Seit gestern Abbrucharbeiten für Brückenbau und Renaturierung der Rems /Abschied von der Bahnhofsmoschee
Nach den umfangreichen Baumfällarbeiten im Bereich Fehrlesteg und Remswehr sind seit gestern auch die ersten Bagger am Werk. Damit haben die Bauarbeiten für die Landesgartenschau 2014 endgültig und — von der B 29 aus betrachtet — auch unübersehbar ihren Auftakt gefunden.
SCHWÄBISCH GMÜND
(hs). Fast alle Anwesen im Bereich des Bahnhofs, die für die Umsetzung des Landesgartenschaukonzepts benötigt werden, befinden sich zwischenzeitlich im Besitz der Stadt. Derzeit laufen nur noch die Verhandlungen übers Bahnhofshotel. Ein Großteil dieser Häuser wird abgerissen, um Freiraum für Gestaltung des Geländes zu schaffen. Der erste Baggerbiss wurde gestern am Remswehr vollzogen. Denn in ersten Bauabschnitten wird dort die Rems aufgeweitet und der Betonklotz des Wehrs entfernt. Diese unnatürliche Staustufe wird durch Wildwasserrampen ersetzt, die Fische überwinden können und dem kanalisierten Fluss wieder Naturnähe geben. Hierbei entsteht auch eine idyllische Insel, die bis Ende des Jahres vom neuen, zweigeteilten Fehrlesteg überquert wird. Also in relativ kurzer Zeit werden sich die Bürger und die Besucher bereits an diesem attraktiven Teilabschnitt der Landesgartenschau
2012 erfreuen können. Doch zunächst müssen sie in den sauren Apfel beißen: Der bisherige Fehrlesteg wird voraussichtlich morgen schon gesperrt sein. Das
THW wird in den nächsten Tagen schon diese provisorische Pionierbrücke demontieren. Die gestern gestarteten Abbrucharbeiten betreffen zunächst die ehemalige Reifenfirma Förster sowie die alte Bahnhofsmoschee. Der Platz wird für die Rems-Baustelle in den bevorstehenden Sommer benötigt. Exakt in diesem Bereich verläuft später dann auch der neue Bahnhofsboulevard mit einer Straßenbrücke, die in etwa diagonal das heutige Remswehr überqueren wird. Diese neue Straße wiederum bildet nach Fertigstellung des Salvatortunnels (
2012) die Voraussetzung für Abbruch der B
9 mit ihren alten Brückenbauwerken, die derzeit noch den Blick und das Erleben der Flusslandschaft Rems/Josefsbach versperren.
Die Bahnhofsmoschee in einem ehemaligen Fabrikgebäude war rund
25 Jahre lang das Zentrum der muslimischen Gemeinde von Schwäbisch Gmünd. In dieser Zeit waren es natürlich mehrheitlich türkischstämmige Mitbürger, die sich hier zum Gebet und zu anderen Anlässen trafen. Während der Garnisonszeit kamen auch viele amerikanische Soldaten in diese Gmünder Moschee, die lange Zeit ein Schattendasein führte. Dies soll sich ändern. Die Türkisch Gmünder haben nun an der Becherlehenstraße ihr neues Domizil bezogen. Noch in diesem Jahr beginnen die Umbauarbeiten zu einem modernen Gemeindezentrum mit Moschee und zwei kleinen Minaretts. Geplant ist eine große Glasfront in Richtung Innenstadt, die symbolisch Offenheit und den Willen zur Integration darstellen soll. Das komplette Bauprogramm (finanziert nur aus Spenden der Gemeindemitglieder) wird im Zeitraum der nächsten drei Jahre umgesetzt. Stadtrat Bilal Dincel, Sprecher der muslimischen Gemeinde, berichtete gestern, dass es seinen Mitgläubigen durchaus schwerfalle, sich von der alten Moschee zu trennen. Denn sie sei ja für viele ein wichtiges Stück Leben geworden. Doch andererseits erfülle dieser Schritt der Trennung die Türkisch-Gmünder auch mit Freude und Stolz. Denn allen sei bewusst, dass sie dadurch an einem ganz entscheidenden Stadtentwicklungs-Projekt mitwirken.
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