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» Schwäbisch Gmünd | Freitag, 12. März 2010

„Rauschtrinken im Jugendalte““ Thema an der Friedensschule

19 Mädchen und 21 Jungen im Alter zwischen zwölf und 17 Jahren wurden im Jahr 2008 wegen einer Alkoholvergiftung im Stauferklinikum stationär behandelt. Dr. Jochen Riedel, Chefarzt am Stauferklinikum für Kinder– und Jugendmedizin, spricht von einer steigenden Tendenz. Von Nicole Beuther

SCHWÄBISCH GMÜND. Zusammen mit Jürgen Werner (Mobile Jugendarbeit Schwäbisch Gmünd), Berthold Weiß (Suchtbeauftragter Ostalbkreis) und Roman Heisig (Arbeitskreis Sichere Stadt /​Drogen und Alkohol) war er gestern Abend auf Einladung von Rektorin Daniela Maschka-​Dengler an die Friedensschule Rehnenhof gekommen, um dort mit Jugendlichen und Eltern über die Gefahren übermäßigen Alkoholkonsums zu sprechen. „Gut, dass wir in der Schule darüber reden“, lobte Dr. Riedel das Engagement der Schulleitung. Denn gerade in den unteren Altersgruppen sei eine Zunahme derer, die übermäßig Alkohol trinken, zu verzeichnen. Vor allem die Industrie wurde gestern für diesen Negativtrend verantwortlich gemacht. Diese hatten 2001 die Alcopops auf den Markt gebracht, seitdem, so die einhellige Meinung in der Runde, sei der Alkoholkonsum bei Jugendlichen gestiegen. Bei der Frage an die Jugendlichen unter den Gästen, ob diese lieber Wein, Bier oder Alcopops trinken, war die Antwort eindeutig: „Alcopops schmecken am besten.“
Jürgen Werner berichtete von der Problematik in Schwäbisch Gmünd: „Vor allem, wenn es warm ist, wird auf öffentlichen Plätzen Alkohol konsumiert. Nicht nur, aber auch von Jugendlichen.“ Sorgen mache er sich, „wenn junge Leute ihre Grenzen testen“. Grenzen, das machte Dr. Riedel deutlich, die mitunter zum Tod führen können. So bestehe bei einer Promillezahl ab 2,5 Lebensgefahr.
„Wir betrachten das mit Sorge“, so Berthold Weiß. Gerade durch die Alcopops sei die Anzahl der Mädchen, die Alkohol trinken, gestiegen. Weiß betonte aber auch: „50 Prozent aller Jugendlichen trinken so gut wie nie Alkohol.“ Aufgabe der Suchtberatung sei es, nicht zu warten, bis der Betroffene suchtkrank ist, sondern in Kooperation mit dem Stauferklinikum und der Mobilen Jugendarbeit spezielle Angebote zu entwickeln.
Roman Heisig berichtete von dem Projekt Peer, das es auch in Gmünd gibt. Hier gehen Gleichaltrige in Fahrschulen und informieren die Fahrschüler über die Gefahren von Alkohol und Drogen im Straßenverkehr. Unter anderem würden auch Möglichkeiten aufgezeigt, „wie man immer sicher nach Hause kommt“. Ein wichtiges Projekt, schließlich, so Heisig, sei Alkohol eine der Hauptursachen für Autounfälle.
„Ab wann wird es für Euch gefährlich?“, wollte Maschka-​Dengler von den Schülern wissen. „Spätestens, wenn man sich übergeben muss“, so die Antwort eines Mädchens. Dr. Riedel versuchte den Jugendlichen klarzumachen, dass sie keine Konsequenzen zu befürchten hätten, wenn sie den Notarzt rufen: „Es kostet nichts, es schimpft keiner.“
 

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