Sammelband „Spraitbacher Autoren“ gestern vorgestellt
„Die Spraitbacher Luft regt offensichtlich die Kreativität an“, stellte Prof. Dr. Hildegard Kasper gestern bei der Vorstellung des Buches „ Spraitbacher Autoren“ fest. So unterschiedlich die literarischen Gattungen und Schreibstile der Porträtierten sein mögen: gemeinsam haben sie, in Spraitbach zu leben oder dort gelebt zu haben. Von Gerold Bauer
SPRAITBACH. Wenn eine „Stiftung Literaturforschung Ostwürttemberg“ einen Sammelband mit Porträts verschiedener Autoren herausgibt, wird dies wohl eher eine wissenschaftlich-nüchterne Angelegenheit? Wer so denkt, liegt komplett daneben, denn vielstimmig wurde gestern in Aussicht gestellt, dass die Lektüre des neuesten Bandes aus der Reihe „Literarische Vielfalt in Ostwürttemberg“ eine höchst vergnügliche Sache sei. Und so wurde auch die Präsentation des Buches gestern im Tanzstudio von Annette Scheuvens ein unterhaltsamer Abend, mit Wortbeiträgen, Ausführungen zum Buch selbst sowie einem musikalisch-künstlerischen Rahmen.
Reiner Wieland, Gründer und Leiter des Schriftgutarchivs Ostwürttenberg in Lautern, schilderte, dass dieses neue Buch einem glücklichen Zufall zu verdanken sei. Das Ehepaar Jane und Volkmar Klaus machten in seinem Archiv einen Besuch, um Einzelheiten über den Vorfahren Rektor Klaus zu erfahren. Als Volkmar Klaus das in der Reihe erschienene Buch „Gschwender Autoren“ auf dem Tisch liegen sah, fragte er spontan, ob so etwas nicht auch über Spraitbach möglich wäre. „Prinzipiell ja“, hatte ihm sein Altersgenosse Wieland geantwortet, denn es gebe eine ganze Reihe von Spraitbachern oder ehemaligen Spraitbachern, die sich schriftstellerisch engagiert hatten. Was man aber auch noch für eine solche Publikation brauche, seien Sponsoren sowie tatkräftige Mitarbeiter, die die Schriftsteller-Porträts verfassen.
Das Buch liegt nun vor, und so konnte Reiner Wieland gestern neben der Kreissparkasse vor allem der „Jane und Volkmar Klaus Foundation“ danken. Dank adressierte er auch an jene neun Personen, die Leben und Schaffen der im Buch porträtierten vier Autorinnen und
14 Autoren recherchiert und beschrieben haben. Die aufgeführten Autorinnen und Autoren (darunter einige Ortsgeistliche) sind Ingrid Annemarie Bronsert-Bachmann, Karl Hans Bühner, Sabrina Büttner, Karl-Josef Frey, Joseph Anton Höpfle, Hans Kinkel, Volkmar Klaus, Franz Xaver Nagel, Erich Pommerenke, Doris Raymann-Nowak, Marlis Schleissner-Beer, Helmut und Margret Schneider, Ägidius Schweizer, Stefan Spielmannleitner, Wilhelm Tom, Friedrich Walcher, Georg Bitzer und Alfons Laux.
Bürgermeister Ulrich Baum schilderte, wie er beim Durchblättern so fasziniert gewesen sei, dass er den ganzen Band von der ersten bis zur letzten Seite komplett gelesen habe. Man erfahre darin selbst als alteingesessener Spraitbacher viel Neues, so seine Einschätzung. „Ich bin froh, dass es dieses Buch gibt. Es ist ein Meilenstein in der Heimatgeschichte“, sagte Baum und übergab an die Literaturstiftung eine Spende der Gemeinde Spraitbach. Simon Keefer gab die Einlage „Die Männer sind schon die Liebe wert“ zum Besten und
Prof. Dr. Ulrich Müller stellte exemplarisch von Karl Hans Bühner vor.
Volkmar Klaus machte in sehr launigen Worten Werbung für das Buch und erzählte manche Anekdote, die für herzhaftes Lachen im Publikum sorgte — zum Beispiel über den strengen Pfarrer Laux, der auf dem Friedhof auf strikte Trennung zwischen katholischen und evangelischen Gießkannen bedacht war. Und als einmal eine Frau mit dem Auto gegen die Kirchenmauer prallte, wertete der katholische Geistliche dies als Fingerzeig Gottes, dass sie mal wieder in die Kirche kommen sollte. Dem evangelischen Pendant Georg Bitzer habe er selbst aufgrund von dessen rasanter Fahrweise den Spitznamen „Pfarrer Flitzer“ gegeben, sagte Klaus.
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