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» Schwäbisch Gmünd | Sonntag, 28. März 2010

OB Richard Arnold: Eine leistungsfähige Feuerwehr beruhigt die Bürger und ist für Unternehmer ein Standortfaktor!

Allen finanziellen Engpässe im kommunalen Etat der Stadt Gmünd zum Trotz soll die Feuerwehr technisch so ausgestattet werden, dass ihre Schlagkraft erhalten bleibt. Diese klare Botschaft überbrachte Oberbürgermeister Richard Arnold gestern bei der Hauptversammlung auf dem Rehnenhof. Von Gerold Bauer

SCHWÄBISCH GMÜND. Mit einem ganz herzlichen Dank begann das Gmünder Stadtoberhaupt seine Rede an die Feuerwehrleute, die sich sehr zahlreich in der Mehrzweckhalle der Friedensschule versammelt hatten. Dass Gmünd eine der leistungsfähigsten Feuerwehren in der ganzen Region hat, erfülle ihn mit Stolz. „Es beruhigt die Bürger und auch die Unternehmer. Mithin ist eine gute Feuerwehr in wirtschaftlicher Hinsicht ein wichtiger Standortfaktor!“, so Arnold. „Wir in der Stadtverwaltung sind uns einig, dass wir die Schlagkraft dieser Wehr erhalten müssen und haben deshalb auch im Haushaltsplan 2010 die Mittel für einen Feuerwehr-​Bedarfsplan bereitgestellt. Die Feuerwehren brauchen schließlich Planungssicherheit“, betonte der OB. Ein dickes Lob adressierte er auch an alle, die sich um die Nachwuchsförderung in der Jugendfeuerwehr kümmern.
Der Gmünder Oberbürgermeister warnte davor, in so schweren Krisenzeiten in ein Stimmungstief zu verfallen. „Nur mit Optimismus können wir die Situation meistern. Wenn unsere Stimmung so schlecht wäre, wie die finanzielle Lage, würden wir überhaupt nichts mehr hinbringen!“ Die Feuerwehr lobte er als ein echtes Gmünder Erfolgsmodell, denn sie zeige beispielhaft, wie man dezentral in den Stadtteilen verwurzelt sein kann, aber immer dann, wenn es darauf ankommt, die Kräfte bündelt.
Pfarrer Konrad von Streit war als Vorsitzender des Bezirksbeirats quasi der „Hausherr“ des Abends, und er zeigte sich ebenfalls sehr stolz und dankbar, dass die Gesamtstadt Schwäbisch Gmünd im Allgemeinen und der Stadtteil Rehnenhof/​Wetzgau im Besonderen eine so engagierte und leistungsstarke Feuerwehr habe. Von Streit beleuchtete ausserdem den kulturellen Beitrag, den eine Feuerwehr für das öffentliche Leben im Stadtteil leiste. Ob Maibaumfest, Adventsmarkt oder eine der vielen anderen Veranstaltungen — stets könne man auf die Mitwirkung der Feuerwehrabteilung zählen, lobte Konrad von Streit.
Jürgen Scherer, Vize-​Vorsitzender des Kreisfeuerwehrverbandes, äußerte wie seine Vorredner auch die Freude darüber, dass an diesem Abend eine stattliche Zahl an jungen Menschen aus der Jugendfeuerwehr in die aktive Wehr übernommen werden können. Ohne diese aktive Jugendarbeit wäre es kaum möglich, den Nachwuchs für die aktiven Feuerwehren in ausreichender Zahl zu sichern. Scherer machte darauf aufmerksam, dass aufgrund einer Änderung des Feuerwehrgesetzes nun schon 17-​Jährige zu den Aktiven wechseln dürfen. Zwar sei es aus rechtlichen Gründen nicht möglich, dass Minderjährige an Einsätzen teilnehmen, aber dieses eine Jahr könne man sehr gut für Ausbildungszwecke nutzen. Werbung machte der Repräsentant für das umgebaute Feuerwehrhotel am Titisee und ermunterte die Kameradinnen und Kameraden, doch mal einem einen Urlaub im Schwarzwald zu machen. Anerkennung zollte er dem neuen Gmünder Kommandanten Bernd Straile, der sich auch auf Kreisebene für die Belange der Feuerwehr engagiere und verschiedene Ehrenämter übernommen habe. „Straile ist ein geschätzter Kollege im Kreisverband“, so Jürgen Scherer wörtlich.
In einem sehr detaillierten Bericht (siehe auch Seite 21) hatte zu Beginn der Veranstaltung Bernd Straile das zurückliegende Jahr beleuchtet. Sein Blick auf die Einsatzstatistik wies zunächst einen Rückgang um 26 Prozent auf nur 302 Alarmeinsätze aus. Dies resultiere aber nicht daraus, dass der Feuerwehr die Arbeit ausgeht (in Wahrheit ist nämlich das Gegenteil der Fall), sondern aufgrund einer neuen Zählweise. Wenn mehrere Abteilungen am gleichen Einsatzort tätig sind, zähle dies nämlich nicht mehr extra, sondern nur noch als ein einziger Einsatz. Konkret hatten die Floriansjünger aus Gmünd und den Stadtteilen 57 Kleinbrände, vier mittlere Brände und einen Großbrand zu bewältigen. 94 Mal wurde wegen eines Brandmeldealarms ausgerückt, sechs mal bei Verkehrsunfällen Hilfe geleistet, 39 Türen geöffnet, 69 sonstige technische Hilfeleistungen erledigt, zwei Gefahrstoffeinsätze absolviert, bei sechs Mineralölunfällen gehandelt, elf Mal Überlandhilfe gewährt und in 13 weiteren Fällen aktiv geworden. Zusätzlich waren 139 Feuersicherheitswachen und 74 Feuersicherheitsdienste zu leisten. Zählt man alles zusammen, so war die Freiwillige Feuerwehr Schwäbisch Gmünd im Jahr 2009 insgesamt 515 Mal vor Ort im Einsatz. Hinzu kommen noch die Wachdienste, die an Sonn– und Feiertagen erforderlich sind, damit auch dann innerhalb von wenigen Minuten komplett besetzte Löschzüge ausrücken können. Auch um den vorbeugenden Brandschutz durch Aufklärung, insbesondere von Schulklassen, hat man sich gekümmert.
Alles in allem also eine gewaltige Zahl an ehrenamtlich geleisteten Stunden zum Wohle und zur Sicherheit der Bevölkerung. Darauf könne man stolz sein, betonte der Kommandant in seinem Rechenschaftsbericht. Dankbar zeigte er sich, dass trotz gefährlicher Einätze im Dienst niemand schwer verletzt oder gar getötet wurde. Dies sei auch eine Folge guter und professioneller Ausbildung. In diesem Zusammenhang dankte der Stadtbrandmeister seinem Ausbildungsteam sowie seinen beiden Stellvertretern Günter Elser und Ralf Schamberger. Dankesworte adressierte er auch an die Stadt Gmünd für die gute Unterstützung und Rückendeckung.
 

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