Am Sonntag wurden im Dekanat Ostalb 974 Kirchengemeinderäte und 40 Pastoralräte gewählt
„Sehr zufrieden“, ja „hocherfreut“ zeigte sich gestern Ostalbdekan Dr. Pius Angstenberger über die jüngste Wahl: Die Wahlbeteiligung selbst sah er positiv, aber auch den Anteil der Frauen und der jungen Leute, die die Gemeinden in die Zukunft führen.
OSTALBKREIS
(bt). Durchaus nicht selbstverständlich ist es heute für eine Kirchengemeinde, Kandidatinnen und Kandidaten zu finden, die sich bereiterklären, mitzuarbeiten und Verantwortung zu übernehmen. Dekan Angstenberger zeigte sich gestern hocherfreut, dass alle
105 Kirchengemeinden im Dekanat Ostalb wählen konnten: „Die Zahlen sagen ganz klar, dass es in den Gemeinden gesunde Strukturen gibt.“
Warum die Ostalb
so weit vorne liegt
Die Wahlbeteiligung lag bei
31,
48 Prozent. Vor fünf Jahren, als es im Landkreis noch vier Dekanate gab, hatte man
32,
1 Prozent erreicht. Das ist mehr, als bei so mancher Bürgermeisterwahl erreicht wird, vor allem lag dieser Wert um einiges höher als die durchschnittliche Wahlbeteiligung in der Diözese Rottenburg-Stuttgart, die
2005 bei knapp
25 Prozent lag – wohlgemerkt noch mit diesem Wert war Rottenburg-Stuttgart mit Abstand Spitzenreiter der deutschen Diözesen. Angstenberger: „Unser Wert spricht deutlich für die Ostalb“. Gerade in den kleineren Gemeinden gebe es eine starke, gewachsene Bindung zur Kirchengemeinde. Auch fürs hier gewählte Verfahren spreche einiges; so habe sich immerhin ein Drittel der Wähler für die Briefwahl entschieden; ganz bewusst sei dieses Instrument auch gefördert worden: „Das trägt sicherlich zur hohen Wahlbeteiligung bei“.
Gute Strukturen ermöglichen „Kontinuität und Innovation“
Besonders freute sich der Dekan über die gewählten „jungen Erwachsenen“ im Alter zwischen
18 und
26 Jahren. Immerhin
4,
5 Prozent mache ihr Anteil aus – vor fünf Jahren waren es
5,
5 Prozent; es sei sei schön, dass sich die jungen Leute einbinden ließen in die Gremien ihrer Gemeinden. Der Frauenanteil lag bislang bei
44 Prozent, jetzt sind es
47 Prozent.
2005 waren
56 Prozent der Kirchengemeinderäte wiedergewählt, am Sonntag hatten sich gar
58 Prozent der Gewählten mindestens einmal in der Vergangenheit das Vertrauen der Gemeindemitglieder verdient. Dieser hohe Anteil der Wiedergewählten gewährleiste Kontinuität in vielen Gemeinden und ermögliche es, gute Arbeit fortzuführen. Auf der anderen Seite werde ein „guter Wert zwischen Kontinuität und Innovation“ erreicht.
Nach seinen Wünschen an und für die neu gewählten Gremien gefragt, hatte Pius Angstenberger einiges zu sagen – hat er doch keinen Zweifel daran, dass große Herausforderungen gemeistert werden müssen. In demographischer, finanzieller und organisatorischer Hinsicht werde so manche Veränderung auf die Kirchengemeinderäte zukommen. Die Gelder etwa könnten knapper werden, und als Reaktion darauf stünden dann entsprechende Entscheidungen an.
Angstenberger erklärte, er hoffe, dass diese Gremien die Zukunft mutig in den Blick nehmen, dass sie Seelsorge mitgestalten, die Katechese und die Bildungsangebote ihrer Gemeinden, dass sie auf der anderen Seite aber auch unter schwierigen Bedingungen die Verwaltungsaufgaben mutig anpacken, etwa die Finanzhoheit, die ja ebenfalls beim Kirchengemeinderat liegt. Er sei der Überzeugung, so der Dekan, dass die neu gewählten Gremien unter dem Motto der Wahl, „Dabei sein“, ganz nah an den Menschen sein sollten: „Es gibt Suchende, Menschen, die in der Kirche Sinn, Gemeinschaft, Stille suchen“; auch gelte es, wichtige Impulse nach außen zu setzen, „in Richtung Ökumene“ etwa, oder wenn es um soziale Hilfen gehe. Er hoffe und wünsche zuversichtlich, dass die Gremien damit einen wichtigen Baustein leisten, „dass Kirche jung bleibt, dass Kirche nach vorne geht und das Kirche das lebendige Gesicht vieler Menschen hat, die sich mit ihrem Reichtum einbringen“.
Es gibt nun
974 Gewählte in den Kirchengemeinderäten, denen die Leitung ihrer Gemeinden anvertraut wird, außerdem
40 Vertreterinnen und Vertreter in den so genannten Pastoralräten der fünf muttersprachlichen Gemeinden – alleine in Gmünd gibt’s eine italienische, eine kroatische und eine polnische Gemeinde. Dekan Angstenberger betonte gestern, wie sehr er es schätze, dass mit dem Zweiten Vatikanischen Konzil die Hochschätzung der Laien angestoßen wurde, was jetzt in dieser Rätestruktur greife und große Kompetenz vieler Menschen aus verschiedensten Berufsschichten in die Kirche einbringe. Diese Kompetenz tue nicht nur in Zeiten des Priestermangels gut: „Das ist grundlegender, großer Reichtum, den die Kirche nötig hat“.
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