Kampfmittelbeseitigungsdienst aus Stuttgart tippt auf ein amerikanisches Produkt aus der Nachkriegszeit
Der Schreck, den die Arbeiter gestern bekamen, die den aus dem Remswehr gebaggerten Schlamm weiterverarbeiten, war ordentlich. Tauchte aus der zähflüssigen Masse doch plötzlich etwas auf, das ganz klar nach einem Geschoss aussah. Von Manfred Laduch
SCHWÄBISCH GMÜND. Beim Ausbaggern des Remswehrs war das heikle Stück gar nicht aufgefallen. Es war einfach mit der vollen Schaufel auf dem Lkw gelandet, der dann Richtung Lorch fuhr. Zwischen der alten B
29 und der Bahnlinie wird das nasse Erdreich zur Neumodellierung des Geländes eingesetzt.
Dabei stießen die Arbeiter auf das, was sie gleich als Munition einstuften – und sofort die Polizei riefen. Die Beamten vom Gmünder Revier haben für solche Fälle Handbücher mit Abbildungen. In denen fand sich allerdings nur Ähnliches, nichts genau Entsprechendes.
Doch den Polizisten war eh schon klar, dass dies hier ein Fall für den Kampfmittelbeseitigungsdienst sein würde. Die aus Stuttgart alarmierte Truppe war keine halbe Stunde später vor Ort – und konnte das Gefundene zunächst ebenfalls nicht exakt einordnen. Von der Richtung her sei es wohl eine Fliegergranate oder ein Stück Panzerfaust-Munition.
„Wir nehmens mit, machens sauber und melden uns wieder“, bekamen die Polizisten zur Auskunft. Für solche Fälle verfügt der Kampfmittelbeseitigungsdienst über Spezialbehälter, die einen sicheren Transport gewährleisten. Für die Arbeiter und Polizeibeamten war dies ohnehin die beste Lösung. Die einen konnten weiterarbeiten, die anderen bei allen ebenfalls vorsorglich alarmierten Ämtern und der Bahn AG Entwarnung geben.
Bereits am Nachmittag bekam die Polizeidirektion dann Bescheid über die abschließende Begutachtung aus Stuttgart: Es handle sich um eine Dreieinhalb-Inch-Panzerfaustgranate US-amerikanischer Herkunft. Dem Aussehen nach stamme das Teil vermutlich nicht aus dem Zweiten Weltkrieg, sondern eher aus der Zeit danach. Eventuell habe es etwas mit der jahrzehntelangen Stationierung von amerikanischen Truppenteilen in Schwäbisch Gmünd zu tun.
Aufgrund des Alters sei man nicht mehr in der Lage festzustellen, ob es sich um Übungsmunition oder eine scharfe Granate handle. Man werde sie jedenfalls ordnungsgemäß entsorgen.
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