Mögglinger Finanzentwicklung so ungewiss wie noch nie — Aber erfreulich große Spendensumme
„Wir haben einen Haushalt, der auf sehr tönernen Beinen steht“, mit diesen Worten führte Bürgermeister Schweizer in die Beschlussfassung zum Haushalt 2010 der Gemeinde Mögglingen ein.
MÖGGLINGEN (gvm). Die Finanzentwicklung ist so ungewiss wie noch nie, machte der Schultes dem Gemeinderat gegenüber deutlich. Und deswegen verzichtete Schweizer auf weitere grundsätzliche Ausführungen und verweist auf seine Haushaltsrede vom Dezember. Zusammenfassend stellte er lediglich fest, dass es unglaublich viele Einflüsse aus allen Richtungen gebe, welche auf den kommunalen Haushalt wirken. Diese würden dazu führen, dass die Gemeinde einen nicht ausgeglichenen Haushalt mit einem Defizit von fast einer Million präsentieren müsse.
Kompensieren könnte dies die Gemeinde eigentlich nur über kommunale Steuererhöhungen. Schweizer: „Darauf haben wir aber bewusst verzichtet, weil wir den Bürger nicht noch mehr belasten möchten und die Hoffnung habe, dass sich auf Sicht die Finanzlage wieder deutlich verbessert“.
Wie lange das verabschiedete Zahlenwerk überhaupt Gültigkeit hat, war jedenfalls nicht auszumachen. Deshalb fand auch im Gemeinderat nach der Vorberatung im Dezember keine weitere Diskussion zum Haushaltsplan
2010 statt.
Das Gremium hat die Verwaltung lediglich darum gebeten, den Gemeinderat frühzeitig über wesentliche Veränderungen bei den Planansätzen zu unterrichten. „In jeder zweiten Gemeinderatssitzung werden wir einen aktuellen Bericht zur Finanzlage abgeben“, sagte Bürgermeister Schweizer zu.
Der Mögglinger Etat für
2010 weist im Verwaltungshaushalt ein Volumen von
7,
5 Millionen Euro aus, während es im Vermögenshaushalt — also im Bereich der Investitionen — nur
1,
7 Millionen Euro sind. Das Defizit im Verwaltungshaushalt summiert sich im Jahr
2010 auf
1,
08 Millionen Euro, so dass eine Kreditaufnahme in Höhe von
1,
4 Millionen Euro erforderlich ist. Die Pro-Kopf-Verschuldung verdoppelt sich dadurch ungefähr, nämlich auf
574 Euro (im Jahr
2009 waren es noch
266 Euro).
Bei so vielen eher tristen Zahlen war es für den Gemeinderat in der jüngsten Sitzung ein Trostpflaster, dass wenigstens das Spendenaufkommen eine sehr erfreuliche Dimension angenommen hat. Nach den Vorgaben der Gemeindeordnung muss der Gemeinderat über die Annahme von Spenden, Schenkungen und ähnlichen Zuwendungen an die Gemeinde beschließen — und dies taten die Mitglieder des Gremiums mit Freuden. „Eine stattliche Summe kam im vergangenen Jahr zusammen“, kommentierte Bürgermeister Schweizer den Gesamtbetrag in Höhe von
12 850 Euro. In der Gunst der Einzelspenden lagen vor allem das „Michelehaus“ sowie die Limesschule, die beispielsweise über den Sponsorenlauf für die Bewegungslandschaft im Schulhof manche Spende einsammeln konnte. Erfreut stimmte der Gemeinderat der Annahme der Spenden zu.
Nicht genehmigungspflichtig sind Spenden an die Mögglinger Stiftung. Auch dort gingen im Jahr
2009 rund
10 000 Euro von
43 Einzelspenden ein.
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