Die neue Rems wurde gestern geflutet /Besonderer Auftakt zum Ostalb-Tag des staunenden Regierungspräsidenten Johannes Schmalzl
Den ganzen gestrigen Tag widmete Regierungspräsident Johannes Schmalzl dem Ostalbkreis. Er und seine Delegation unternahmen hierbei einen bemerkenswerten Zeitsprung von fast 2000 Jahren, vom berühmten Limes-Tor bei Dalkingen bis zur aktuell bundesweit größten und teuersten Tunnelbaustelle in Schwäbisch Gmünd.
SCHWÄBISCH GMÜND
(hs). Auch das Schriftgutarchiv Ostwürttemberg in Lautern stand auf dem Besuchsprogramm. Und am Abend eröffnete Johannes Schmalzl zusammen mit Landrat Klaus Pavel die Kampagne für Erfassung und Pflege der Kleindenkmale im Ostalbkreis (wir werden noch berichten). Umfassend widmeten sich der Chef des Regierungspräsidiums Stuttgart und sein Vize Josef Kreuzberger zur Mittagszeit der Tunnelbaustelle. Zunächst wurden die Gäste in der „Gmünder Außenstelle des Regierungspräsidium“ (lobendes Zitat OB Arnold) von
RP–Tunnelbauleiter Christian Schwarz und seinen Mitarbeitern Johannes Zengerle, Robert Hamm und Bastian Limberg begrüßt. Die Fachleute und Abschnittsleiter vor Ort gaben dem obersten staatlichen „Bauaufseher“ aus Stuttgart einen Überblick über den Stand der Tunnelarbeiten sowie über die Herausforderungen, die insbesondere in diesem Jahr auf die Ingenieure und Mineure warten. Bis Ende
2010 wird der Haupttunnel, voraussichtlich schon im Sommer der kleinere Rettungstunnel die
25 Meter tiefe Bauzielgrube an der Pfitzerkreuzung erreichen. Da wird’s, so schilderten die Mitarbeiter des Baubüros, nochmals so richtig spannend: Die bergmännische Bauweise muss mit einer Überdeckung von nur etwa acht Metern und durch wechselnde Schichten von Ton– und Sandstein die Rems unterqueren, um dann im Gmünder Osten gleich neben ihr „aufzutauchen“. Der Untergrund ist jedoch relativ fest. Und im Verbund mit der massiv nach oben schützenden und stützenden Rohrschirmbauweise aus Stahl und Beton zeigen sich alle Beteiligten zuversichtlich, dass es keine größeren Probleme geben wird, auch noch diesen Endspurt bis zum Tunneldurchschlag zu meistern.
2011 ist dann schon dem Innenausbau des Tunnels gewidmet.
Johannes Schmalzl zeigte sich vom Fortgang auf dieser Jahrhundertbaustelle in Gmünd ebenso beeindruckt wie Landrat Klaus Pavel und natürlich „Hausherr“ Oberbürgermeister Richard Arnold. Landrat und OB zogen bei dieser Gelegenheit den Hut vor Regierungspräsidium und den vier am Bau beteiligten Weltfirmen, die sich in der Arge Tunnel Schwäbisch Gmünd versammelt haben. Schon jetzt sei klar, dass es sich beim Salvatortunnel um ein wichtiges Referenzprojekt der Ingenieurskunst handelt. Es sei auch erfreulich, so vermerkten die Vertreter des Regierungspräsidiums, wie geduldig die Verkehrsteilnehmer und die Gmünder insgesamt die Belastungen der Großbaustellen ertragen. „Wir wissen ja alle auch um die enormen Vorteile nach der Tunnelfertigstellung für Schwäbisch Gmünd“, entgegnete mit Vorfreude auf
2012 (Jahr der Einweihung) OB Arnold.
Anschließend ging’s zum Rundgang auf die Tunnelbaustelle Gmünd Ost. Dort hatten Christian Schwarz und sein Team für die Besucher eine Überraschung parat: Wenige Stunden zuvor war der neue Remskanal auf einer Länge von fast
400 Metern erstmals geflutet worden. Damit ist der Weg frei für den Start der Tunneltrog-Arbeiten im Bereich des alten Remsbetts. Ein ganz wichtiger Schritt also. Auf dem Remstrog wird derweil schon das nächste B-
29-Provisorium für eine baldige Umleitung eingeschottert.
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