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» Schwäbisch Gmünd | Mittwoch, 03. März 2010

Bestattungs– und Gedenkfeier für Fehl– und Totgeburten auf dem Dreifaltigkeitsfriedhof

So viel Lebensglück wurde genommen durch diesen Verlust – das sprach aus allen Wort– und Liedbeiträgen, aus Schriftlesungen und Fürbitten. Angehörige trugen gestern ihre früh– und totgeborenen Kinder zu Grabe.

SCHWÄBISCH GMÜND (bt). Pfarrer Michael Gseller begegnet dem Leid dieser Familien im Klinikalltag und weiß, was der Verlust eines Kindes bedeutet. „Lass sie unsere Liebe spüren, die wir so gerne selbst gegeben hätten“, betete er mit den Trauernden.
Ruth Bauer und ihre Mitstreiterinnen von „Regenbogen“, ein Kontaktkreis für Eltern, die ein Kind vor, während oder kurz nach der Geburt verloren haben, lasen Briefe an die toten Kinder – „Du warst ein Kind der Hoffnung“ oder „Wie ich dich vermisse“ – in denen deutlich wurde, dass diese Kinder zur Familie gehörten und in alle Pläne bereits eingebunden waren. Briefe, in denen sie von ihrem Schmerz sprechen, von der Leere, die dieser Verlust hinterließ, aber auch vom „zarten Band unserer Liebe“. Dass sie wie aus großer Ferne die Stimmen ihrer Kinder hören, erzählen sie: „Ich weiß, dass deine Seele lebt“. Gelesen wurde aus den Psalmen 139 und 130, gemeinsam sang die Trauergemeinde „Von guten Mächten“ und „Bleib mit deiner Gnade“.
Pastoralreferent Peter Paul Pischel blickte auf Bilder in der Heiligen Schrift, die die Brutalität des Todes zeigen, der „wie ein Dieb in der Nacht“ das Liebste raube. So fühlten auch Familien, die an der Urne ihrer Kinder stünden, denen ohne Vorwarnung ihr Baby genommen wurde. Von unendlich großem Schmerz sprach Pischel, „auch und gerade weil wir gar nicht die Chance hatten, diese Kinder kennen zu lernen“. Er zitierte auch aus Antoine de Saint-​Exupérys „Der kleine Prinz“: „Kleines Kerlchen ich will dich doch lachen hören“, und schilderte, was es bedeutet, sich auf ein solches Lachen zu freuen, alles vorzubereiten für diesen Augenblick der Geburt, in dem Leben neu ausgerichtet würden. Es waren keine theoretischen Ausführungen – seine Frau, so Pischel, spreche noch immer nicht über diesen Verlust, der auch die eigene Familie getroffen habe. Mit einem toten Baby werde „ein Stück aus dem Herzen genommen“. Eine Mutter fühle den Trauerschmerz auch körperlich: „Ein Teil von ihr ist gestorben“.
Mit Bezug auf die Lazarus-​Begebenheit fragte Pischel: „Wo warst du Herr, als dieses kleine, unschuldige Herz aufhörte zu schlagen“. Es gebe guten Grund, in dieser bitteren Stunde Gott solche Fragen entgegenzuschleudern. Gleichzeitig versuchte Pischel aber auch, seinen Glauben und sein Gottvertrauen mit den Trauernden zu teilen: „Niemand kann tiefer fallen als in die Hand Gottes“. Er sprach von seiner Zuversicht, diese Kinder aufgefangen zu sehen in Gottes Hand.
Ein herzliches Dankeschön der betroffenen Familien gilt den Geistlichen, der Selbsthilfegruppe Regenbogen, der Flötengruppe Dr. Trum-​Wiedemann, der Organistin Christine Wranik sowie dem Team des Stauferklinikums, die allesamt nach Kräften versuchten, ihnen Raum und Zeit für ihre Trauer zu schenken
 

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