Amphibien queren Straßen — Landratsamt bittet die Verkehrsteilnehmer um Rücksichtnahme
Die Spatzen pfeifen es von den Dächern, die Meteorologen bestätigen: endlich zieht der Frühling ein. Länger werdende Tage und ansteigende Temperaturen lassen nicht nur bei den Menschen Frühlingsgefühle erwachen. Auch Kröten, Frösche und Molche werden aktiv.
SCHWÄBISCH GMÜND /OSTALBKREIS
(pm). Bei Nachttemperaturen über fünf bis sechs Grad verlassen sie ihre Winterquartiere und wandern zu Hunderten und Tausenden meist nachts zu ihren angestammten Teichen, Tümpeln, Weihern und Seen um sich dort fortzupflanzen. Das Landratsamt Ostalbkreis bittet deshalb in einer Mitteilung die Verkehrsteilnehmer in den kommenden Wochen um besondere Aufmerksamkeit.
Auf ihrem Weg zu den Laichgewässern müssen die Amphibien häufig vielbefahrene Straßen überqueren. Hierfür können beispielsweise Erdkröten bis zu einer halben Stunde benötigen. Ihre Chancen, lebend die andere Straßenseite zu erreichen, sinken dabei in jeder Minute der Überquerungsdauer. Glücklicherweise gibt es ehrenamtliche Helfer, Tier– und Naturfreunde, die mit gezielten Aktionen Kröten, Frösche und Molche vor den Gefahren des Straßenverkehrs schützen. So werden beispielsweise Schutzzäune an gefährdeten Straßenabschnitten aufgebaut, an denen die Amphibien eingesammelt und sicher über die Straße getragen werden. Die Untere Naturschutz– und die Straßenverkehrsbehörde des Landratsamts Ostalbkreis treffen zusammen mit den Verbänden und den Tier– und Naturfreunden auf folgenden Streckenabschnitten im Gmünder Raum Schutzmaßnahmen:
K
3281 zwischen Heubach und Lautern, auf Höhe der Baumschule Koch
Gemeindeverbindungsstraße beim Reichenbachstausee, Gemeinde Spraitbach
L
1158 zwischen Schechingen und Obergröningen beim Weiher
L
1221 zwischen Bartholomä und Böhmenkirch, Höhe Rötenbach
Gemeindeverbindungsstraße Gschwend-Mühläckerle beim Badesee
B
298 zwischen Wildgarten und Waldhaus
K
3283 zwischen Lautern und Essingen, bei Hohenroden
Daneben weisen die Stadtverwaltungen der Großen Kreisstädte Aalen, Ellwangen und Schwäbisch Gmünd auf erwartete Krötenwanderungen auf folgenden Abschnitten hin:
Richard-Bullinger Straße in Schwäbisch Gmünd, am Schießtalsee
In den genannten Streckenabschnitten sollten Verkehrsteilnehmer besonders vorsichtig fahren. Damit wird einer Gefährdung der vielen Helferinnen und Helfer vorgebeugt und der vorbildliche private Naturschutz wirkungsvoll unterstützt. Mit zunehmender Fahrgeschwindigkeit steigen vor einem Fahrzeug die Druckverhältnisse auf der Straße stark an, was zu einem Unterdruck unter dem Fahrzeug führt. Wird nun die Amphibie vom Fahrzeuglenker „zwischen die Räder genommen“, führt die stoßartige Belastung durch den Unterdruck bei hohen Fahrtgeschwindigkeiten zum Tod der Tiere. Es ist also ein Trugschluss, dass die Tiere überleben, wenn das Fahrzeug „über sie hinwegfährt“. Diese Chance besteht nur bei reduzierter Geschwindigkeit. Je langsamer gefahren wird, desto höher ist die Überlebenswahrscheinlichkeit der Amphibien. Langsames Fahren schützt daher die Helfer, den Autofahrer und die Amphibien gleichermaßen.
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