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» Schwäbisch Gmünd | Mittwoch, 31. März 2010

Gestern Abend wurden die Mitglieder des neu gewählten Integrationsbeirats verpflichtet

Nachdem sich gestern die Mitglieder eines deutlich aufgewerteten Integrationsbeirats vorgestellt hatten – erstmals gab es ja auch (viel) mehr Kandidaten als Sitze –, freute sich OB Arnold über ein „Europa im Kleinen“, vor allem freilich über die immer wieder geäußerte Hoffnung, Gmünd gemeinsam voranbringen zu können.

SCHWÄBISCH GMÜND (bt). Sie erziehen ihre Kinder hier. Sie arbeiten in den verschiedenen Berufen, engagieren sich in Vereinen und Glaubensgemeinschaften. Sie sind in Gmünd geboren, in der Türkei, in Kasachstan, Italien, Griechenland oder Serbien. Sie sind zum ersten Mal dabei, oder sie sind Gründungsmitglieder wie Labrini Labropoulou-​Blumer und Stadträtin Susanne Lutz. Sie haben den unterschiedlichsten Hintergrund, doch gestern Abend waren sie sich in ihrem Bekenntnis zu ihrer Stadt Schwäbisch Gmünd einig. Darum, was der Integrationsbeirat wann und wie erreichen soll, wird in den kommenden Monaten und Jahren wohl heftig gerungen werden – bei der Verpflichtung der Mitglieder gestern aber wurde Gemeinschaftsgeist beschworen. Sprachförderung und Bildungsmöglichkeiten für die Kinder der Migranten, „für alle Kinder“, wurden erwartungsgemäß als wichtigste Ziele genannt, außerdem die Senioren mit Migrationshintergrund, deren Sorgen und Bedürfnisse lange keine Beachtung gefunden hätten. Auch die politische Teilhabe war Thema, wie von der gestern verabschiedeten Vesna Groznica immer wieder gefordert (die RZ berichtete). Oberbürgermeister Richard Arnold, Bürgermeister Joachim Bläse und die Integrationsbeauftragte Melanie Jester informierten über aktuelle Entwicklungen – so gab es zum Stichtag 31. Dezember 2009 mit 7777 Ausländern 156 weniger als Ende 2008. Gmünds Einwohnerzahl (60 161) nahm in dieser Zeit um 521 ab. Genau diesen Punkt griff Richard Arnold auf, als er mehr „Verzahnung“ von Integrationsbeirat und Gemeinderat wünschte. Der Rückgang des Einzelhandels in der Innenstadt bzw. die notwendige Stärkung des Unternehmertums war ihm ebenso dringendes Anliegen wie der Versuch, den Trend des Einwohnerrückgangs zu verlangsamen oder gar umzukehren. Wo immer es Defizite gebe: Die Stadt müsse attraktiver werden, und das könne nur gemeinsam erreicht werden. Wenn Dank des Tunnels der Verkehr aus der Stadt genommen werde, so Arnold, ließen sich die dadurch entstehenden Freiräume in moderne Stadtplanung übersetzen, in eine ganz andere Ausnutzung des öffentlichen Raumes. Die Landesgartenschau sei da ein unbedingt benötigter Hebel, um mit Hilfe zusätzlicher Mittel den Sanierungsbedarf in Infrastruktur und öffentlichen Einrichtungen angehen zu können. Für mehr Aktivität sorgen und mehr Menschen nach Gmünd holen, sei freilich nur möglich, wenn „Zusammenhalt gemeinsam organisiert“ werde. Und da seien alle Bürgerinnen und Bürger gefragt.
Beim Blick auf den Internationalen Ausschuss Stuttgarts wurde deutlich, dass Gmünd bereits vieles erreicht hat – etwa Sitze in Gremien wie dem Aufsichtsrat der Stadtwerke –, dass aber auch Wünsche offen sind. So will die die Stadtverwaltung jetzt klären, ob dem Integrationsbeirat ein Vorberatungsrecht eingeräumt werden kann: Wenn im Gemeinderat dann eine Entscheidung ansteht, ist zumindest bekannt, wie sich der Integrationsbeirat eine Lösung vorstellt.
 

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