Krankenstand in Ostwürttemberg stabil, Krankheit kostet trotzdem über 780 000 Arbeitstage
Mehr als jedes zweite AOK–Mitglied musste 2009 mindestens einmal krankgeschrieben werden. Im Jahr summierte sich das auf mehr als 780 000 Arbeitstage, die für die Firmen ausfielen, und einen durchschnittlichen Krankenstand von 4,8 Prozent aller Beschäftigten.
OSTALBKREIS
(pm). Damit blieb der Krankenstand
2009 laut
AOK–Bezirksdirektion Ostwürttemberg verglichen mit
2008 stabil. Bei den Betrieben in den verschiedenen Regionen Ostwürttembergs lagen die Werte zwischen
4,
5 und
5,
2 Prozent (Altkreis Schwäbisch Gmünd:
4,
7%, Altkreis Aalen:
4,
5% und Landkreis Heidenheim:
5,
2%). Etwa ein Viertel aller Arbeitsunfähigkeitstage waren dabei auf Muskel– und Skeletterkrankungen, insbesondere Rückenerkrankungen, zurückzuführen. Dem sehen nicht alle Chefs tatenlos zu: Über
50 Firmen haben laut
AOK 2009 von der Möglichkeit Gebrauch gemacht, mittels Krankenstandsanalysen Schwachpunkte im Betrieb aufzudecken, die zu Krankheiten führen können, und über geeignete Präventionsmaßnahmen ihren Krankenstand zu senken.
„Unsere Vorsorgeprogramme trugen zur Stabilisierung der Zahlen bei“, ist sich
AOK–Geschäftsführer, Jörg Hempel, sicher. Im Schnitt
2009 gingen den Firmen im Altkreis Schwäbisch Gmünd pro Arbeitnehmer
13,
4 Arbeitstage durch Krankheit verloren, und der durchschnittliche Krankheitsfall dauerte
10,
1 Tage, wie die Auswertung der
AOK Ostwürttemberg zu den Fehlzeiten ihrer pflicht– und freiwillig versicherten Mitglieder ergab. Über
59 Prozent aller Beschäftigten wurden danach mindestens einmal von ihrem Arzt krankgeschrieben.
Bei rund
56 000 Arbeitnehmern unter den knapp
150 000 bei der
AOK Versicherten in Ostwürttemberg ist Krankheit ein wesentlicher Faktor für den Erfolg oder Misserfolg einer Firma, sagt Jörg Hempel: „Bei insgesamt mehr als
780 000 Arbeitstagen, die ausgefallen sind, muss sich jede Firma Gedanken machen, wie sie den Gesundheitszustand ihrer Beschäftigten verbessern kann“. Immerhin werden rund
60 Prozent aller Fehlzeiten nicht durch chronisch bedingte Langzeiterkrankungen verursacht, sondern durch kürzer verlaufende Krankheiten.
Männer (Krankenstand
4,
8%) werden im Altkreis Schwäbisch Gmünd etwas häufiger krank als Frauen (
4,
5%). Das hängt aber auch mit den Tätigkeiten zusammen. Rund zwei Drittel aller ausgefallenen Arbeitstage gingen dabei auf die „Top
5“ der Krankheitsursachen zurück: Muskel– und Skeletterkrankungen, Krankheiten des Atmungssystems, Verletzungen und Vergiftungen, psychische und Verhaltensstörungen und Krankheiten des Verdauungssystems. Mit über
23% aller Arbeitsunfähigkeitstage spielten die Muskel– und Skeletterkrankungen, und hier insbesondere Rückenerkrankungen, wieder eine herausragende Rolle. Auf Krankheiten des Atmungssystems entfielen etwa
16 Prozent aller Arbeitsunfähigkeitstage.
Als Gegenmaßnahmen hält die
AOK die Vorsorge am Arbeitsplatz für einen der wichtigsten Ansatzpunkte. Firmen, die sich hierbei engagieren wollten, stelle die
AOK zum Beispiel spezielle Instrumente der Krankenstandsanalyse zur Verfügung. Mit deren Hilfe können mögliche Krankheits– und Belastungsschwerpunkte ermittelt und, darauf aufbauend, am Bedarf und den Möglichkeiten des Unternehmens orientierte Gesundheitsmaßnahmen entwickelt werden.
In Ostwürttemberg machten
2009 laut
AOK wieder über
50 Unternehmen von dieser Möglichkeit Gebrauch.
2010 sollen es noch mehr werden. Das Jahressteuergesetz
2009 hat die sogenannten BGM-Maßnahmen für Firmen finanziell noch attraktiver gemacht: „Aufwendungen des Arbeitgebers zur Verbesserung des allgemeinen Gesundheitszustands und der betrieblichen Gesundheitsförderung sind steuer– und sozialabgabenfrei, soweit sie den Betrag von
500 Euro pro Mitarbeiter und Kalenderjahr nicht übersteigen“, so Jörg Hempel. „Das ist also doppelt gut angelegtes Geld.“
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