Ein köstlicher Faschingsnachmittag für Senioren in der Theaterwerkstatt
Am Dienstag fand bereits zum 4. Mal in Folge unter dem Motto „Es darf gelacht werden“ der bunte Faschingsnachmittag in der Theaterwerkstatt des Spitals statt.
SCHWÄBISCH GMÜND
(pm). Zwar war das Wetter alles andere als einladend, aber dennoch war die Theaterwerkstatt bis zum letzten Platz gefüllt. Es hat sich wohl inzwischen bei den Senioren in Gmünd und Umgebung herumgesprochen, dass diese Veranstaltung für sie maßgeschneidert ist. Bei Ihrer Begrüßungsansprache stellte die Leiterin der Spitalmühle, Gertrud Kolbe-Lipp, die Akteure des Nachmittags vor. Es waren lauter liebe „alte“ Bekannte. Diese stellten wieder ein zweistündiges Programm auf die Beine, das voll ins Schwarze traf.
Mit schmissigen Faschingsmelodien eröffnete die Böbinger Rentner-Band wie jedes Jahr das Programm. Der Funke zum Publikum sprang schnell über und einige ganz Mutige schwangen sogar das Tanzbein.
Robert Nachtigall begann seine Moderation ganz weit vorne in der Menschheitsgeschichte, nämlich bei der Erschaffung der Welt — allerdings auf schwäbisch gereimt, wie man es von ihm nicht anders erwartet. Er brachte auch Lokalkolorit in seinen Vortrag. Er behauptet vor der Schöpfung herrschte die „Herlikofer Finsternis“, nämlich „Grabben-Nacht“.
Nach einer kurzen Pause entzückte die Stöpselgarde die Zuschauer. Unter der Leitung von Silvia Breitweg mit ihrem Team boten die Kleinsten der Gmünder Garden einen Tanz, bei dem die kleinen Beinchen nur so wirbelten. Tosender Beifall und ein kleines Geschenk waren der Dank für diese sehenswerte Leistung.
Nach einigen Musikstücken der „BRB“ erzählte Robert Nachtigall einige Anekdoten über Gmünd und Umgebung. Unter anderem auch über das Verhältnis zwischen Gmünd und Aalen. Er erklärte auch warum OB Arnold und BM Bläse bei der Gmünder Feuerwehr waren. Sie mussten wegen der angespannten finanziellen Lage das „Pumpen“ lernen.
Dann verzauberte „Rondini“ das Publikum, das aus dem Staunen nicht herauskam. Was „Rondini“ ohne Frack und Zylinder bot, war einmalig: So ließ er den Ehering einer Dame aus dem Publikum verschwinden. Als sie ihn wieder fand, nachdem sie acht ineinander verschachtelte Kästchen öffnete, die zum Teil sogar noch mit Gummiringen verschlossen waren, kannte der Beifall kaum Grenzen. Verblüffend seine Kartentricks. Seine nicht weniger werdenden Geldscheine hätte jeder der staunenden Zuschauer auch gerne besessen. Wie er einen Rettich mit einer Guillotine spaltete, der unter dem Handgelenk einer mutigen Dame aus dem Publikum hervorragte, ohne die Hand abzuhacken, war wahrhaft zauberhaft. Als er sich zum Schluss seines Programms an Händen und Beinen festbinden ließ und sich in Sekundenschnelle daraus löste, war nicht nur er, sondern auch die begeistert mitgehenden Zuschauer regelrecht entfesselt.
Den Schlusspunkt der Darbietungen setzte Robert Nachtigall mit seinem Vortrag, in dem er sich als Englisch-Lehrer von Günther Oettinger outete. Seine Hin– und Herübersetzungen ins „Denglische“ erzeugten schallendes Gelächter. Er hat sogar, als Übungsmaterial für seinen „Schüler“ das Lied von der „Schwäbischen Eisenbahn“ in Versform ins Englische übersetzt.
Aber auch seine Erklärung der schwäbischen Sprache für deutschsprachige Migranten aus dem angrenzenden Ausland wie Bayern usw. fand beim Publikum anerkennenden Beifall. Die zum Abschluss zeichnerisch dargestellte „kleinste schwäbische Maßeinheit eines „Muggaseggele“ rief unter den Zuschauern wahre Lachsalven hervor.
So bedankte sich Gertrud Kolbe-Lipp zum Schluss bei den Akteuren und wünschte sich für die nächste Saison ein besseres Wetter und wieder so ein tolles Publikum. Mit bekannten Melodien der Rentnerband klang der „bunte Faschingsnachmittag“ aus.
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