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» Ostalbkreis | Sonntag, 28. Februar 2010

Am Stauferklinikum bereiten sich künftige Mediziner auf ihr zweites Staatsexamen vor

Derzeit absolvieren sieben Medizinstudenten ihr praktisches Jahr am Stauferklinikum. Sie kommen aus Bremen, Karlsruhe, Augsburg oder auch Tübingen. Alle sieben Studenten haben ein gemeinsames Ziel vor Augen: das zweite Staatsexamen abzulegen um als Mediziner praktizieren zu können.

MUTLANGEN (pm). Momentan erhalten sie im Zuge des praktischen Jahres am Stauferklinikum den letzten Schliff zur Ausbildung. Und dort fühlen sie sich sehr willkommen.
Unterschiedliche Stationen durchlaufen die sieben Studenten. Hautnah erleben sie den Alltag eines Mediziners. Sind in den Operationssälen ebenso zu finden wie bei der Visite auf Station. Mal blicken sie dem Chefarzt über die Schulter, mal gehen sie dem Stationsarzt zur Hand. Insgesamt zwölf Monate ist das Stauferklinikum als Lehrkrankenhaus der Universität Ulm ihr „zweites Zuhause“.
Im Gespräch mit dem medizinischen Nachwuchs zeigte sich sehr schnell, dass sie gern in den Gängen des Klinikums unterwegs sind. Und dafür gibt es einen guten Grund: „Wir fühlen uns hier willkommen und werden nicht als Nummer behandelt.“ Eine Aussage, die durch unterschiedliche Beispiele aus dem Klinikalltag unterlegt wird. So stellt etwa eine 27-​jährige Studentin fest: „Hier wird man gleich mit Namen angesprochen. Man kennt sich.“ Ein Studentenkollege bestätigt: „Wir sind hier nicht nur zum Blut abnehmen — wie es viele von uns in vorherigen Praktika erlebt haben. Wir sind wirklich hautnah dabei und keine billige Arbeitskraft.“
Die Studenten, die zwischen 24 und 31 Jahre alt sind, erzählen von „wunderbaren Begegnungen“ auf Station. Etwa in der Kinderklinik, als ein kleiner Bub Angst vor einer Spritze hatte. „Da streckte auf einmal der Klinikclown seinen Kopf durch die Tür. Der kleine Bub hat aufgehört zu weinen, weil er abgelenkt war. Nach der erhaltenen Spritze bekam er vom Clown eine Tapferkeitsmedaille“, schildert der Student aus Bremen. Er kannte bislang keine Klinikclowns.
Ein anderer Kollege erzählt von Patientengesprächen auf der Palliativstation. Von einfühlsamem Personal, das sich auch wirklich Zeit für die todkranken Patienten nahm. „Ein Patient wollte unbedingt noch seinen Sohn in Amerika anrufen. Die Krankenschwester machte das möglich.“Nein, die meisten der Studenten wollten eigentlich nicht ins Stauferklinikum, sondern wurden per Losverfahren zugewiesen fürs praktische Jahr. Aber jetzt sind alle zufrieden. Nicht nur, weil der berufliche Alltag bestens funktioniert. Auch der Bereich nach Feierabend ist in Ordnung. „Ich sorgte dafür, dass alle Studenten im Wohnheim auf dem gleichen Stock wohnen. Außerdem kümmerten wir uns um den Internetzugang“, schildert Chefarzt und Lehrbeauftragter Dr. Jens Martin Mayer. Ziel sei es, dass sich die Studenten nicht nur einen umfassenden Blick über die medizinische Tätigkeit eines Klinikarztes machen können, sondern sich auch allgemein wohl fühlen.“ Diese Aussage des Chefarztes bestätigt, was die Studentin eingangs des Gesprächs feststellte: die Studenten sind im Stauferklinikum in Mutlangen eben „keine Nummern“.
 

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