Seit 1810 selbstständige katholische Pfarrei — Am Sonntag wurde das Jubiläum in Bartholomä mit Weihbischof Kreidler gefeiert
Die katholische Kirchengemeinde in Bartholomä feierte gestern das 200-jährige Bestehen mit einem Pontifikalamt mit Weihbischof Dr. Johannes Kreidler. Die Festmesse wurde von den vereinigten Chören des katholischen Kirchenchors Bartholomä und des Liederkranz Lautern unter Leitung von Carsten Weber musikalisch gestaltet. Von Dietrich Kossien
BARTHOLOMÄ. Mit fröhlichem Orgelspiel von Birgit Grimminger und ebenso frohem Chorgesang begann der Festgottesdienst. Pfarrer Hans Peter Bischof begrüßte die vielen Gottesdienstbesucher. Besonders freute er sich, den Weihbischof begrüßen zu können. Auch den Vertretern der evangelischen Gemeinde und Bürgermeister Thomas Kuhn sowie dem Ortsvorsteher von Lautern, Bernd Deininger, und der dortigen Kirchengemeinde galt sein Gruß. Es sei ein großer Tag für die Gemeinde, stellte Pfarrer Bischof fest. In zweihundert Jahren habe es Höhen und Tiefen aber auch ein beständiges Wachstum gegeben, und der Herr sei immer da gewesen. Dafür gelte es, zu danken.
Weihbischof Johannes Kreidler gab seiner Freude Ausdruck, mit den Bartholomäern das Jubiläum feiern zu können. Pfarrer Hans Peter Bischoff, allen haupt– und ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und der ganzen Gemeinde dankte er für das Zeugnis ihres Glaubens. Sie würden in Ihrer Gemeinde in einer langen Glaubenstradition stehen. Jetzt könne man dankbar zurückdenken wie alles seinen Anfang nahm und gleichzeitig in die Zukunft schauen. In den Rückblick würde sich die Zukunft einspielen. Aus der Tradition heraus würde man in der Gegenwart leben, die aus lebendigen Steinen gebaut sei.
Sich zu erinnern heiße, dankbar zu sein auch für die, die die Geschichte der Gemeinde geprägt hätten. Kinder Gottes dürften wir sein. Wie man ihn erfahren könne, stellte der Weihbischof die Frage, die er so beantwortete, dass der Glaube das Suchen mit einschließe, um so zu erfahren, dass wir in Gottes Gegenwart sein würden, so wie Mose am brennenden Dornbusch die Zusicherung erfuhr: „Ich bin da!“ Das Jubiläum sollte auch mit dem Blick nach vorne, in eine Zeit des Umbruchs, sein, wo gefragt würde, wie sich die christliche Gemeinde in der Zukunft ausrichten würde, in der man sich nach Gottes Aussage. „Ich bin da!“ richtet, wieder nach Gott sucht und fragt und mit anderen darüber spricht. Die Gemeinde solle ein Ort sein, der das Wort „Willkommen“ ausstrahle und eine Alternative in einer kalten Gesellschaft sei.
Die katholische Kirchengemeinde in Bartholomä kann in diesen Tagen auf
200 Jahre Pfarrei zurückblicken. Am
20. Februar
1810 wurde die seit
1766 bestehende Kuratie Heilig Kreuz zu Möhnhof auf Geheiß König Friedrichs I. von Württemberg zur selbstständigen Pfarrei erhoben und
34 Jahre später der Pfarrsitz nach Bartholomä verlegt. Wenig ist über die Geschichte Bartholomäs bekannt, das bis ins
16. Jahrhundert hinein den Namen Laubenhart trug und dann nach dem Kirchenheiligen Bartholomäus benannt wurde. Nach rechbergischer Herrschaft waren bis
1638 die Herren von Woellwarth zu Lauterburg die Ortsherren.
Nach weiteren Herrschaftswechseln kam das Dorf an Württemberg und gehörte zum Oberamt Gmünd, aus dem der Landkreis Schwäbisch Gmünd wurde, der
1973 in den neuen Ostalbkreis aufging.
1550 führten die Herren von Woellwarth die Reformation in Bartholomä ein, so dass der Ort evangelisch geprägt wurde. Nach der Entvölkerung durch den Dreißigjährigen Krieg kamen seit dem
18. Jahrhundert auch wieder viele Katholiken in den Ort, die
1839/
1840 eine Kirche errichteten.
Zum Kirchenjubiläum ist eine Festschrift mit Texten von Carsten Weber und zur Geschichte mit vielen Bildern, herausgegeben von der katholischen Kirchengemeinde Bartholomä (im Druckservice Stütz, Bartholomä), erschienen.
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