Programm-Einstimmung auf der Münster-Orgelempore zum Kirchenmusikfestival vom 16. Juli bis 8. August in Schwäbisch Gmünd
Ungewöhnlicher Ort für einen besonderen Anlass. Die Verantwortlichen des Festivals Europäische Kirchenmusik hatten gestern zur Programm-Pressekonferenz auf die Orgelempore im Münster eingeladen. Programmdirektor Dr. Ewald Liska stellte musikalische und philosophische Inhalte des sakralen Sommerfestivals vor.
SCHWÄBISCH GMÜND
(hs). Das „Wort“ hatte zunächst die mächtige Orgel: Münsterorganist Stephan Beck stimmte auf die Veranstaltung ein. Und voller Vorfreude auf kommende Kirchenmusikfestival zeigte sich Oberbürgermeister Richard Arnold. Gerade vom Urlaub in Südamerika heimgekehrt, erzählte er, wie ihm mal wieder bewusst geworden sei, wo seine Heimat sei. Und es sei für ihn eine herzliche Verpflichtung, diese Kirchenmusik-Pressekonferenz als einen seiner ersten Termine nach seinem Urlaub wahrnehmen zu dürfen.
Programmchef
Dr. Ewald Liske zeigte sich überzeugt, dass man mit dem selbstauferlegten Profil des Gmünder Festivals genau richtig liege. Die wachsende Resonanz des internationalen Publikums, das hier in Schwäbisch Gmünd immer deutlicher in ein „Wir-Gefühl“ mit der gastgebenden Bürgerschaft münde, bestätige das Erfolgsrezept: Nach allen Richtungen der geistlichen Musik hin offen sein, keinesfalls aber gleich nach jeder modischen Erscheinungen jagen.
„Jung und Alt“ ist das Programm in diesem Jahr thematisch überschrieben. Hierzu wurden gestern in der Auftakt-Pressekonferenz Gedanken als Hintergrund formuliert: Das Wie im Miteinander der Generationen ist eine der zentralen Fragen der Gegenwart und Herausforderung für unsere Gesellschaft. Impulse dazu gibt die Musik, die das Miteinander von Jung und Alt in ganz eigener Weise widerspiegelt — Lehrer-Schüler-Beziehungen oder die Auseinandersetzung der Jüngeren mit der Tradition sind nur einige Aspekte.
Diesen Faden nimmt das Festival Europäische Kirchenmusik Schwäbisch Gmünd
2010 auf und leuchtet das Thema „Jung und Alt“ vom
16. Juli bis
8. August kontrastreich aus. Insgesamt
45 Veranstaltungen, darunter
23 Ensemble-, Chor– und Orgelkonzerte, verbinden das Festivalthema. International renommierte Ensembles und Interpreten zeichnen das Thema „Jung und Alt“ in den verschiedensten Facetten nach. Das Programm geleitet durch
1000 Jahre Kirchenmusik, angefangen von der Gregorianik und mittelalterlichen Mehrstimmigkeit über die Vokalmusik der Renaissance und Romantik bis hin zu aufregenden zeitgenössischen Kompositionen, die speziell auch für das Zusammentreffen von Ausnahme-Ensembles entstanden sind. Und erneut prägen den überwiegend klassischen Teils des Festivalprogramms auch wieder Konzertaufführungen, die neue Wege in der geistlichen Musik beschreiten und sich im musikalischen Grenzbereich zwischen Klassik, Jazz und Weltmusik bewegen. Seit Anbeginn gehört es zu den erklärten Zielen des Festivals, den Nachwuchs und junge Talente vielfältig zu fördern; dazu gehören im Wesentlichen Konzerte, Meisterkurse und Wettbewerbe.
Für Kinder ab sechs Jahren bringen, geleitet von Sonntraud Engels-Benz, der Cappella-Kinderchor der Augustinuskirche, der Unterstufenchor des Rosenstein-Gymnasiums Heubach sowie Instrumentalisten das Kinder-Musical „Ich will das Morgenrot wecken — David wird König“ auf die Bühne.
Pastorin Margot Käßmann hat den Gmünder Termin abgesagt
Um das außerordentlich große Potenzial der regionalen Musikkultur hörbar zu machen, bindet das Festival kontinuierlich die erfolgreiche Arbeit lokaler und regionaler Klangkörper in das Programm ein. Gmünder Künstler und Ensembles sind stets fester Bestandteil bei den Aufführungen. Auch Theaterkunst
Aber auch ein klein wenig Enttäuschung war bei der gestrigen Pressekonferenz zur Erfolgsgeschichte Gmünder Kirchenmusikfestival spürbar, weil die wegen ihrer Alkoholfahrt-Affäre zurückgetretene Bischöfin Margot Käßmann jetzt auch den Auftaktgottesdienst zum Gmünder Kirchenmusikfestival abgesagt hat. An ihrer Stelle wird nun die Ulmer Prälatin Gabriele Wulz die Kirchenmusikreihe eröffnen. Gerne hätten die Macher des Festivals Margot Käßmann auch als schlichte Pastorin bei den Gmünder Kirchenkonzerten willkommen geheißen.
Der Vorverkauf beginnt am Freitag,
26. März, beim i-Punkt, Marktplatz
37/
1,
73525 Schwäbisch Gmünd, Telefon (
07171)
603‑
4250. Die kostenlose und über
70 Seiten starke Festivalbroschüre mit allen Terminen und Ensembles ist bereits erhältlich beim i-Punkt, per E-Mail unter kulturbuero@schwaebisch-gmuend.de und in den Gmünder Kirchen. Weitere Informationen und Karten unter www.kirchenmusik-festival.de.
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