Am Freitag werden im Ellwanger Schloss Ausbildungsmöglichkeiten in der Landwirtschaft vorgestellt
Matthias Gaugel lernt Landwirt. „Das Faszinierende an diesem Beruf ist die Vielfalt“, sagte der 17-Jährige gestern bei einem Pressegespräch auf dem Hof seines Ausbilders Matthias Rost. Von MAnfred Laduch
GSCHWEND. „Ohne Bauern gibt es keine Pizza, kein leckeres Eis und kein Schnitzel“, sagt Johannes Strauß, Geschäftsführer des Kreisbauernverbandes. Die Landwirte produzierten gesunde, qualitativ hochwertige Nahrungsmittel, pflegen seit Jahrhunderten die heimische Landschaft und seien neuerdings sogar Energiewirte, weil sie aus nachwachsenden Rohstoffen umweltfreundlich Energie erzeugten.
Matthias Gaugel hat das erste von drei Ausbildungsjahren in der Aalener Berufsschule verbracht, die nach Justus von Liebig benannt ist. „Unser grünes Ausbildungszentrum“, sagt Johannes Strauß. Gaugel stammt vom Lindenhof und ist dort mit einer kleinen Mutterkuhhaltung aufgewachsen. Dass Landwirt sein Berufswunsch ist, habe für ihn immer festgestanden.
Von der Pflanzen– über die
Tierkunde bis zur Technik
Was ihn begeistere sei die Vielfalt. Das fange bei der Pflanzenkunde an, für die man auch genau lernen muss, wie man am besten mit dem Boden umgeht. Es gehe weiter mit der Tierkunde und reiche dann über die Landmaschinentechnik bis hin zur Arbeit mit dem Computer, der im Betrieb Leistungsanalysen, Abrechnungen oder das Beantragen von Fördermitteln unterstützt.
In der Praxis bringt ihm sein Ausbilder, Diplom-Agraringenieur Matthias Rost bei. In Gschwend hält er zirka
100 Milchkühe. Sein Vater hatte die kleine innerörtliche Hofstelle
1960 an den Ortsrand ausgesiedelt. Rost, der seit zwölf Jahren Lehrlinge ausbildet, betont die Wichtigkeit guten Nachwuchses – und wird dabei von Johannes Strauß unterstützt: „Gerade in der Zeit des Agrarstrukturwandels werden die Höfe immer größer und sind Landwirtsfamilien zunehmend auf Unterstützung angewiesen.“
Entsprechend versuche man, verstärkt auch solche jungen Menschen für die Arbeit in der Landwirtschaft zu begeistern, deren Familie selbst keinen bäuerlichen Hintergrund hat. Einstiegsqualifikation ist der Hauptschulabschluss. Aktuell habe seine Klasse
13 Schüler, erzählt Matthias Gaugel.
Um den Ausbildungsberuf Landwirt und die damit verbundenen Weiterbildungsmöglichkeiten in den Agrarberufen aufzuzeigen veranstalten Bauernverband, Berufsschule, Fachschule und Amt für Landwirtschaft am kommenden Freitag,
26. März, einen Informationsnachmittag.
Er findet am Sitz des Landwirtschaftsamtes im Schloss Ellwangen statt und beginnt um
14.
30 Uhr. Dabei werden sich nach der Begrüßung durch Verband und Amt die Berufsschule und die Fachschule mit ihren Angeboten vorstellen. Erstere in Sachen Lehrlingsausbildung, die zweite hauptsächlich mit den anschließenden Möglichkeiten für Meisterkurse.
Schon manche Absolventen haben im Laufe des Lernens so viel Interesse an Weiterbildung gefunden, dass sie noch ein Hochschulstudium in Agrarwissenschaften angeschlossen haben.
Um den Informationsnachmittag besser vorbereiten zu können, würde man sich beim Landwirtschaftsamt über telefonische Voranmeldungen freuen. Sie werden unter der Telefonnummer
0 79 61/
9 05 90 entgegen genommen.
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