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» Schwäbisch Gmünd | Mittwoch, 24. Februar 2010

Stefan Scheffold ab heute Staatssekretär an der Seite von Finanzminister Willi Stächele und am Kabinettstisch von Stefan Mappus

Der Gmünder Landtagsabgeordnete Dr. Stefan Scheffold im Wechselbad der Gefühle: Vor zwei Wochen bittere Niederlage bei der Wahl des neuen CDU–Fraktionschefs im Landtag, doch gestern die vorläufige Krönung seiner Karriere. Er wurde, wie die Rems-​Zeitung in den letzten Tagen bereits richtig vermutete, von Ministerpräsident Mappus in das Amt des Staatssekretärs im Finanzministerium berufen.

SCHWÄBISCH GMÜND (hs). Bis zuletzt herrschte Rätselraten über die Zusammenstellung der neuen Regierungsmannschaft durch den neuen Ministerpräsidenten. Doch wer die politischen Signale in letzter Zeit und vor allem die Vertrautheit zwischen Stefan Mappus und dem Landtagsabgeordneten und Finanzexperten Dr. Stefan Scheffold beobachtete, der kam schnell zur Überzeugung, dass der Gmünder perfekt ins neue Team am Stuttgarter Kabinettstisch passt. Seit Jahren teilten sich die beiden Politiker ja auch schon das „Spitzentischle“ im Plenarsaal des Landtags. Mappus war ja bislang Fraktionsvorsitzender, Scheffold sein Vize. Und dazu profilierte er sich schon seit 1998 als finanzpolitischer Sprecher und Experte seiner Fraktion. 1996 wurde der Gmünder Rechtsanwalt erstmals in den Landtag gewählt.
Ministerposten für Scheffold ganz gewiss nicht ausgeschlossen
Im Gespräch mit unserer Zeitung zeigte sich Stefan Scheffold gestern überglücklich, obwohl vor dem Hintergrund der immer noch spürbaren Finanz– und Wirtschaftskrise ein alles anderer als dankbarer Job wartet. Doch Scheffold sieht’s so: „Ich freue mich auf diese gewiss schwierige, jedoch reizvolle Aufgabe.“ Das Reizvolle sei, dass es sich hierbei um eine Querschnittstätigkeit handle, mit der er als Finanzstaatssekretär mit allen Ressorts der Landesregierung in Berührung komme. Sein persönlich wichtigstes Ziel sei es, bei den Menschen im Land das durch die Krise beeinträchtigte Vertrauen in die Politik und in das Finanzsystem wieder zurückzuschaffen. Für seine private und berufliche Lebensplanung sei dies natürlich ein großer Schritt und eine folgerichtige Entscheidung aus einem Abwägungsprozess. Er habe natürlich in seiner Gmünder Rechtsanwaltskanzlei eine große Verantwortung für seine Partner und Mitarbeiter. Doch da seien die Weichen bestens gestellt: Es werde sich für die Klienten nichts ändern; die Kanzlei werde unter dem gleichen Namen fortgeführt. Seine operative Tätigkeit als Rechtsanwalt werde aber ruhen. Selbstverständlich müsse er trotz seines Wahlkreis-​Mandats das Land Baden-​Württemberg im Gesamtblick haben. Mit Sicherheit gewinne aber durch seine Berufung das Spektrum an Kontakten und Möglichkeiten, um verstärkt auch für die Anliegen daheim im Gmünder Wahlkreis Sorge zu tragen. Als Beispiel nennt er den Finanzierungsbedarf für die Landesgartenschau mit Stadtumbau/​Sanierung in Gmünd. Sein neues Büro ist jetzt im Finanzministerium im Neuen Schloss, mit Blick auf Schlossgartensee, Stuttgarter 21 und Landtag. Scheffold nimmt auch die Rolle des Landesbeauftragten für Bürokratieabbau ein. Steht Dr. Stefan Scheffold, Sohn des unvergessenen Oberbürgermeisters Hansludwig Scheffold, nun am Zenit seiner Karriere? Oder könnte er eines nicht zu fernen Tages sogar seinen bereits politisch angeschlagenen neuen Chef, Finanzminister Willi Stächele, sogar beerben? Die Antwort Stefan Scheffolds fällt sozusagen christlich-​diplomatisch aus: „Ja Gott, wer weiß!“

Stefan Scheffold ist 50 Jahre alt. Sein Abitur absolvierte er 1979 am Scheffold-​Gymnasium (benannt nach seinem Vater). Er studierte in Tübingen und in Lausanne Jura. Verschiedene berufliche Stationen u.a. in den USA folgten. 1991 promovierte Scheffold. Seit 1992 ist er Rechtsanwalt in Gmünd, verheiratet und drei Kinder.
 

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