Herz der Gmünder Zukunft
Das mit großer Spannung erwartete „Plangutachten Einhornbau“ für die Gestaltung des zukünftigen funktionellen und optischen Herzstücks im großen Rahmen Landesgartenschau/Stadtumbau ist entschieden. Erster Preisträger ist Architekt Peter W. Schmidt aus Pforzheim, dessen Entwurf sehr deutlichen Zuspruch der 17 Bewerter fand.
Das mit großer Spannung erwartete „Plangutachten Einhornbau“ für die Gestaltung des zukünftigen funktionellen und optischen Herzstücks im großen Rahmen Landesgartenschau/Stadtumbau ist entschieden. Erster Preisträger ist Architekt Peter W. Schmidt aus Pforzheim, dessen Entwurf sehr deutlichen Zuspruch der
17 Bewerter fand.
SCHWÄBISCH GMÜND
(hs). Sechs Architekturbüros waren zu diesem Plangutachten eingeladen worden. Beim so genannten Plangutachten handelt es sich — einfach ausgedrückt — um eine abgespeckte Version eines Architektenwettbewerbs. Oberbürgermeister Richard Arnold und Bürgermeister Julius Mihm hatten diesen Weg gewählt, um die Landesgartenschau-/Stadtumbau-Planungen endlich zügig vorwärts zu bringen. Beide beschrieben gestern die Ergebnisse aus dem Plangutachten als „Stimulation“ für das Gesamtprojekt, dies ganz besonders im Hinblick auf den noch bis zum Sommer laufenden Investorenwettbewerb, der ja das Gesamtpaket Hotel/Einhornbau/Einkaufszentrum umfasst. Dies bedeute, dass die gestern vorgestellten Entwürfe zwar optische und nutzungsorientierte Grundlagen bilden, aber diese nicht unbedingt
1:
1 umgesetzt werden müssen. Zunächst werden sie am kommenden Mittwoch allesamt ausführlich auch noch dem Gemeinderat vorgestellt. Und am nächsten Samstag ab
11 Uhr folgt im Rathaus eine umfassende Ausstellung und Bürgerinformation, bei der auch die Architekten Gelegenheit haben werden, die allesamt bemerkenswert ideenreiche Entwürfe vorzustellen.
Obwohl der Investorenwettbewerb aus rechtlichen Gründen vorerst nichtöffentlich bleiben muss, gelingt es nun mit diesem Plangutachten eine doch recht konkrete Vorstellungkraft zu entwickeln, wie die Zukunft im Gmünder Bahnhofsviertel und auch nachhaltig zur Landesgartenschau
2014 aussehen wird.
Laut OB Richard Arnold, der gestern nach Intervention der Rems-Zeitung die zunächst verschlossenen Türen zu den Ergebnissen des Plangutachtens im Prediger-Refektorium aufschloss und spontan auch noch eine abendliche Pressekonferenz einberief, gelingt es nun, einen unverwechselbaren Gmünder Charakter für den Einhornbau und damit für das Herzstück der Gmünder Zukunft zu gestalten. Der neue Baukörper östlich des Postamts wird als „Haus der Regionen“ zukünftig und endlich repräsentativ-zentral den Regionalsitz Ostwürttemberg beherbergen. In den Einhornbau im westlichen Bereich wird die Fachhochschule für Gestaltung einziehen. Auch die Fernuniversität Hagen und weiter Bildungseinrichtungen werden dort als Mieter vitale Impulse setzen. Dazu Dienstleister aus dem Medien– und Designbereich. Die Entwürfe werden nach der nun folgenden Abstimmungprozedur im Gemeinderat in den Investorenwettbewerb einfließen. Zwei Projektentwickler und Investoren sind noch im Rennen, wobei in diesem Sommer der endgültige Zuschlag erfolgen soll. Die Teilnehmer des Plangutachtens haben überraschend stark Rücksicht auf den Erhalt des Hauptgebäudes der ehemaligen Königlichen Hauptpost genommen. Das
100 Jahre alte Bauwerk steht zwar nicht unter Denkmalschutz, dennoch wurde es als Gmünd-gerechte Brücke zwischen Vergangenheit und Zukunft in die Einhornbau-Überlegungen integriert. Aus dem Teilnehmer-Kreis verlautete Erstaunen, dass dieses prägende Gebäude mit seiner von den damaligen Baumeistern gewollten Korrespondenz zum Bahnhof und mit Blickrichtung Innenstadt zunächst hätte abgerissen werden sollen.
Bezogen auf das Plangutachten machte Bürgermeister Julius Mihm keinen Hehl daraus, dass der Entwurf des ersten Preisträgers auch sein ganz persönlicher Favorit sei. Grundrisse und Außengestaltung seien gleichermaßen attraktiv wie auch investorenfreundlich, so ist der Baudezernent überzeugt. Mihm deutet auf die spannende Schnittstelle zwischen Neubau und Postgebäude: Eine offene, lichtdurchflutete Passage, die Gartenschau– und Stadtbesucher in Verlängerung des so genannten Goldenen Bandes vom Bahnhof sehr einladend durch den Einhornbau zum Gartenschaugelände und weiter zum Remspark, in die historische Innenstadt oder zum modernen Einkaufszentrum Ledergasse führen wird.
Der zweitplatzierte Entwurf (Kumpp + Klumpp Architekten Stuttgart) hat die historische Gebäudekubatur des Postamts mit Gmünd-typischer Turmarchitektur sozusagen verdreifacht und gleichfalls einen Tordurchgang geschaffen. Der drittplatzierte Entwurf (Gmünder und Waldstetter Architektengemeinschaft Schöne, Seeberger, Müller, Wahl, Psink, Seyfried, Herkle, Rapp) beeindruckte die
17-köpfige Jury gleichfalls. Renoviertes und mit einer betont großen Fensterfront Richtung Rems orientiertes Postamtsgebäude mit neuen Funktionsgebäuden in der Nachbarschaft — ein besonders reizvoller Kontrast.
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