Wieder einmal führt Peter Seyfried, seit 1986 Bürgermeister von Mutlangen, einen Solo-Wahlkampf. Dieses Mal ist es der letzte.
Peter Seyfried ist der dienstälteste unter den Bürgermeistern im Ostalbkreis und ziemlich unangefochten. In Mutlangen tritt er am Sonntag, 7. März, erneut an. Zum vierten Mal und als einziger Kandidat. Auf Wahlveranstaltungen und einen Prospekt will er gleichwohl nicht verzichten.
MUTLANGEN
(rw). Die Mutlanger kennen ihn seit
24 Jahren.
1986 hatten sie ihn im ersten Wahlgang bei einer Wahlbeteiligung von
76 Prozent schon mit einer kommoden absoluten Mehrheit von
62 Prozent der Stimmen ausgestattet, fünf andere Kandidaten hatten keine Chance. Seit damals hat sich viel verändert; die letzten Pershing-Raketen, die damals durchaus eine Rolle spielten, zogen mit der US Army
1991 ab, seit
2000 wird die Mutlanger Heide als Wohnpark nach und nach bebaut. Was nicht zuletzt dazu beigetragen hat, dass die Einwohnerzahl von
4700 im Jahr
1986 auf derzeit
6800 anwuchs. Mutlangen war und ist eine der wachstumsstärksten Kommunen der Region Ostwürttemberg, dabei ausgestattet mit einer Infrastruktur, die im Regierungsbezirk in Gemeinden ähnlicher Größe einzigartig ist und gesegnet mit einer vergleichsweise hohen Wohnqualität. Was der Bürgermeister — und die Gemeinderäte — durchaus auf ihr Panier schreiben dürfen.
Wie schon
2002 macht Peter Seyfried auch dieses Mal einen Solo-Wahlkampf, mit Prospekt und diversen Veranstaltungen. Es geht nicht zuletzt um die Wahlbeteiligung.
2002 lag sie bei
42 Prozent. So ein Resultat wünscht sich der Schultes wieder. Ob’s zu schaffen ist? „Viele sind in den letzten Jahren von außen zugezogen, da weiß man nicht, ob sie wählen gehen. Aber ich setze schon deshalb auf eine höhere Wahlbeteiligung, weil ich mich persönlich einbringe.“ Ein hohes Maß an Präsenz bei Veranstaltungen und Vereinen — selbst ist er Vorsitzender des Vereins Seniorenbegegnungsstätte -, ein für die Bürger offenes Rathaus, ausdauernde Gesprächsbereitschaft und Willen zur Zusammenarbeit — dies sind Eigenschaften, die er sich zuschreibt und die er gerne mit vielen Bürgerstimmen gewürdigt sähe.
Zumal es dieses Mal die letzte Gelegenheit ist, Seyfried zu wählen: Im Oktober wird er
60, und bis
68 erlaubt es ihm die baden-württembergische Kommunalordnung, Schultes zu bleiben. Eine volle Amtsperiode also noch, und die, bekräftigt er im Gespräch mit der RZ, will er auch ausfüllen. Zumal es wirklich noch Aufgaben genug gibt und manches noch der Vollendung harrt.
Das Kinderhaus für die Unter-Dreijährigen (soll
2012 in Betrieb gehen), Gymnasium (erster Spatenstich am
26. Februar), die Ortsmitte am Lamm-Areal — das werden zentrale Punkte der nächsten Jahre sein. Kinderbetreuung, Kindergärten, Schulen, Infrastruktur — darauf legten zuziehende junge Familien am meisten Wert, „das haben wir in den vergangenen Jahren ausgebaut.“
Was der Schultes mit Zahlen untermauert. In der zu Ende gehenden Amtsperiode von
2002 bis
2010 hatten die Mutlanger Haushalte ein Volumen von zusammen
95 Mio. Euro,
43 Mio. flossen in Investitionen, „das ist relativ viel.“ Die Feuerwehr erhielt zwei neue Fahrzeuge. Die Realschule wurde aufgestockt und erhielt eine Mensa, die Hauptschule wurde umgebaut, heuer lässt die Gemeinde der Grundschule an der Hauptstraße eine Sanierung angedeihen. Die Kernzeitbetreuung, jetzt von
90 Kindern im Grundschulalter besucht, wurde vergrößert, dito die Schulsozialarbeit, an Real– und Hauptschule wurde der Ganztagesbetrieb eingeführt. Und die Kleinkindbetreuung wurde ausgebaut. Ein Verein betreibt das „Kinderstüble“ im Lamm, das „Lämmle“ im selben Haus wird von Wippidu gemanagt. Nach wie vor geschlossen ist allerdings der Jugendraum an der Hornberghalle. Ein schwieriges Kapitel. Ein runder Tisch soll jetzt ein neues Konzept erarbeiten. Wie bei der Sozialarbeit zeige es sich hier, „dass es ein Netzwerk ist, an dem viele mitstricken müssen.“
Nicht zu vergessen:
2005 wurden West– und Nordumfahrung fertig. Mittlerweile konnte die Wetzgauer Straße zurückgebaut werden, ebenso ein Stück der Hauptstraße an der Grundschule. „Es wird weitergehen“, meint Seyfried. Er nennt die Einmündung der Hornbergstraße und die Hauptstraße bis zur Einmündung der Spraitbacher Straße, wo ein Kreisverkehr angelegt werden könnte, als mittelfristige Vorhaben auch Lindacher und Spraitbacher Straße.
Das Sanierungsgebiet Ortsmitte ist weit größer als das Lamm-Areal. Doch dieses steht seit Jahren im Mittelpunkt des Interesses. „Kernpunkt der Diskussion ist die Frage, ob das Lamm bleibt“, sagt der Bürgermeister. „Und dann ist die Frage, ob man Investoren findet.“ Interessenten gab es schon in der Vergangenheit, „Arztpraxen und Wohnungen sind kein Problem, aber es hapert immer wieder an der Erdgeschoss-Nutzung.“ Dann sei da noch die Grundschule mit einem verbesserungswürdigen Pausenhof. „Die Entwicklung des Lamm-Areals will sorgfältig bedacht sein“, mahnt Seyfried. Immerhin fertigt die STEG zur Zeit eine Entwicklungsplanung, zwei Interessenten seien vorhanden, vielleicht hört man
2011 mehr davon. Schneller geht es derweil im nördlichen Gewerbegebiet — da wollen sich schon bis Ende
2010 Penny, Drogeriemarkt, Schuh– und Textilhändler angesiedelt haben.
Wer über diese und andere Themen mit Bürgermeister Peter Seyfried sprechen will, kann seine Wahlveranstaltungen besuchen:
25. Februar,
19 Uhr, Gasthaus „Adler“;
1. März,
19.
30 Uhr, „Rössle“ in Pfersbach;
3. März,
19 Uhr, Gasthaus „Krone“. Außerdem
4. März,
9 Uhr,
beim Marktcafé im Gemeindehaus
St. Stephanus.
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