Mehrere Großbaustellen in der Stadt unterm Rosenstein
Heubach wurde zur „Grubenstadt“; nicht weil man dort aus Geldmangel begonnen hat, nach Gold zu schürfen, sondern weil sich dort eine Baugrube nach der anderen auftut. Direkt neben der Sporthallen-Baustelle hat die Firma SUSA nun mit dem Bau eines neuen Logistikzentrums begonnen. Von Gerold Bauer
HEUBACH. Fünf Wochen lang herrschte Eiszeit auf der Großbaustelle, doch seit rund zwei Wochen sind die Rohbauarbeiten wieder im Gange. Derzeit wird das Betonieren der Decke vorbereitet, berichtet Bürgermeister Klaus Maier über den aktuellen Baufortschritt. Auch vom künftigen Dojo des Heubacher Judozentrums sehe man schon etwas, sagte Maier.
Durch die witterungsbedingte Verzögerung werde man allerdings nicht schaffen, die neue Sporthalle schon im Oktober in Betrieb zu nehmen. „Wir gehen davon aus, dass der Sportbetrieb zum Beginn des neuen Jahres startet und die Einweihung im Januar stattfindet. Wenn wir es schon bis Dezember
2010 schaffen, soll es uns natürlich auch recht sein“, so der Heubacher Schultes im Gespräch mit der Rems-Zeitung. Auch die Außenanlagen werden erst im Jahr
2011 erstellt.
Während auf der Baustelle fleißig betoniert wird, brüten das Architekturbüro und die Stadtverwaltung schon wieder über der nächsten Ausschreibungsrunde. Dabei geht es unter anderem um die Vergabe der Sportgeräteausstattung. „Manchem mag dies noch recht früh erscheinen, doch man muss schon jetzt wissen, welcher Hersteller die Geräte liefert, um bereits die passenden Hülsen im Boden verankern zu können“, erläuterte Klaus Maier. Dass diese Großbaustelle in finanzieller Hinsicht einige erfreuliche Überraschungen brachte, tut der Stadtkasse angesichts der extrem angespannten Haushaltssituation natürlich gut. „Die Kosten für das Projekt hat der Gemeinderat ja auf
4,
6 Millionen Euro gedeckelt, aber aufgrund günstiger Ausschreibungsergebnisse werden wir aus derzeitiger Sicht wohl deutlich unter diesem Limit bleiben“, freut sich das Heubacher Stadtoberhaupt. Die größten und im Hinblick auf die Kostenentwicklung riskantesten „Brocken“ sind schon vergeben, so dass es durchaus realistisch ist, wenn der Bürgermeister von Baukosten in Höhe momentan von
4,
1 Millionen Euro ausgeht.
Durch ihr antizyklisches Verhalten (Investieren in der Krise, um der Konjunktur wichtige Impulse zu geben) kam die Stadt Heubach bis dato in den Genuss von günstigen Preisen im Baugewerbe. Dass sich der Hang im Süden nicht mit Rutschungen bemerkbar gemacht hat, führte dazu, dass für den Arbeitsraum wesentlich weniger Erdreich ausgebaggert werden musste und damit auch die Kosten dafür nach unten korrigiert werden konnten. Die Gesamtersparnis von rund einer halben Million Euro kann der Kämmerer gut brauchen, denn die eingangs erwähnte „Goldgrube“ hat man in der Stadt unterm Rosenstein noch nicht gefunden – und deshalb kann Heubach laut Klaus Maier die anstehenden Projekte leider nicht ohne Kredite finanzieren.
Das Gelände für den Bau der neuen Großsporthalle hat die Stadt Heubach von der benachbarten Unterwäsche– und Miederfabrik SUSA erworben. Dieses Heubacher Traditionsunternehmen wiederum hat die Krise sehr gut gemeistert und wird den Grundstückserlös beim Bau eines neuen Logistikzentrums wieder in Heubach investieren. Sehr zur Freude der Heubacher ist diese Baumaßnahme natürlich auch ein klares Bekenntnis der Firma zum Standort und zeigt, dass es dem Unternehmen wirtschaftlich gut geht. So gut, dass SUSA diese Investition sogar ohne Darlehen realisieren kann.
Und dann wird in Heubach auch noch an der Nordumgehung „gebastelt“, um das Gebiet rund um den Postplatz vom Durchgangsverkehr zu entlasten. Neben dem eigentlichen Straßenbau gehören auch der Brückenbau und die Erstellung von Lärmschutzvorrichtungen zu diesem Großprojekt. In Kürze wird damit begonnen, östlich von Heubach einen Kreisverkehr zur sicheren Anbindung der neuen Nordumgehung anzulegen.
Der Landkreis engagiert sich ebenfalls unterm Rosenstein – mit einer zwar kleineren, für die Bürger aber sehr wichtigen Baumaßnahme: Im Bereich des Friedhofs wird für Fußgänger eine Querungshilfe über die Straße nach Lautern angelegt.
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