Alberto Fortes eröffnet am 1. Mai Restaurant in Gmünd
Berufung ist etwas Faszinierendes. Manche ereilt sie schon als Kind; andere werden erst spät von ihr „überwältigt“. Alberto Fortes war 40 Jahre lang Restaurator und Kunstexperte, der gern kochte. Dann krempelte er sein Leben um und wurde Spitzenkoch. Demnächst eröffnet er in der Rinderbachergasse das Restaurant „Bolero“.
SCHWÄBISCH GMÜND
(ml). Seit drei Jahren lebt der Spanier – der Liebe wegen – in Schwäbisch Gmünd. Aufgewachsen ist Alberto Fortes (
52) auf Teneriffa. Er lernte den Beruf des Restaurators, sammelte darin ebenso Erfolge, wie als Galerist. Kochen faszinierte ihn; seine ersten Schritte in der Küche brachte er sich autodidaktisch bei.
1998 der große Umbruch: Die Leidenschaft sollte zur Hauptbeschäftigung werden. Aber richtig, beschloss Alberto Fortes, und ließ sein gastronomisches Können auf Fachschulen und bei namhaften Chefs der gehobenen spanischen Küche auf professionellen Stand bringen.
Zwei weitere Jahre lang erweiterte er sein Wissen, indem er Restaurants und Lebensmittelfirmen betreute. Auch sein erstes Buch erschien: „Die Weihnachtsküche“. Er verfasste regelmäßig Artikel für die Presse, wirkte in Radio– und Fernsehsendungen mit.
2002 eröffnete er sein eigenes Restaurant „La Folia“ im Zentrum von Madrid. Etliche Kritiker bezeichneten es als eines der besten im Land; zu seinen Gästen gehörten Mitglieder der spanischen Königsfamilie, Politiker, Künstler, Schauspieler. Es gab Auszeichnungen und Lob in wichtigen Restaurantführern.
Zwei Jahre später das harte Ende: „La Folia“ befand sich in einem Palast aus dem
15. Jahrhundert. Von einem Tag auf den nächsten erklärten die Behörden einen Teil des Gebäudes als baufällig und schlossen das Haus.
Fortes ließ sich nicht unterkriegen, nahm seine Beratertätigkeit wieder auf, hielt Vorlesungen und Seminare in Restaurants und Hotels, leitete ein Hotel in Salamanca. Dann der nächste große Einschnitt, diesmal ein positiver: Alberto Fortes lernte Anke Härtel kennen – und lieben. Vor drei Jahren folgte er der Gmünderin in deren Heimat.
In Deutschland machte sich der leidenschaftliche Koch daran, zwei weitere Bücher zu schreiben. In dem einen geht es um das Thema Olivenöl, das andere handelt von der mediterranen Küche.
„Er bringt sein Temperament und sein künstlerisches Wissen voll ein“, lacht Hausbesitzer Jürgen Schmid, der die Räume derzeit gemeinsam mit Fortes neu gestaltet. Vorgesehen ist neben dem Hauptrestaurant ein abgetrennter Teil namens „Club Gourmet“ sowie ein kleines Zimmer für Eltern mit Kindern.
Im Club Gourmet soll es Kurse, Wein-, Bier– oder Olivenöl-Verkostungen geben. Fortes will auch andere Köche einladen, sich einzubringen. Außerdem liegt ihm an der Unterstützung junger Künstler. „Auf keinen Fall will ich ein rein spanisches Restaurant betreiben, auch wenn es Tapas geben wird“, betont Fortes. Ihm gehe es darum, neue Dinge zu gestalten, Regionales frisch zu kombinieren. Die Karte des Restaurants soll klein sein und sich je nach den Produkten der Saison und des aktuellen Marktes richten.
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