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» Ostalbkreis | Donnerstag, 25. März 2010

Schechinger Osterbrunnen nach 2400 Arbeitsstunden noch größer und schöner

Mit Zahlen ist das so eine Sache. Auch wer weiß, dass 1400 Stunden an neuen Eiern gemalt und über tausend weitere Stunden ins „Grün“ investiert wurden, hat nur eine vage Vorstellung davon, was in Schechingen geleistet wird.

SCHECHINGEN (bt). Das Kreuz tut weh. An der Hand, die seit Stunden die Gartenschere auf und zu drückt, bildet sich eine Blase. Und daheim bleibt die Arbeit liegen. Irgendwie scheint sich freilich keine der Damen um Iris Jekel, Hanne Brenner und Marianne Kolb um all die verlorenen kostbaren Stunden zu grämen. Sie wissen, dass ohne ihre Hilfe an einen Schechinger Osterbrunnen nicht zu denken wäre, der immerhin der schönste und größte ist, im ganzen Land.
Wer weiß, was es kostet, einen einzigen Kranz binden zu lassen, hat zumindest eine ungefähre Ahnung, von welchem materiellen Wert die Rede ist, wenn hundert Meter Metallbögen so dicht besteckt werden, dass das Grün auch in drei Sonnenwochen nicht austrocknet und zudem Tausenden Eiern sicheren Halt gibt. Ganz nebenbei wurden 25 Meter Girlanden kunstvoll gewunden. ‘Zig Tuja-​Hecken fallen diesem Projekt alljährlich zum Opfer, außerdem werden jede Menge Buchsbäume geschnitten, in Schechingen, aber auch in Hohenstadt, Lindach, Bettringen und anderen Orten, in denen Gartenbesitzer froh sind, wenn ihnen Freiwillige diese Arbeit abnehmen und hinterher auch noch aufräumen. Über 70 Helferinnen und Helfer, so rechnet Organisatorin Iris Jekel hoch, haben heuer über tausend Stunden lang dieses Grün organisiert, transportiert, geschnitten, gebunden und mit Eiern besteckt. 9200 Eier werden es in diesem Jahr sein. In 1400 weiteren Arbeitsstunden entstanden vor allem Motive aus der Werbung von anno dazumal – Pezi, Sarotti, Afri Cola, Rotbäckchen, Maggi, NSU, und, natürlich, Persil, Vim und Ata. Die Frauen, die diese Eier in Bögen einarbeiteten, sangen grinsend den alten Schlager: „Das bisschen Haushalt“. Zudem gibt es jetzt die großen und kleinen Lieblinge der Kinder von Meerjungfrau Arielle über Spongebob bis hin zu Dalmatinern und Schlümpfen; eine weitere Serie schließlich widmet sich allerliebsten Hummel-​Figuren. Bereits jetzt haben sich außerdem 237 Kuchenspender gemeldet, die die Bewirtung der Gäste gewährleisten. Zu sagen, dass der halbe Ort beteiligt ist, ist also eher untertrieben. Sie alle sind stolz auf dieses Rekordprojekt, das immer wieder viele tausend Menschen nach Schechingen bringt. Sie arbeiten freilich auch aus einem anderen Grund so hart: Der Erlös aus zwei Jahren Osterbrunnen wird dazu verwendet, den Spielplatz beim Sportplatz komplett neu zu gestalten – was die Gemeinde in diesen schweren Zeiten nicht leisten könnte.
Offiziell präsentiert wird der Osterbrunnen am Samstag, 27. März, um 14.30 Uhr auf dem Schechinger Marktplatz. Mit dabei sind der Musik– und der Gesangverein, das Regenbogenland, der Kindergarten St. Josef und der Gospelchor „In Takt“. Zum ersten Mal wird Hansi Brenners Osterbrunnenlied gesungen.
Am selben Abend, 27. März, widmet der SWR dem Schechinger Osterbrunnen zwischen 18.45 und 19.15 Uhr einen Beitrag in „Baden-​Württemberg Aktuell“. Am darauffolgenden Palmsonntag berichtet der „Treffpunkt Feste und Bräuche“; das SWR–Team um Tatjana Geßler hat stundenlang gedreht. Am Karfreitag plant auch der Privatsender Regio-​TV Schwaben einen längeren Sonderbericht über Schechingen.
 

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