Neue minimalinvasive Operationstechniken im Stauferklinikum Schwäbisch Gmünd
Tumore des Dick– und Enddarms sind zwei der häufigsten Todesursachen in unseren Breitengraden. Kürzlich wurden auf dem Deutschen Krebskongress in Berlin neue Chemotherapieverfahren bei diesen Erkrankungen vorgestellt. Diese haben zum Ziel, ein besseres Langzeitüberleben zu sichern.
SCHWÄBISCH GMÜND
(pm). Grundvoraussetzung für einen guten Behandlungserfolg aber ist die radikale chirurgische Entfernung der Tumore. Mit dem Wunsch, den Patienten eine schonende Operationsmethode anzubieten, haben sich in den letzten Jahren auch die Operationsverfahren grundlegend gewandelt. Durch die Einführung neuer laparoskopischer Techniken können nun am Stauferklinikum Schwäbisch Gmünd die meisten Tumore des Dick– und Enddarms schonend minimalinvasiv operiert werden. „Die minimalinvasiven laparoskopischen Techniken bieten für den Patienten viele Vorteile“ erklärt der Chefarzt der Viszeralchirurgie am Stauferklinikum, Privatdozent
Dr. Jens Mayer. Am augenfälligsten dabei sei der Wegfall großer Bauchschnitte, so Mayer weiter. Dadurch bedingt seien die postoperativen Schmerzen geringer und der Patient auch früher wieder mobil. Zumeist könnte der Kostaufbau nach der Operation rascher erfolgen und der Patient in der Regel das Krankenhaus früher verlassen.
Die minimalinvasive Darmoperation in der so genannten Schlüssellochtechnik erfolgt unter dem Einsatz von Klammernahtgeräten der neuesten Generation sowie von Hochfrequenzschneidegeräten. „Die technischen Hilfsmittel haben sich in den letzten Jahren entscheidend weiter entwickelt“ erläutert
Dr. Mayer „und ermöglichen nun Eingriffe, die noch vor wenigen Jahren in dieser Art technisch nicht machbar gewesen wären.“
Mit seinem Amtsantritt im November vergangenen Jahres hat der neue Chefarzt der Viszeralchirurgie einen Teil dieser Techniken vom Universitätsklinikum Tübingen ans Stauferklinikum Schwäbisch Gmünd mitgebracht. „Wenn es keine Gründe gibt, die grundsätzlich gegen eine laparoskopische Operation sprechen, werden Dickdarm und Darmeingriffe heute grundsätzlich minimalinvasiv durchgeführt“, so Mayer. Damit besitze das Stauferklinikum ein Alleinstellungsmerkmal in der Region.
Analog zu den Verbesserungen in der Chemotherapie habe sich insbesondere bezüglich der onkologischen Qualität die Technik der minimalinvasiven laparoskopischen Darmoperationen grundlegend verbessert. Unter onkologischer Qualität versteht man die radikale Entfernung des Tumors mit ausreichendem Sicherheitsabstand sowie möglichst vielen Lymphknoten. Die onkologische Qualität der Darmoperationen wird laufend im zertifizierten Darmzentrum des Stauferklinikums Schwäbisch Gmünd erfasst und regelmäßig überprüft sowie mit anderen Kliniken verglichen.
Ein Vergleich der ersten
25 laparoskopischen Darmeingriffe mit den konventionellen Operationen zeige, so der Chefarzt weiter, dass der Vorteil im Patientenkomfort nicht mit einem Nachteil in der onkologischen Qualität bezahlt werde. Im Gegenteil zeige sich vielmehr, dass bei den laparoskopischen Eingriffen eher mehr Lymphknoten als bei der konventionellen Technik entfernt werden. Dies sei, so
Dr. Mayer, dank einer Besonderheit der Schlüssellochtechnik möglich: Durch die Arbeit mit modernen High-Definition-(HD)-Videoendoskopen arbeite man wie mit einem Vergrößerungsglas. Das erlaube eine sauberere und mithin auch radikalere Operationstechnik.
Man wolle aber nicht bei der laparoskopischen Behandlung von Dick– und Enddarmtumoren stehen bleiben, erklärt
Dr. Jens Mayer abschließend. Als nächste Schritte seien die Einführung von minimalinvasiven Verfahren in der Behandlung von Lebertumoren – Metastasen oder originäre Lebertumore – sowie von gut– und bösartigen Magenerkrankungen geplant.
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