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Gestern Beginn der Arbeiten für Brückenbau, Gamundia und Gartenschau am Remswehr und am historischen Josefsbach-Zwinger

Eingereicht von Redaktion am 09. Feb 2010 - 08:04 Uhr

Ein gutes Zeichen: Nach vielen trüben Tagen lachte gestern sogar die Sonne auf Gmünd herab, als am Remswehr und am Josefsbach die ersten Arbeiten für die Landesgartenschau starteten.
SCHWÄBISCH GMÜND (hs). Erst vor wenigen Tagen hatte der Gemeinderat endgültig dem Gmünd-gerecht überarbeiteten Gartenschaukonzept und vor allem auch dem Finanzierungs-Gerüst für das Jahrhundertprojekt zugestimmt. Und schon gestern Morgen rückten die ersten Arbeitskolonnen an, um nun unübersehbar den Aufbruch in die Realisierungsphase zu dokumentieren. Fast schon ein historischer Augenblick, wenn man sich vor Augen hält, dass an den Planungen sieben Jahre lang immer wieder korrigiert, gefeilt, ergänzt und doch wieder gestrichen wurde. Das Dröhnen der Kettensägen und der Häcksler vom städtischen Baubetriebsamt bildete gestern bei Tagesanbruch den Startschuss für das ehrgeizige Vorhaben Landesgartenschau/Stadtumbau. Und zwar direkt am Herzstück des zukünftigen Gartenschaugeländes, am Zusammenfluss von Rems und Josefsbach und am historischen Zwinger.
Die vor etwa 20 Jahren zunächst belächelte Vision von kreativen Gmündern wird Wirklichkeit
„Gamundia-Konzept“ lautete vor zehn Jahren das Zauberwort im Gemeinderat. Dieses wiederum basierte auf die ursprüngliche Idee von FH-Studenten, besonders des Gmünder Künstlers und Visionärs Walter Giers und der Fürsprache der Rems-Zeitung (nachzulesen in der zur Jahrtausendwende erschienenen RZ-Zukunftsserie und im Buch „Stadtkultur - Innenstadt-Ideen für Schwäbisch Gmünd“). Der Grundgedanke: Die Flussslandschaft Rems/Josefsbach für Bürger und Besucher der Stadt erlebbar machen. Schließlich soll ja der Namensursprung dieser Stadt auch auf diese Mündungssituation der beiden Flüsse deuten. Die „Gamundia-Idee“ wurde zunächst vielfach belächelt, doch ist sie jetzt Kernstück für die Landesgartenschau 2014 geworden, zumal die Städte und Gemeinden überall im Remstal dabei sind, ihre gemeinsame Lebensader neu zu entdecken und die Ufer als Lebens- und Freizeitraum zu gestalten. Zunächst dürfte der Eingriff in die Uferböschungen den Blick vieler Naturliebhaber sehr schmerzen. Denn besonders auf der Nordseite der Rems müssen etwa 100 Bäume entfernt werden. Der Platz wird einerseits benötigt für die Baustelleneinrichtungen, letztendlich aber für eine grundlegende Renaturierung der Rems. Im Bereich Fehrlesteg wird ab Sommer die neue Remsbrücke in Verlängerung des zukünftigen Bahnhofboulevards gebaut. Dies ist Voraussetzung, dass die Betonwerke der Bahnhofskreuzung aus den 60er- und 70er-Jahren verschwinden können. Wichtiger Schritt auch: Das völlig unnatürliche Remswehr mit seiner mächtigen Betonwalze wird abgebrochen, um naturnahen Flussrampen Platz zu machen. Diese Stufen werden dann eher einem Gebirgsbach gleichen und bilden auch kein Hindernis mehr für die Fische. Rathaus-Pressesprecher Markus Herrmann betont, dass alle nun anstehenden Baumaßnahmen in enger Absprache mit Natur- und Gewässerschutzexperten durchgeführt werden. Auch Fischerei- und Vogelschutzverbände seien eingeschaltet. Durch die renaturierte Ufer- und Flussgestaltung, zu der auch zwei kleine Inseln gehören werden, entstehen nach Überzeugung der Stadtverwaltung völlig neue Wohlfühl- und Lebensräume für Mensch und Tier. Die Großbaustelle ist somit notwendige Zwischenstation auf dem Weg in eine blühende Gmünder Zukunft.
 
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