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» Schwäbisch Gmünd | Sonntag, 28. Februar 2010

Bestattungs– und Gedenkfeier von Fehl– und Totgeburten am kommenden Dienstag auf dem Dreifaltigkeitsfriedhof

„Kinder, die wir so gerne am Leben gesehen hätten“ werden einmal im Jahr auf dem Dreifaltigkeitsfriedhof betrauert und beigesetzt. Geistliche, Klinikseelsorger, die Selbsthilfegruppe Regenbogen, Mitarbeiter des Klinikums , vor allem aber Eltern und Verwandte geben ihnen das letzte Geleit.

SCHWÄBISCH GMÜND (rz). Auch wenn sie nie das Licht der Welt erblickt haben, so wurde im vergangenen Jahr deutlich, leben Kinder, Enkel, Brüder und Schwestern, Nichten und Neffen in der Erinnerung fort. Es ist freilich noch gar nicht so lange her, dass Familien nach einer Fehl– oder Totgeburt mit ihrem Verlust völlig allein gelassen waren.
Dass es früher keinen Raum gab für Trauer, heißt nicht, dass diese Kinder nicht schmerzlich vermisst wurden: In der Stauferklinik und im Margaritenhospital bemühten sich Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, betroffenen Eltern beizustehen, stießen aber oftmals an ihre Grenzen. Ebenso wie die Selbsthilfegruppe „Regenbogen“, die mit ihrem Anliegen lange Zeit nicht ernst genommen wurde. Die gesetzliche Regelung — ein totgeborenes Kind bis 500 Gramm braucht nicht bestattet zu werden — ist dabei wenig hilfreich. Allen Beteiligten war irgendwann klar, dass etwas geschehen muss.
„Der würdevolle Umgang mit fehl– und totgeborenen Kindern, aber auch die Begleitung der Eltern, deren Kind bereits einen besonderen Platz im Leben eingenommen hatte, ist dem Team des Stauferklinikums Schwäbisch Gmünd wichtig“, heißt es nun in einer Pressemitteilung zur Gedenkfeier 2010. Eine Arbeitsgruppe von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern verschiedener Bereiche des Stauferklinikums Schwäbisch Gmünd hat nach Wegen gesucht, einen nach außen hin sichtbaren Ort des Gedenkens und der Bestattung zu schaffen. Von der Stadt Schwäbisch Gmünd wurde unbürokratisch eine Beisetzungsmöglichkeit im Gemeinschaftsfeld auf dem Dreifaltigkeitsfriedhof zur Verfügung gestellt.
Durch eine Kirchenglocke der Wallfahrtskirche Hohenrechberg wird dieser Ort kenntlich gemacht. Das Klinikum wird hierbei unterstützt von der Stadt Schwäbisch Gmünd durch die Bereitstellung einer Beisetzungsmöglichkeit im Gemeinschaftsfeld auf dem Dreifaltigkeitsfriedhof, von den katholischen und evangelischen Kirchengemeinden, im Rahmen der Begleitung der Eltern sowie durch die Gestaltung der ökumenischen Bestattungs– und Gedenkfeier. von der Selbsthilfegruppe Regenbogen, bei der Bewältigung des Todes und der Gestaltung der Gedenkfeier, vom Bestattungsinstitut Schmid, das kostenlos Urnen zur Verfügung stellt.

Die ökumenische Bestattungs– und Gedenkfeier für Tot– und Fehlgeburten findet statt am Dienstag, 2. März, um 16 Uhr auf dem Dreifaltigkeitsfriedhof, anonymes Grabfeld. Die Feier wird gestaltet durch Pastoralreferent Peter Paul Pischel, Klinikseelsorger Michael Gseller, die Selbsthilfegruppe Regenbogen, die Flötengruppe Dr. Trum-​Wiedemann, die Organistin Wranik sowie die Mitarbeiter des Stauferklinikums. Zu dieser Gedenkfeier sind alle Bürgerinnen und Bürger eingeladen.
 

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