz war ein kurzes Aufbäumen“, äußerte
DJK–Zuspielerin Barbara Merinsky nach dem letzten Ballwechsel resigniert. Tatsächlich loderte das Strohfeuer, in dem die
DJK nach nicht langer Zeit mit
13:
3 führte — zwei der drei gegnerischen Punkte waren eigene Aufschlagfehler — zwar heftig, doch nur kurz. Der
VfB agierte im Angriff viel zu durchsichtig, in der Annahme unkoordiniert, und bekam unverzüglich die
25:
10-Quittung.
Doch: „Volleyball ist ein Fehlerspiel“, meinte Hans-Jörg Bär, „und die
DJK hat eben die meisten begangen.“ So geschehen auch in Satz drei: Viele Eigenfehler begünstigten das kampfbetonte Spiel des
VfB, der den Satz verdient und deutlich mit
25:
14 gewann. Längst hatten die Gäste Blut geleckt. Carmen Feistritzer, im Tiebreak wieder an der Seitenlinie, peitschte ihre Spielerinnen vor den entscheidenden Punkte nach vorne — ohne Erfolg. Die immer wiederkehrenden Gelegenheiten zu punkten ließ die
DJK gegen offensivschwache Gäste höchst fahrlässig aus, Ulm kämpfte auf der anderen Seite um jeden Ball und konnte mit ein wenig Glück hin und wieder einen Punkt einfahren. Ein Missgeschick bei der Annahme sorgte beim ersten Matchball der Ulmerinnen für die Entscheidung.
Eine unnötige Gmünder Niederlage, da ohne Bedrängnis. Selten zwang der
VfB die
DJK zu Fehlern, und so hatte diese sich am Ende eher selbst ein Bein gestellt. Allein den Ulmerinnen war das egal.
Noch keine Kommentare vorhanden.