Theaterkarren bereits zum dritten Mal zu Gast in Ruppertshofen
Auch wenn auf dem Rathaus in Ruppertshofen drei Damen und der Bürgermeister beschäftigt sind, mit dem Stück „Drei Weiber ond oin Gockel“ habe dies nichts zu tun, verkündete Bürgermeister Peter Kühnl vorsorglich gleich bei der Begrüßung des zahlreichen Publikums.
RUPPERTSHOFEN
(gbr). Aufgeführt wurde am Sonntag der ländliche Schwank in drei Akten vom „Theaterkarren“ aus Rudersberg-Schlechtbach. Es war bereits das dritte Gastspiel dieses Ensembles in Ruppertshofen, und die Vorstellung war nicht nur ausverkauft, sondern auch im Hinblick auf die gute Unterhaltung des Publikums ein voller Erfolg.
Dass Sein und Schein oft gewaltig auseinander klaffen, ist die Basis vieler Komödien. Auch in diesem Fall entlarvte die Handlung bei allen Charakteren, dass viele Bekundungen reine Lippenbekenntnisse waren. So machten die „drei Weiber“ (Tante Marie sowie ihre Nichten Lena und Laura) zunächst aus ihrer Männerfeindschaft keinen Hehl und untermauerten diese Haltung mit markigen und oft auch recht deftigen Sprüchen (Uns kommet koine Männer ens Haus, es langt, dass mer Ratta em Keller hend!“).
Doch es bedurfte nur des Erscheinens zweier charmanter junger Männer, und schon stellte sich heraus, dass die ledigen jungen Damen nur deshalb so hart mit den Männern ins Gericht gingen, weil sie aus der Not eine Tugend machten. In den Armen der jungen Liebhaber schmolz die harte Schale im Nu. Und wie schon im berühmten Film „Kohlhiesels Töchter“ wurden die beiden ungepflegten hässlichen Entlein („Guter Stallgeruch hält Mücken und Männer fern“) zu attraktiven Schwänen, nachdem die Arbeitskleidung gegen modische Klamotten vertauscht worden worden.
Doch vor dem obligatorischen Happy End mussten natürlich auch in diesem Lustspiel noch allerhand Turbulenzen durchlebt werden. Eine resolute Nachbarin, ein selbstbewusst wirkender Viehhändler sowie ein anscheinend geistig völlig unterbelichteter Knecht und des Viehhändlers Töchterlein – auf den ersten Blick ebenfalls nicht sonderlich reichhaltig mit Geistesgaben gesegnet – agierten mit Hinterlist und Bauernschläue. Und so mancher, der sich am Anfang für besonders souverän hielt, wurde am Ende von den scheinbar Dummen so richtig ausgetrickst. Bemerkenswert an dieser Inszenierung war, dass es im Grunde keine klare Trennung zwischen Haupt– und Nebenrollen gab. Das Stück bot allen Akteuren viele Möglichkeiten, ihr schauspielerisches Talent wirkungsvoll in Szene zu setzen und wurde damit auch dem mit Spielfreude und Überzeugungskraft agierenden „Theaterkarren“-Ensemble voll gerecht. Nicht zuletzt die Auftritte von Männern als Frauen und einer Frau als junger Mann sorgten für Heiterkeit im Publikum. Breite schwäbische Mundart sowie gute Gestik und Mimik sowie witzige Kostüme waren wichtige Faktoren für den Erfolg der Aufführung. Und natürlich immer wieder Sprüche: „Männer und Frauen passen nur an einer Stelle zusam–
men – im Familiengrab“; „Ist Dein Mann schon schlapp und alt, bleibt es leider oft im Bettchen kalt.“
Immer wieder, manchmal im Minutentakt, hielten sich die Veranstaltungsbesucher(innen) die Bäuche vor Lachen. Man muss also kein Prophet sein, um vorher zu sagen, dass es wohl auch im nächsten Jahr einen Auftritt des „Theaterkarrens“ im Kultur– und Sportzentrum Jägerfeld in Ruppertshofen geben wird. Und dann hoffentlich auch wieder mit einem so schmackhaften Bauernvesper – serviert von der Gemeinschaft der Ruppertshofener Vereine. Wie gewohnt dient auch der Erlös vom Sonntag für bürgerschaftliche Zwecke, zum Beispiel der weiteren Ausstattung der Halle.
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