Geballtes Fachwissen gepaart mit großer Erfahrung: Tulpenpflanzung in Rekordzeit
Die eine hat Blasen an den Händen von der ungewohnten Arbeit, die anderen überholen sich selbst beim Zwiebel– stupfen, spüren weder Knie noch Rücken: Aber alle miteinander tragen sie dazu bei, dass der Stadtgarten in diesem Jahr schön wird wie selten zuvor.
SCHWÄBISCH GMÜND
(bt). „Gabi, guck mal, ist das so richtig?“ Gabriele Klaus lacht übers ganze Gesicht: Die Kinder der Kindertagesstätte St. Maria sind eher Mehrarbeit als Entlastung – aber wie viel Freude es macht, den Steppkes beizubringen, dass Gartenarbeit und insbesondere Blumenpflanzen ein Vergnügen ist. Die kleine Sarah ist schon jetzt leidenschaftliche Gärtnerin, und auch Jessika und und Jasmin brechen ihre Teepause vorzeitig ab, um weitermachen zu können: Seit sie wissen, dass die Tulpen am Mittelweg mehrheitlich rosafarben sein werden, sind sie vollends überzeugt von dieser neuen Aufgabe. Fabrice, Marcel und Fotios hingegen bitten brav um Pflanzhölzer – Löcher in die Erde buddeln ist mehr ihr Ding; Max hat’s ihnen vorgemacht, ist nun aber in erster Linie damit beschäftigt, den Damen in seiner Umgebung Komplimente zu machen. Cornelia Hegele, Leiterin der Einrichtung St. Maria, sowie Erzieherin Waltraud Kawula freuen sich mindestens so sehr wie alle anderen Erwachsenen an diesen Kindern, die in allerhöchstens neun Wochen eine Tulpenlandschaft sehen werden, die sie selbst mit angelegt haben – es war eine richtig gute Idee, die Kleinen hierher zu bringen.
Diana, Marina, Esra, Ellen und Tamara hingegen haben den Weg selbstständig gefunden. Die jungen Damen besuchen die ASR, wo sie sich im Schulgarten einbringen, und auch sie arbeiten den kompletten Vormittag hindurch bienenfleißig.
So konzentriert und vor allem so schnell ging’s insgesamt voran, dass schließlich nicht
10 000, sondern über
18 000 Tulpen gepflanzt wurden, wie August Ströbele, Chef des Gmünder Gartenbaus, hochrechnete. Tagelang war Reinhold Krämer, der diese Tulpen spendete, damit beschäftigt, Sorten und Farben zusammenzustellen. Die beste Pflanzzeit für Tulpen ist der Herbst, doch auch das Frühjahr kann genutzt werden, vor allem wenn die Zwiebeln richtig gelagert wurden. Gartenexperte Gabriel Bernschütz ist sicher, dass „unsere“ Tulpen Ende April, Anfang Mai soweit sind.
Am Mittelweg hin zum Rokoko-Schlösschen sowie am Rondell blüht’s dann in Rosa, Weiß und Rot; am Dreieck hin zum Fünfknopfturm sind Gelb und Orange bestimmend, und auf den Pflanzstreifen entlang der B
29 entsteht eine kunterbunte Mischung unterschiedlichster Tulpen– und Narzissensorten – so viel Farbenpracht hat die Stadt lange nicht mehr gesehen, das zeichnet sich schon jetzt ab. Unter denen, die sich an dieser Aktion besonders freuen, ist Ralph Hilse, der jüngst im Stadtgarten seine „Wirtschaft im Schlösschen“ eröffnet hat: Er spendierte einen Klasse-Apfelkuchen und verwöhnte die Helferinnen und Helfer nach Kräften.
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