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» Schwäbisch Gmünd | Montag, 01. März 2010

Literarisch-​musikalische Matinee mit Solwodi im Prediger zu Gunsten von Frauen, die Hilfe brauchen

„Nimm Deinen Mut in beide Hände“ war der Titel einer literarisch-​musikalischen Matinee mit Werken französischer Künstlerinnen des 19. und 20. Jahrhunderts, die die Pianistin und Sprecherin Susanne Geiger aus Herrenberg gestern im Prediger-​Refektorium bot. Von Dietrich Kossien

SCHWÄBISCH GMÜND. Der Erlös der Veranstaltung wird der Organisation Solwodi zufließen, die zusammen mit dem Soroptimist Club, der Gleichstellungs– und Familienbeauftragte des Ostalbkreises, Ingrid Krumm, und der Frauenbeauftragten der Stadt Schwäbisch Gmünd, Elke Heer, eingeladen hatte.
Im Refektorium des Predigers begrüßte die Familien– und Frauenbeauftragte des Ostalbkreises, Ingrid Krumm, die überaus vielen Besucher, die am Morgen zu dieser Matinee gekommen waren. Sie wies auf den Hintergrund dieser Veranstaltung hin. Der sei die Arbeit von Solwodi unter dem Motto Solidarität mit Frauen in Not. Sie erinnerte an die Gründerin, Schwester Lea Ackermann und dass Solwodi in Deutschland, Kenia und nun auch Rumänien Frauen in Not helfen würde. Davon seien viele betroffen, und viele mache das stumm. Doch Gott habe „keine anderen Hände zu helfen, als die unsrigen“. Sie dankte auch der Pianistin, die sich spontan zu dieser Aktion bereit erklärt habe. Sie zitierte aus dem Grußwort von Lea Ackermann, dass die Emanzipation der Frauen immer noch nicht die Wirkung zeige, die sie haben sollte. Es fehle an der Umsetzung. Andererseits fasziniere aber auch der Mut, den Frauen dafür aufbrächten. Ein Grußwort sprach dann auch die Präsidentin des Gmünder Soroptimist Clubs, Elke-​Ulrike Ruhdel, der auch in dem angesprochenen Sinne etwas bewegen würde. Dabei erinnerte sie an Projekte, die unterstützt werden.
Die Pianistin Susanne Geiger übernahm dann die Gestaltung des Programms, das sie ursprünglich mit dem Artemis-​Ensemble zusammen bestreiten wollte, das aber wegen Krankheit passen musste. Aber auch so gestaltete sie eine hervorragende literarisch-​musikalische Matinee mit Texten und Klaviermusik „fantastischer französischer Frauen“ wie der Schriftstellerin aus dem 19. Jahrhundert George Sand (18041876) und Simone de Beauvoir (19081986) und zweier französischer Komponistinnen ebenfalls aus dem 19. Und 20. Jahrhundert. Mit zwei kleinen Stücken hatte sie auch das Programm eröffnet, denen sie noch weitere und zauberhafte musikalische Kleinode folgen ließ, für die sie viel Beifall bekam. In den Textbeiträgen der beiden Schriftstellerinnen vermittelte sie Einblicke in das Leben dieser beiden heute noch bekannten Frauen, die trotz ihrer 100 Jahre Altersunterschied viele Gemeinsamkeiten insbesondere darin hatten, dass sie keine angepassten Frauen waren. Ihnen gelang es, ihre Vorstellungen von einer eigenständigen Gestaltung ihres Lebens zu verwirklichen. Auch wenn sie liiert waren – wie George Sand mit dem Komponisten Frederic Chopin und Simone de Beauvoir mit Jean Paul Sartre –, gelang es ihnen sich unabhängig davon durch ihre schriftstellerischen Ambitionen zu profilieren, durchzusetzen und zu behaupten, womit sie bis heute als Vorbilder auch für die Gleichberechtigung der Frauen gelten. Nach der Matinee gab es noch einen Empfang, bei dem man sich über das Gehörte unterhalten konnte.
 

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