Der QLTourRaum Übelmesser in Heubach ist flügge geworden — Vor 30 Jahren ist das, damals reine, Jugendzentrum umgezogen
30 Jahre ist es nun her, dass der QLTourRaum Übelmesser aus dem „Jugendzentrum-Keller“ in den jetzigen Bereich des Gebäudes in der Adlerstraße 7/2 gezogen ist. Der Verein selber hat schon vier Jahre mehr auf dem Buckel. Von Nicole Beuther
HEUBACH.
1975 wurde das Jugendzentrum Übelmesser gegründet. Walter Laible hatte die Initiative in die Wege geleitet. Ein Jahr später stieß Thomas Ziegler hinzu. Auch heute noch ist er regelmäßig im Übelmesser anzutreffen (benannt nach der gleichnamigen Teppichfabrik, die sich einst in dem Gebäude befand).
16 Jahre alt war Ziegler, als er erstmals den Jugendraum betrat. Schon damals fing er an, sich ehrenamtlich dort zu engagieren, so übernahm er den Thekendienst. Seit sechs Jahren ist er unter anderem für die Pressearbeit zuständig. Wie die anderen Ehrenamtlichen auch geht er einer Vollzeitbeschäftigung nach. Zeit für das Übelmesser nimmt er sich dennoch. Phasen, in denen er darüber nachgedacht hat, alles hinzuschmeißen, hat es, wenn auch selten, gegeben. „Aber irgendwo hänge ich an dem Laden“, erzählt er im Gespräch mit der Rems-Zeitung. Die Art, wie er über den Verein spricht, lässt keinen Zweifel daran aufkommen. Gerne erinnert er sich an die politischen Diskussionen, die stundenlang geführt wurden, an die Zeit, in der viel über Frieden und Pershings debattiert wurde. Auch der erste Auftritt der Kleinen Tierschau
1983 ist ihm bestens in Erinnerung geblieben.
Damals, so Ziegler, sei ein kleines Kino im Jugendhaus integriert gewesen. „Es war einfach nur eine geile Zeit“, sagt Ziegler mit einem Quäntchen Wehmut in der Stimme.
20 bis
30 Gäste seien damals täglich gekommen.
Heute hat das Übelmesser nur an zwei Tagen in der Woche geöffnet — donnerstags und samstags. Dabei schwankt die Zahl der Besucher donnerstags von zwei bis
25 Gästen. Samstags sind es zehn bis
20, die den Weg in die Einrichtung finden. Finden Veranstaltungen statt, dann kommen teilweise bis zu
100 Besucher, die im Durchschnitt
16 bis
60 Jahre alt sind. Insgesamt ist der Altersdurchschnitt gestiegen, denn war das Übelmesser früher ein reines Jugendzentrum, wurde
2003 der Verein QLTourRaum Übelmesser (steht für Kulturjugendraum) daraus, der Jugendtreff Übelmesser befindet sich nun in der Nachbarschaft. Vorbei ist die Zeit, in der das Griebenschmalzbrot an der Theke für zehn Pfennig zu erwerben war, vorbei auch die Zeiten, in denen das Jugendzentrum aufgrund von „Problem-Jugendlichen“ für längere Zeit schließen musste (
1992) — der QLTourRaum ist flügge geworden, mit ihm die Heubacher, die sich regelmäßig dort treffen. Doch auch wenn die alten Hasen den Altersdurchschnitt etwas anheben — altbacken sind sie deshalb noch längst nicht, was auch ein paar Jüngere festgestellt haben, die immer wieder mal vorbeischauen und beim Organisieren von Events, die in der Anzahl deutlich weniger geworden sind, mitanpacken. Und so ist es der Vorstandsriege um Steffen Stütz, Rainer Stegmeier und Daniel Gerner, dem Schriftführer Bernhard Backes sowie Thomas Ziegler um den Nachwuchs nicht allzu bange. Finanziert wird der QLTourRaum Übelmesser von der Stadt Heubach, die die Räumlichkeiten sowie Wasser und Strom zur Verfügung stellt. Auch gibt es einen kleinen Zuschuss. Im ehemaligen Jugendhaus, das im Erdgeschoss beherbergt war, befinden sich nun Proberäume für zehn Bands, die dafür sorgen, dass die „Gruft“ (so wurden die Räume einst bezeichnet) nicht im Niemandsland verschwindet.
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