Reinhold Krämer und die Rems-Zeitung baten gestern zur Tulpenpflanzaktion
Es waren falsche Informationen, die die Rems-Zeitung ihren Leserinnen und Lesern gab: Nicht 10 000, sondern insgesamt über 18 000 Tulpen wurden gestern im Stadtgarten gepflanzt.
SCHWÄBISCH GMÜND
(bt). Es war keine gute Nacht, diese Nacht auf den gestrigen Freitag: Minus sieben Grad waren angekündigt, später am Tag Schneetreiben. Ein blöde Idee, an einem solchen Tag zigtausend Tulpen pflanzen zu wollen. Richtig blöd. Freunde riefen in aller Frühe an, frozzelten: „Setz dich doch mit dem Fön raus, sonst taut der Boden nie auf“. Ha Ha. Ob Wärmestrahler etwas bewirken könnten? Aber alle Sorgen und Ängste, so stellte sich gegen
8.
30 Uhr heraus, waren gegenstandslos: Der von der Stadtgärtnerei bearbeitete und mit Sand versetzte Boden war butterweich. Und fast alle Leserinnen und Leser, die sich angemeldet hatten, fanden sich auch tatsächlich ein, voller Zuversicht, beseelt vom Wunsch, ihre Stadt blühen zu lassen.
Klein Uli war der allererste, der an diesem Morgen ein Schäufelchen in die Hand nahm. Gemeinsam mit Mama Conny Küppershaus war der Dreijährige bis nach
11 Uhr fleißig am Werk; seine eigens mit Noppen ausgestattenen kleinen „Arbeitshandschuhe“ erleichterten ihm die Arbeit. Während Mutter und Sohn sich also bereits an den Pflanzgittern zu schaffen machten, ging’s Schlag auf Schlag: Immer mehr Blumen– und Gmündfreunde kamen, füllten ihre Körbe mit Tulpenzwiebeln und pflanzten und pflanzten. Unter ihnen Lucia-Kerstin und Meinhard Plischke: Dass in ihrer Pflanz-Ecke viel gelacht wurde, tat weder Geschwindigkeit noch Sorgfalt Abbruch, aber es trug zur guten Stimmung bei, die an diesem sonnigen Tag im Stadtgarten alles andere überstrahlte. Claus Heim wurde begrüßt, Michaela Hölldampf, Gerlinde Singer, Bauvereins-Chef Raynulf Jehle mit Mitarbeiterin Katrin Hettler, und schließlich die Gruppe, die den Tag vollends retten sollte. Ohne die „Profi-Truppe“ um Martin Mager, Vorsitzender des Bezirksverbands Obst und Garten, hätte der Freitag niemals ausgereicht für diese Pflanzaktion. Aus Bargau kamen Richard Strache, Eugen Barth und Jürgen Wittorf, Klaus Kleinhans vertrat die Lindacher, und für den Gmünder Obst– und Gartenbauverein pflanzten Gabriel Bernschütz, Gabriele Klaus, Heide Schultz und Alfred Gauger bis zur allerletzten Zwiebel im letzten Eckle des ZOB, also des Bahnhofbereichs. Vermutlich einen Rekord im Zwiebelstupfen stellen freilich die Waldstetter auf, die den Nachbarn zeigten, was eine Harke ist – in diesem Fall freilich eher ein Pflanzholz: Martin Mager selbst, Hubert Klingler, Ulrike Lange und Gert Broß.
Als die Arbeit den zeitweise über
30 Helfern gar so leicht von der Hand ging, gab August Ströbele als Vertreter der Stadtverwaltung, dessen Hilfe insbesondere bei der Vorbereitung dieses Tages unverzichtbar war, kurzerhand noch ein Rondell für weitere rund zweieinhalbtausend Tulpen frei. Im Namen der Stadt begleiteten Ströbele sowie Karl-Heinz Baur und Andreas Alltag die Freiwilligen, bedeckten die im Boden vergrabenen Zwiebeln mit einer dünnen Schicht Erde – am Montag soll eine Schicht Mulch vollends ideale Wachs– und Blühbedingungen schaffen – und standen insbesondere dem Jungvolk mit Rat und Tat zur Seite.
Noch keine Kommentare vorhanden.