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» Schwäbisch Gmünd | Donnerstag, 04. März 2010

Hauptversammlung des Museumsvereins gestern Abend im Prediger-​Refektorium — Jugendliche fürs Museum interessieren

Das Gmünder Museum, seit 1973 im Prediger zu finden, ist eines der ältesten im Land und verfügt über Schätze, die ihresgleichen suchen. Mit gutem Grund investieren die Mitglieder des Museumsvereins, die sich gestern zur Hauptversammlung trafen, Geld, Zeit und Herzblut, es zu unterstützen.

SCHWÄBISCH GMÜND (rz). Der Vorsitzende Ulrich Fischer ging unter anderem auf die Verwendung der Mitgliedsbeiträge und Spenden ein: Üblicherweise beantrage Museums-​Chefin Dr. Gabriele Holthuis Zuwendungen für ihre Projekte, „und da wollen wir immer ziemlich genau wissen, wofür unsere Unterstützung gebraucht wird, wie wichtig sie ist und ob nicht andere Quellen gefunden werden können“. Den laufenden Betrieb oder einen allgemeinen Abmangel, so machte Fischer deutlich, werde man nämlich allerhöchstens in besonders dringenden Notfällen übernehmen. Der langjährige Vorsitzende räumte an dieser Stelle freilich auch ein, dass „die lausige Finanzsituation der Stadt den Einsatz von Sponsorenmitteln notwendiger werden lässt als je zuvor“, und er nutzte die Gelegenheit, Werbung zu machen für „unsere wunderbaren Museen“, für die sich einzusetzen in jedem Fall lohnenswert sei.
Leider sei der Weihnachtswunsch des Museumvereins, Sponsoren zu finden für die Übernahme der Restaurationskosten für einzelne Kunstgegenstände, nur bedingt in Erfüllung gegangen; hier erklärte Ulrich Fischer, er gebe die Hoffnung nicht auf, doch noch weitere Mitstreiter zu finden. Andere Museumsprojekte freilich sind dem Verein sehr wohl gelungen – darüber informierte später am Abend Schatzmeister Wolfgang Görtz.
Ein Schwerpunkt der künftigen Vereinsarbeit wird die „Konzentration auf die Jugend“ sein. Nicht nur, dass es „Jungmitgliedschaften gibt, die helfen sollen, junge Leute zum Museum hinzuführen, unter der Leitung des bewährten Teams Sänger /​Ocker wird derzeit auch unter anderem eine „Baustellen-​Party“ im zweiten Obergeschoss des Predigers geplant. Das macht aus der Not eine Tugend: Die Eröffnung dieses Museumsbereichs verzögert sich aus akutem Geldmangel, und nun wird dieser Umstand für ein von Jugendlichen gestaltetes Fest genutzt. Auch ein Kinderclub ist angedacht – hat sich doch gezeigt, dass sehr junge Menschen besonders aufgeschlossen und unvoreingenommen Kunst– und Kulturangebote annehmen.
Ulrich Fischers großes Anliegen gestern war es, wie gesagt, Lust zu machen auf den Museumsverein. So waren natürlich die exklusiv für Vereinsmitglieder angebotenen Veranstaltungen Thema – von den Sonderführungen mit Rahmenprogramm bis hin zu größeren und kleineren Ausfahrten; einen entsprechenden Rück– und Ausblick gab gestern Programmdirektor Günther Herb.
Weiter freute sich der Vorsitzende, „dass wir nunmehr eine vernünftige Homepage haben (www​.gmuen​der​-muse​umsverein​.de). An dieser Stelle gab’s ein herzliches Dankeschön für Joachim Haller, der dem Verein bei Konzeption und Gestaltung unter die Arme gegriffen hat. Wermutstropfen im Rückblick war, dass es trotz vereinter Anstrengung der Stadtverwaltung und des Museumsvereins nicht gelungen ist, ein ganz besonderes Leutze-​Bild zu ersteigern: Das Geld hat einfach nicht ausgereicht; beim Gebot von 40 000 Euro war Schwäbisch Gmünd draußen. Abschließend versicherte der Vorstand, dass der neue OB Richard Arnold nach Kräften unterstützt werde: „Wir wissen unser Museum bei ihm in guten Händen“; freilich könne auch Arnold keine Mittel herbeizaubern.
 

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