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» Schwäbisch Gmünd | Montag, 29. März 2010

Zahlreiche interessierte Jugendliche und Eltern kamen zur Ausbildungsmesse im Stadtgarten

Die vielen Menschen, die sich bereits am Samstagmorgen bei der Ausbildungsmesse im Congress-​Centrum Stadtgarten einfanden, vermittelten den Eindruck, als gäbe es etwas umsonst. Der Ansturm war riesig. Von Nicole Beuther

SCHWÄBISCH GMÜND. Und ja, es gab etwas unbezahlbares und in Bezug auf den Start ins Berufsleben etwas sehr wichtiges: Jede Menge Informationen und gute Gespräche mit Auszubildenden und Ausbildern verschiedener Firmen aus Gmünd und Umgebung. „Wo anfangen?“, mag sich so mancher interessierte Schüler gedacht haben. Eng reihten sich die verschiedenen Ausbildungsbetriebe aneinander – das Spektrum an angebotenen Ausbildungsplätzen war riesig.
Richard Arnold zeigte sich zufrieden: „Es ist wichtig, dass sich die jungen Leute gut informieren“, so der Oberbürgermeister bei der offiziellen Eröffnung. Finanzstaatssekretär Dr. Stefan Scheffold sprach vom ersten wichtigen Schritt im Leben eines jungen Menschen. Im Vergleich zu anderen europäischen Ländern, gebe es in Deutschland eine geringe Arbeitslosenquote. „Bei uns hat man die Chance, die Zukunft zu bestehen“, so Scheffold, der sich bei der Stadt Schwäbisch Gmünd für die gelungene Veranstaltung bedankte.
Christian Lange brachte zum Ausdruck, wie wichtig es ist, sich der großen Perspektiven bewusst zu sein. „Überall haben Sie heute Chancen. Nutzen Sie sie“, so der SPD–Bundestagsabgeordnete, der „viel Erfolg beim ersten Schritt“ wünschte. Dem schloss sich auch Landrat Klaus Pavel an, der sich ebenfalls bei der Stadt für die gelungene Messe bedankte. Die 42 Städte des Ostalbkreises müssten heute den Anspruch haben, allen jungen Leuten einen Ausbildungsplatz zur Verfügung zu stellen.
Hans-​Joachim Gulde, Leiter der Arbeitsagenturen in Ostwürttemberg, sagte an die Arbeitgeber gerichtet: „Geben Sie auch den Jugendlichen eine Chance, die nicht unbedingt zu den Klassenbesten gehören. So mancher erinnert sich vielleicht, dass auch er nicht zu den Klassenbesten gehörte.“ Den Jugendlichen gab Gulde mit auf den Weg, auf ihre Fähigkeiten zu achten. „So werden Sie stressfrei viel Erfolg im Berufsleben haben.“
Wie wäre es mit
einem vergoldeten Schlüssel?
Wie wichtig es ist, Ahnung zu haben, von dem was man tut, wurde beim Messestand von Umicore Galvanotechnik ersichtlich. Hier verstand so mancher Fachfremde nur Bahnhof. Selbst hatten sich die Azubis, die dort vertreten waren, etwas ausgedacht, was sie den Besuchern präsentieren könnten. Zum einen wurde ein Silberspiegel im Reagenzglas hergestellt. Für die Azubis kein Problem. Einfach Silbernitrat mit Ammoniak in einem Reagenzglas mischen, eine Glucose-​Lösung hinzu, dann das ganze in einem Gefäß mit 60 Grad warmem Wasser erhitzen – fertig. Oder, wie wäre es mit einem vergoldeten Schlüssel? Ein jeder Besucher hatte die Möglichkeit, seinen Schlüssel einem Beschichtungsprozess mit Gold zu unterziehen. „Zunächst findet die Entfettung statt, um Schmutzpartikel von dem Schlüssel zu entfernen. Dann wird der Schlüssel mit Gold beschichtet“, erklärte Maik Bühler, Azubi-​Oberflächenbeschichter im zweiten Ausbildungsjahr. Der junge Mann hatte in der Schule einen glatten Einser in Chemie. „Einen guten Realschulabschluss sollte man schon haben“, sagt er.
Marc Stiller absolviert eine Ausbildung als Werkzeugmechaniker bei voestalpine Polynorm. Er weiß um die Wichtigkeit der Ausbildungsmesse, schließlich hat er sich vor vier Jahren selbst hier informiert. Nun befindet er sich im dritten Lehrjahr und ist sehr zufrieden mit dem Weg, den er eingeschlagen hat. Anna-​Lena Stein möchte „irgendwas Soziales“ machen. Noch bleibt etwas Zeit – in drei Jahren macht die 15-​jährige Waldorfschülerin ihren Schulabschluss. Doch schon jetzt ist es ihr wichtig, sich um ihre Zukunft zu kümmern. Das sieht auch ihre Freundin Katharina so. Die 16-​Jährige kann sich gut vorstellen, später einmal einer Arbeit nachzugehen, die „etwas mit Kindern“ zu tun hat. Der Messestand des Instituts für Soziale Berufe Schwäbisch Gmünd bot den beiden Mädels ideale Möglichkeiten, Informationen einzuholen.
Julian Stern hat sich ganz gezielt über das Berufsbild des Informatikers informiert. Etwas, was der 17-​Jährige nach dem Abschluss am Berufskolleg Informations– und Kommunikationstechnik in Aalen in Angriff nehmen möchte. Welche Lerneinheiten die Ausbildung beinhaltet, konnte unter anderem an den Messeständen der Barmer GEK, der Stadt Schwäbisch Gmünd und des Landratsamtes nachgefragt werden.
Eines ist sicher: Keiner und keine verließ am vergangenen Samstag ratlos das Congress-​Centrum Stadtgarten. Weitere Firmen waren Teil unserer Sonderbeilage, die der Rems-​Zeitung am Freitag beilag.
 

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