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» Schwäbisch Gmünd | Mittwoch, 03. Februar 2010

Waffenamnestie ist am 31. Dezember abgelaufen — Gmünder gaben insgesamt 561 Waffen zurück

Zum 31. Dezember 2009 lief die Waffenamnestie ab, wonach illegal besessene Waffen straffrei bei der Polizei oder den Waffenbehörden abgegeben werden konnten. Sechsundfünfzig Personen haben in Gmünd davon Gebrauch gemacht. Sie gaben 38 illegal besessene Gewehre und 32 illegale Pistolen und Revolver ab.

SCHWÄBISCH GMÜND (pm). Die Waffen ließ das Ordnungsamt anhand des polizeilichen Fahndungsregisters überprüfen, wobei nach keiner dieser abgegebenen Waffen gefahndet wurde.
„Ein erfreuliches und respektables Ergebnis“, so Erster Bürgermeister Dr. Joachim Bläse. „Alle Bürger, die sich auch aufgrund unseres Appells entschlossen haben, freiwillig auch registrierte Waffen abzugeben, verdienen meine Anerkennung.“ Insgesamt wurden von März bis Dezember letzten Jahres im Gmünder Ordnungsamt 561 Waffen und rund 120 kg Munition abgegeben. „Die Zahl der Waffenbesitzer hat sich dabei um 21 Prozent von 1800 auf jetzt rund 1400 Personen reduziert. Davon besitzen 307 Personen als aktive Sportschützen erlaubnispflichtige Schusswaffen,
Kampfmittelbeseitigungsdienst sorgt für die Vernichtung
118 sind Jäger und fünf sind Sammler alter historischer Waffen. „Der größte Teil mit rund 700 Personen sind Waffenbesitzer, denen aufgrund der in den siebziger Jahren ergangenen Amnestie Waffenerlaubnisse erteilt wurden, sowie rund 200 Besitzer von Erbwaffen“, so Rüdiger Maas vom Ordnungsamt. Die erste Vernichtung von 370 abgegebenen Waffen erfolgte bereits Ende August. Die restlichen Waffen werden in den nächsten Wochen dem Kampfmittelbeseitigungsdienst zur Vernichtung übergeben.
Die schlimmen Ereignisse von Erfurt, Winnenden und Eislingen haben die Bürger sehr bewegt. Viele Besitzer von ordnungsgemäß registrierten Waffen haben sich danach entschlossen, sich von ihren Waffen zu trennen. Auch die Mitte 2009 durch den Gesetzgeber erfolgte Verschärfung des Waffenrechts sowie die Waffenamnestie hatten ihre Auswirkungen.
Zum besonnenen und umsichtigen Umgang mit Waffen mahnten in der Vergangenheit auch immer wieder die Sportschützen– und Jagdverbände. Deren Mitglieder sind unmittelbar von der Verschärfung des Waffengesetzes betroffen. Unter anderem durch strenge Aufbewahrungsvorschriften. „Hinsichtlich der für die Aufbewahrung vorgeschriebenen Waffentresore gab es die meisten Anfragen und Rückfragen allerdings von Altwaffen– und Erbwaffenbesitzern; weniger von Sportschützen oder Jägern, die in den allermeisten Fällen bereits vorschriftsmäßige Tresore haben. Wir hatten im Waffenbereich sehr viel zu tun und werden auch dieses Jahr mit den Aufbewahrungskontrollen noch viel zu tun haben“, so Maas. „Für diese Kontrollen werden in Gmünd keine Aushilfskräfte eingestellt, wie dies von anderen Städten bereits in Erwägung gezogen wurde“, betont Bürgermeister Bläse. „Rüdiger Maas wird notwendige Kontrollen zusammen mit unserem kommunalen Ordnungsdienst durchführen“. Erste Stichprobenkontrollen sind bereits erfolgt. Dabei gab es nur geringfügige Beanstandungen und überwiegend Verständnis bei den kontrollierten Waffenbesitzern. Säumige Waffenbesitzer, die die sichere Waffenaufbewahrung bisher dem Amt nicht nachgewiesen haben, erhalten derzeit vom Ordnungsamt eine Mahnung und müssen in nächster Zeit wohl mit amtlichem Hausbesuch rechnen.
Vergleichbar mit Aalen oder Heidenheim gibt es in Gmünd nicht mehr Waffenbesitzer. In Aalen sind es rund 1400, in Heidenheim etwas über 1000. Im Vergleich zu den anderen Städten wurden in Schwäbisch Gmünd allerdings wesentlich mehr Waffen abgegeben.
Wie viele illegale Waffen sich noch im Umlauf befinden, lässt sich wohl schwer abschätzen. Nach dem jetzigen Ablauf der Amnestie ist allerdings sicher, dass illegale Waffenbesitzer mit Strafverfahren und mit Haftstrafen von sechs Monaten bis zu fünf Jahren rechnen müssen, sofern sie denn erwischt werden.
 

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