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» Schwäbisch Gmünd | Montag, 15. März 2010

Die alte Faszination der Magie in immer wechselnder Verpackung

Manche Besucher, so hatte man den Eindruck, schüttelten insgeheim noch auf dem Weg zur Tiefgarage mit dem Kopf. Wie war das alles möglich? Faszinierende Illusionen hatten das Publikum am Samstagabend im Congress-​Centrum Stadtgarten fast drei Stunden lang bestens unterhalten. Von Manfred Laduch.

SCHWÄBISCH GMÜND. Doch wie genau man auch hinsah: Man kam nicht hinter die Tricks der Künstler, die zur großen Zaubergala angetreten waren – präsentiert von der Rems-​Zeitung und dem CCS Dabei hatten die Zeichen zuvor gar nicht gut gestanden. Karel Bush, der eigentlich den kompletten zweiten Teil der Show bestreiten sollte, war zwei Tage zuvor ins Krankenhaus eingeliefert worden. Doch die Szene ist untereinander gut vernetzt. Mit dem sympathischen Stephan von Köller wurde die Künstlerriege mehr als vollwertig aufgefüllt. Dass es zwischen den einzelnen Beiträgen nicht langweilig werden würde, war schnell deutlich: Thomas Vité führte sehr kurzweilig durch das Programm. Dabei zeigte er nicht nur sein kabarettistisches Talent, sondern hatte selbst einige Zauber-​Kunststückchen parat. Und er gab sich als Nachwuchs-​Förderer, ließ sich vom jungen Zuschauer Anton assistieren, dessen von Unbefangenheit begleitete „Professionalität“ auf der Bühne manchen staunen ließ.
Mit sei – ner fan – tas – ti – schen Büh – nen – show ließ „Ma – gic Alex“ sein Pu – bli – kum in die Welt der Manipulation ein – tau – chen. Da schrumpften riesengroße Spielkarten nach und nach auf Briefmarkengröße, verbanden sich drei verschiedenfarbige Seile plötzlich zu einem und vervielfältigten sich kleine Kristallkugeln magisch in seinen Händen. Ein schönes Stück Varieté bot anschließend Gerd Voigt. Kleine, mittlere und große Kerzenleuchter balancierte er auf dem Rücken eine zwischen die Zähne geklemmten Messers – teils gar unter „Zwischenschaltung“ eines Degens. Dass er ein sehr breites Repertoire der Zauberkunst beherrscht, zeigte Stephan von Köller an diesem Abend. In seinem ersten Beitrag präsentierte er traditionelle Requisiten wie z.B. Seile, Ringe, Tücher – oder auch Orangensaftgläser – in einer verblüffenden Show. Doppelter Nutzen fürs Publikum: Von Köller moderiert sich auf sehr witzige Art selbst. Und dass er hervorragend mit Kindern umgehen kann, zeigte er mit den aus dem Publikum geholten Geschwistern Lisa und Lukas – denen im Nu die Sympathie aller galt.
Doch Von Köller beherrscht nicht nur die Kleinkunst, sondern auch das große magische Varieté, was er nach der Pause bewies. Es bleibt schlicht ein Rätsel, wie seine Assistentin scheinbar in eine schuhkartongroße Kiste passt, die dann noch mit scharfen Klingen durchstochen wird. Dass die Dame sich vor dem Auftauchen aus dem – dann wieder vergrößerten – Karton auch noch umgezogen hat, bleibt genau so unerklärlich. Sein mehrfach preisgekrönte – unter anderem ein dritter Platz bei den Deutschen Meisterschaften 2008 – Show „Cocktail Company“ zeigte Andreas Axmann. Das Publikum bewunderte, auf welch ungewöhnliche und fantasievolle Art und Weise in einem geheimnisvollen Mix aus raffinierter Fingerfertigkeit und verblüffenden Spezialeffekten ein Cocktail entstehen kann. Oder wie aus einer Krawatte in Sekundenbruchteilen eine Fliege wird – und umgekehrt.
Nur etwas für ganz schnelle Augen war auch die Show von Axel S., dessen Diabolos in den verblüffendsten Kombinationen bis zur Hallendecke flogen. Besonders faszinierend der Tanz der rot leuchtenden Diabolos auf der in blaues Licht getauchten Bühne.
Und dann das furiose Finale: Wenn bei anderen Paaren beim Satz „Ich muss mich schnell noch umziehen“ Panik ausbricht, so nicht bei Lex & Alina. Wie die beiden innerhalb von Sekunden ihre Kostüme wechseln, sieht aus wie Filmschnitt und grenzt an ein Wunder.
Kein Wunder war es dagegen, dass die Künstler des Abends am Ende des über zweistündigen Programms von den Besuchern langen und dankbaren Beifall erhielten.
 

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