Rems-Zeitung - Täglich eine gute Zeitung

Anzeige

Lokalnachrichten

» Ostalbkreis | Samstag, 20. März 2010

Ottmar Schweizer blickt auf 20 Jahre im Amt des Mögglinger Bürgermeisters zurück

Dass sein größter Wunsch, die Ortsmitte nach der Auslagerung der B 29 neu zu gestalten, noch unter seiner Führung in Erfüllung geht, glaubt Ottmar Schweizer nicht mehr. Morgen jährt sich der Tag seines Amtsantritts zum 20. Mal

Von Manfred Laduch
MÖGGLINGEN. „Jetzt ist mein Berufsleben fifty-​fifty geteilt“, sagt Ottmar Schweizer. 20 Jahre lang stand er in Diensten der Arbeitsverwaltung, 20 Jahre ist er nun Chef im Mögglinger Rathaus. Eine Zeit, in der viel passiert ist: Sechs Wohnbaugebiete wurden neu erschlossen, ebenso ein Gewerbegebiet. Gleichzeitig, so der Schultes, habe man versucht, eine gewisse innerörtliche Entwicklung zu haben. Viele Partner seien dazu nötig gewesen, und es gebe sehr gelungene Beispiele. Schweizer denkt da vor allem an die Entwicklung des „Pädagogiums“ von der abbruchreifen, ortsbildprägenden Ruine zu einem „wirklich tollen Gebäude“. Mit privatem Geld und Landesunterstützung konnte dies erreicht werden. Darauf sei er stolz.
Die Umsetzung, fürchtet er,
ist ihm nicht vergönnt
Er freue sich auf den enormen Gewinn an Lebensqualität in einer neuen Ortsmitte ohne B 29. Leider sei es ihm bei Ablauf seiner Amtszeit 2014 wohl nicht vergönnt, das noch selbst umsetzen zu können. „Man sieht, wie stark ein Ort von einer einzelnen Entscheidung abhängig sein kann. Da hätte viel passieren können“, philosophiert Ottmar Schweizer über die von Bund und Land vergebenen Chancen.
Manches Haus sei unter den aktuellen Umständen ja gar nicht verkaufbar, erklärt der Bürgermeister. Wenigstens gebe es mit der Aussage, Mögglingen sei nach Gmünd dran, wenigstens „Licht am Ende des Tunnels – im wahrsten Sinne des Wortes“. Er hoffe sogar, dass es mit der Umgehung noch etwas früher losgehe. Schließlich würde sonst im Februar 2011 der ohnehin schon verlängerte Planfeststellungsbeschluss verfallen.
Er hoffe noch dieses Jahr auf Zuschüsse für die Westtangente und das freiwillige Zustandekommen des Grunderwerbs für den Ausbau der Landesstraße nach Heuchlingen. Leider seien in Mögglingen durch den Abgang von Edeka früher als anderswo die Finanzen weggebrochen. „Schade, dass die Ansiedlung des ALDI-​Logistikzentrums nicht möglich war“ bedauert der Bürgermeister.
Gut sei es, dass für die geplanten Straßenbauten schon die Flurneuordnung angeordnet sei. Das sieht Schweizer als „Segen für die Landwirtschaft und die Infrastruktur“.
Als wichtigen Schritt für Mögglingen sieht der Schultes die Entwicklung des Bereichs um den Bahnhof mit seinen 160 Park&Ride-Plätzen, dem WestSidePark und dem Markt mit Vollsortiment. Gerne denkt er auch an die Rettung des alten Schulhauses zurück, das heute für das Mögglinger Vereins– und Kulturleben unverzichtbar geworden sei.
Manche harte Nuss habe man zu knacken gehabt, ehe das Seniorenzentrum im Pfarrgarten zu einem guten Ende geführt werden konnte. In den vergangenen Jahren sei Mögglingen in der Verwaltungsgemeinschaft Rosenstein beim Einwohnerzuwachs regelmäßig vorn gewesen. 2009 sei die Zahl erstmals gesunken – was auch mit dem vorherigen Abgang von Arbeitsplätzen zu tun gehabt habe. Dieser Trend müsse gestoppt werden.
Davon, dass dies möglich ist, ist Ottmar Schweizer überzeugt. Die Nachfrage nach Bauplätzen sei gut, zumal man die Vergabe auch für Auswärtige geöffnet habe. Insgesamt sieht Schweizer die Gemeinde Mögglingen „auf der Höhe der Zeit“. Der Beitritt zur Remstal-​Route biete gute Perspektiven. Mehr Wertschätzung wünsche er sich für das Weltkulturerbe Limes.
Große Themen seien Bildung und Kinderbetreuung. Die Kooperation mit Böbingen für eine Werkrealschule war für den Bürgermeister der „einzig mögliche Weg.“ Für die Sicherstellung des Rechtsanspruchs auf einen Kinderbetreuungsplatz erstelle man gerade eine Konzeption, die im April im Gemeinderat diskutiert werden soll.
„Aber man kann die Arbeit als Bürgermeister nicht nur an Bauten festmachen“, betont Ottmar Schweizer. Die Atmosphäre in einer Gemeinde sei wichtiger. Ihm gehe es darum, das versprochene „offene Rathaus“ wirklich zu leben. Dazu gehöre „das tägliche Bemühen, kein Seggl zu sein.“
 

Noch keine Kommentare vorhanden.

Neuen Kommentar hinzufügen