Jugendsachbearbeiter der Polizei besuchen alle Hauptschulklassen der Bettringer Uhlandschule
„Das soziale Curriculum der Schule liegt mir besonders am Herzen“ betont Rektor Bernd Schlecker von der Bettringer Uhlandschule und erklärt damit die derzeit hohe „Polizeipräsenz“ in seinem Haus.
GMÜND-BETTRINGEN (wil). Von der fünften bis zur neunten Klasse werden alle Schüler über ihre Rechte und Pflichten, aber auch über typische Jugendsünden aufgeklärt und somit für die Notwendigkeit von Regeln und Gesetzen sensibilisiert.
Die Jugendsachbearbeiterin des Bettringer Polizeipostens, Elena Risel, war in diesem Monat regelmäßiger Gast an der Uhlandschule, aber nicht um zu ermitteln, sondern um die Schüler zu stärken, ihnen die Folgen von Straftaten vor Augen zu führen und sie über die komplexen Bestimmungen des Jugendschutzes zu unterrichten. Elena Risel freut sich, wenn sie von den Schulen angefordert wird, denn Prävention ist auch ihr ein vorrangiges Anliegen. In festgelegten Unterrichtseinheiten werden die Uhlandschüler jedes Jahr über neue Inhalte unterrichtet.
Pädagogisch bestens aufbereitet setzt die uniformierte Polizistin das um, was die Schüler in dieser Altersstufe bewegt. Bei den Fünftklässlern ist es die beginnende personale Eigenständigkeit, der selbstständigere Umgang mit anderen, die Suche nach neuen Freunden und alle damit verbundenen Gefahren. Gruppenzwang, Gewalt von Älteren oder auch Missbrauch zu Beginn der Pubertät sind für sie echte Gefahren und deshalb ist ihr Thema das Opferverhalten, eine konsequente Fortentwicklung von „Mut zur Stärke“ aus der Grundschule.
Die Sechstklässler beschäftigten sich mit dem Ladendiebstahl, erarbeiteten in Gruppen mögliche Gründe und erfuhren, dass es auch bei noch nicht strafmündigen Kindern kein „Kavaliersdelikt“ ist. In Klasse sieben stand in diesem Jahr ein neu aufgenommenes Thema an: die Gefahren des Internets. Leicht kann man hier mit dem Gesetz in Konflikt geraten, sei es beim downloaden oder wenn man Bilder ins Netz stellt.
Doch auch als Chatter ist man Gefahren durch andere ausgesetzt. Die oft sorglos mit dem Handy verbreiteten Filme und die Gewaltdarstellung in den Medien rundeten diesen Komplex ab. Rektor Bernd Schlecker, seit
2001 Gewaltpräventionsbeauftragter beim Regierungspräsidium und seinerzeit Initiator des Streitschlichterprogramms an der Uhlandschule sieht diesen neuen Baustein in der polizeilichen Unterrichtsarbeit mit besonderem Interesse. „Wir können sicher nicht verhindern, dass hier unerwünschte Dinge verbreitet werden, aber unsere Schüler sollen wissen, dass es moralische Grenzen und gesetzliche Regelungen gibt“, so der Schulleiter.
In den Abschlussklassen steht dann das Jugendschutzgesetz auf dem Stundenplan. Vom Ausgehen in der Freizeit bis zu arbeitsrechtlichen Bestimmungen reicht hier das Spektrum, das oftmals sehr detailliert und leidenschaftlich diskutiert wird. Die Drogenprävention (Klasse
8) fällt nicht in den Bereich der Jugendsachbearbeiterin. Hier ist die Rauschgiftermittlungsgruppe direkt im Einsatz und klärt die Heranwachsenden über die Folgen, aber auch über die Nachweismöglichkeiten des Drogenkonsums auf. An der Uhlandschule widmen sich die Schüler in Zusammenarbeit mit dem Jugendtreff und St. Loreto sowie der Polizei an zwei ganzen Tagen diesem Thema.
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