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Casting für den neuen Kurzfilm im Rahmen des Kinder-Kino-Festivals
Über 50 Jungs und Mädchen aus der gesamten Region stellten sich am Samstag im Turm-Theater einer zwangsläufig sehr wählerischen Jury, um in einem echten, wenn auch kurzen Kinofilm mitwirken zu können.
SCHWÄBISCH GMÜND (bt). „Was ist wohl besser, die tote Diddel-Maus oder der lebende Walter“, witzelte Ines Erhard am Samstag beim Casting für den nächsten Gmünder KiKiFe-Kurzfilm, als Kinobetreiber Walter Deiniger einer junge Bewerberin mit seiner „Improvisationsaufgabe“ arg viel abverlangte: „Also ich würde die Maus nehmen“. Allein, die junge Dame schlug sich prächtig. Nachdem sie mit ihrer riesigen Plüschmaus in der Rolle des Romeo Juliens Sterbeszene gespielt hatte, bot sie Walter Deiniger in einem sehr schwierigen Dialog Paroli. Mit ein bisschen Glück ist sie dabei, wenn fürs Kinder-Kino-Festival (KiKiFe) ein neuer Kurzfilm gedreht wird.
Die meisten Kinder und Jugendlichen haben schon mal davon geträumt, vor der Kamera zu stehen und Star zu sein. Oder bei der Produktion eines Filmes zu assistieren. Dieser Traum wird während des nächsten Gmünder Kinder-Kino-Festivals wahr: Im Rahmen dieses Festivals wird unter der Regie des in Gmünd geborenen Filmregisseurs und Drehbuchautors Gerhard Weber erneut ein Kurzfilm gedreht. Für den Film benötigt Weber drei Jungs und drei Mädels; nun waren es freilich über 50 Kandidaten, die sich am Samstag mit so vielen Hoffnungen der Jury stellten, die Sketche nachspielten, selbst geschriebene Szenen präsentierten oder auch, wie Karoline, eine Shakespeare-Szene. Gar nicht so leicht, da auszuwählen. Kinobetreiber Walter Deininger, Ralph Häcker vom Kulturbüro, PH-Medienmann Wolfgang Maier und Ines Erhard von den „Musical Kids“ waren wahrlich nicht zu beneiden um diese Aufgabe. So vieles war zu berücksichtigen. Karoline aus Herbrechtingen nutzte als Julia ihre Fechterfahrung, um das Pappschwert gekonnt und gewandt einzusetzen. Anja aus Wasseralfingen, die sich nach ihr präsentierte, inszenierte ein Telefongespräch, in dem ein Mädchen erfährt, dass ihre beste, ihre einzige Freundin wegzieht; auch sie wurde von Walter Deininger in einem improvisierten Streitgespräch auf Herz und Nieren geprüft, und auch sie schlug sich tapfer.
Ralph Häcker zeigte sich angenehm überrascht angesichts all dieser jungen Talente. Nicht nur dass eine Rekordbeteiligung verzeichnet wurde, auch das Einzugsgebiet erstaunte. Die Kandidatinnen und einige wenige Kandidaten kamen aus Crailsheim und Esslingen, aus Hall und Heidenheim. Häcker: „Das Gmünder KiKiFe zieht Kreise“.
In diesem Jahr entsteht bereits der sechste Festival-Kurzfilm. Gerhard Webers Arbeitstitel: „Ein richtiger Mann“. Dieses Mal soll im Gmünder Prediger gedreht werden und etwas ganz anderes entstehen, als die von Außenaufnahmen lebenden „Ausreißerfilme“ über das Mädchen Anke, an denen 2008 und 2009 gearbeitet wurde. Ausgewählt werden etwas jüngere Kandidaten als in den vergangenen Jahren, und die Themen, denen sie sich widmen sollen, sind der erste Kuss ebenso wie Mobbing und „ausgegrenzt sein“. Nach einer Museumsführung, so viel sei verraten, bleiben die sechs Hauptdarsteller zurück und stellen sich ihren Problemen.
Ralph Häcker erklärte angesichts der Kandidatinnen-Schar, es sei schon beeindruckend, „was diese jungen Leute drauf haben“. „Alte Hasen mit ganz viel Bühnenerfahrung“ stellten sich vor, aber auch Neulinge, die „noch nie auf einer Bühne standen“. Ganz bewusst habe man beschlossen, allen Bewerberinnen und Bewerbern eine Chance zu geben. Damit war die Jury dann fast den ganzen Samstag ausgelastet, aber Motivation und Eigeninitiative, so Häcker, müssten belohnt werden. Heute soll die Auswahl bekannt gegeben werden; andere, die nicht Hauptdarsteller sein können, dürfen als Komparsen mitwirken. Gedreht wird in der ersten Märzwoche; Premiere ist bei der Abschlussgala des KiKiFe am 7. März, und am 4. März wird ein Filmseminar angeboten, das zeigt, wie Filme entstehen. All das wird unter anderem ermöglicht durch den Gmünder Günter Moritz von TeamWerk, der seiner alten Heimatstadt etwas Gutes tun will, indem er nicht nur sein Wissen und Können zur Verfügung stellt, sondern auch Licht, Ton und Kamera. Seit er und sein Team im Boot sind, sprechen Kenner des KiKiFe von einem „Qualitätssprung“. Finanziert wird das KiKiFe, dessen Programm noch vorgestellt wird, vor allem von der Landesanstalt für Kommunikation.

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