Zwei Schechinger restaurieren Symbole christlichen Glaubens
Immer wieder erblickt man in unserer Umgebung zahlreiche Bildstöcke als Ausdruck des Glaubens einer einst zutiefst religiös geprägten und stark mit der Natur verbundenen bäuerlichen Landbevölkerung. Dass die Bildstöcke nahezu gut erhalten sind, ist Menschen wie Alfons Wiedmann und Walter Wahl zu verdanken.
SCHECHINGEN. Die beiden haben erst kürzlich einige Marienbildstöcke restauriert. Bildstöcke zeugten einst und auch noch heute, soweit sie nicht entfernt oder beschädigt wurden, von dem tiefen Glauben unserer Vorfahren. Zumeist im
18. Jahrhundert entstanden, gab es auf einer Gemeindemarkung über
50 Bildstöcke oder Feldkreuze.
Oft standen sie für ein besonderes Ereignis, das sich heute nicht mehr nachvollziehen lässt. War es aus Dankbarkeit für den gesund von der Gesellenwanderschaft zurückgekehrten Sohn, die Genesung nach schwerer Krankheit, als Fürbitte für eine gute Ernte oder ganz einfach als Zeugen des Glaubens, die unsere Vorfahren zu dem Schritt bewegt haben, einen Bildstock oder ein Feldkreuz zu erstellen.
Im Jahre
1884 wurde zwischen Schechingen und Holzhausen genau auf der Höhe des Zeirenhofes eine Kapelle direkt am Bach errichtet. Zwei Jahre später stellte man zu Ehren der heiligen Maria acht Bildstöcke von Schechingen bis zum Zeirenhof auf. Diese waren mit in Öl gemalten Marienbildern versehen.
Diese Zeugnisse volkstümlicher Schnitzkunst waren zumeist einheimischen Meistern zuzuschreiben (Johannes und Josef Kaiser aus Iggingen). So standen diese Kleinkunstwerke über
100 Jahre am Wegesrand, bis sie einer „neuen Zeit“ zum Opfer fielen. Die Ölmalereien wurden von Kunsträubern gestohlen und verschwanden so für immer. Im Jahr
1981 kam der Straßenbau und die Flurbereinigung und damit auch das Ende der Bildstöcke am Wegesrand von Schechingen nach Holzhausen.
Vor nunmehr drei Jahren reifte in zwei Bürgern von Holzhausen ein Gedanke. Alfons Wiedmann und Walter Wahl entschlossen sich, diese Marienbildstöcke wieder neu zu errichten. In Zusammenarbeit mit dem Geschichts– und Heimatverein Schechingen machten sie sich an die Arbeit. Walter Wahl, begnadeter Holzschnitzer aus Leidenschaft und Josef Haas sen. aus Leinweiler, der ebenfalls sein Geschick für die Schnitzkunst entdeckt hatte, schufen so in zwei Jahren wahre Kunstwerke.
Einige beherzte Schechinger Bürgerinnen und Bürger stifteten einen ordentlichen Geldbetrag und ein örtliches Sägewerk das Holz für die Gehäuse. So steht nun der Fertigstellung nichts mehr im Wege.
Im Oktober
2010, so Alfons Wiedmann, sollen die neuen Bildstöcke errichtet und eingeweiht werden. Das Ganze soll dann durch ein kleines Gartenfest abgerundet und dabei auch den Spendern und Helfern gedankt werden.
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