Rems-Zeitung - Täglich eine gute Zeitung

Anzeige

Lokalnachrichten

» Schwäbisch Gmünd | Sonntag, 28. Februar 2010

Bei insgesamt 34 Wohnungseinbrüchen war wohl eine Bande am Werk: 100 000 Euro Beute, 50 000 Euro Schaden

Der Blick in die Polizeiberichte der vergangenen Wochen zeigt einen außergewöhnlicher Anstieg bei den Einbrüchen in Wohnhäuser. Die Polizei vermutet, dass eine Bande unterwegs ist, die nunmehr eine sechsstellige Summe erbeutet hat.

SCHWÄBISCH GMÜND (rz/​pm). Bei der Auswertung der mit großem Aufwand gesicherten Spuren an den Tatorten ergab sich der Verdacht, dass bei einer großen Zahl dieser Einbrüche dieselbe Tätergruppe hinter den Taten stehen könnte. Inzwischen geht die Polizei davon aus, dass insgesamt 34 Einbrüche, begangen in neun Gemeinden des Ostalbkreises, auf das Konto dieser Gruppierung gehen.
Die Serie begann vermutlich schon im November in Hüttlingen, setzte sich nach weiteren Stationen im Altkreis Aalen im Altkreis Schwäbisch Gmünd fort. Zunächst betroffen waren die Gemeinden Böbingen, Mögglingen und später Bartholomä und Waldstetten. Über das vergangene Wochenende kam es dann zu einer eklatanten Häufung von Einbrüchen in den Gemeinden Waldstetten, Mögglingen, Heuchlingen, Böbingen und Gmünd-​Lindach. Die nüchterne Bilanz der aufaddierten 34 Einbrüche ist in zwei Zahlen schnell wiedergegeben: Die Täter erlangten Diebesgut in Höhe von etwa 100 000 Euro und richteten an den Gebäuden und den Einrichtungen einen Sachschaden in Höhe von etwa 50.000 Euro an. Doch hinter dieser nüchternen Bilanz steckt auch eine emotionale Bilanz, die sich nicht in Zahlen fassen lässt. Die Wohnungseigentümer wurden nicht nur bestohlen, sondern in ihrem ganz sensiblen Sicherheitsbedürfnis beeinträchtigt. Die engste Privatsphäre wurde verletzt, das für das Wohlbefinden nötige Sicherheitsgefühl zerstört. Die Polizei kennt auch diese Seite der Straftaten und hat neben dem Interesse, die Einbruchsserie zu stoppen und die Täter zu ermitteln, auch das Bedürfnis, dem Bürger dieses Sicherheitsgefühl wiederzugeben.
Um zu Erfolgen in diesen Bestrebungen zu kommen, hat die Polizei in einer konzertierten Aktion der derzeit betroffenen Polizeireviere Aalen und Schwäbisch Gmünd personelle Schwerpunkte für die künftige Ermittlungsarbeit beschlossen. Daneben will man aber auch konsequent auf die Bürger zugehen und um Hilfe bitten: Durch „Aufmerksamkeit vervielfältigte Beobachtungen“ seien oft unglaublich wertvoll. Die Polizei bittet die Bevölkerung, folgende Fragen zu beantworten. Haben Sie Personen beobachtet, die fremd sind in Ihrem Wohngebiet? Sind Ihnen fremde Fahrzeuge aufgefallen? Haben Sie Anrufe erhalten, bei denen sich niemand meldete? Wurde an Ihrer Wohnungstür geklingelt, ohne dass Ihnen ein plausibler Grund genannt werden konnte? Wurden Sie von Bettlern oder Hausierern aufgesucht? Wer eine der genannten Fragen mit Ja beantworte, sollte sich umgehend bei der Polizei melden.
Aufgrund der bislang ermittelten Umstände geht die Polizei zwar davon aus, dass es sich bei den Tätern um eine Profigruppierung handelt, dennoch gehen auch diese Täter in der Regel dorthin, wo es wenig oder keine Hindernisse zu überwinden gilt. Deshalb können schon einfache Sicherheitsvorkehrungen helfen, die die RZ noch vorstellen wird.
 

Noch keine Kommentare vorhanden.

Neuen Kommentar hinzufügen