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» Schwäbisch Gmünd | Donnerstag, 01. April 2010

Bebauungs-​Vorschlag fürs Bahnhofareal soll das Beste aus den drei Siegerentwürfen enthalten

Vom weißen Rauch sprach der eine, „Habemus Papam“ rief ein anderer. Nach zähem Ringen einigte sich der Gmünder Gemeinderat gestern auf einen Bebauungs-​Vorschlag fürs Bahnhofsareal im Rahmen der Gartenschau. Von Manfred Laduch

SCHWÄBISCH GMÜND. Nachdem die Pläne aus dem Ideenwettbewerb am Wochenende der Öffentlichkeit vorgestellt worden waren (wir berichteten), hatte nun der Gemeinderat das Wort. Dabei gab es zunächst deutliche Differenzen, die nach längerer Sitzungsunterbrechung jedoch in einen gemeinsamen Beschluss mündeten, den bis auf zwei Gegenstimmen alle unterstützten.
Man dürfe sich nicht zu sehr auf den 1. Preis konzentrieren, forderte Celestino Piazza namens der CDU–Fraktion, sondern solle das Beste aus den drei Erstplatzierten verwenden. Beispielsweise erscheine der CDU die insgesamt 180 Meter lange Fassade gegenüber dem Bahnhof als zu wuchtig. Eine stärkere Gliederung müsse dafür sorgen, dass Ankommende förmlich in die Gartenschau hineingezogen würden.
„Wir dürfen den Siegerentwurf nicht durch Mischmasch zur Unkenntlichkeit verzerren“ mahnte dagegen Konrad Sorg für die SPD, die ohnehin lieber auf das alte Postgebäude verzichtet hätte.
Karl Miller (Grüne) befürchtete, dass der CDU–Vorschlag einer Beliebigkeit das Wort rede. Der erste Preisträger habe als Einziger das Postgebäude in einen städtebaulichen Gesamtzusammenhang gestellt. Eine Zerstückelung des Gebäudes würde außerdem die Investoren bei der Nutzung einschränken.
Ullrich Dombrowski (FDP) stellte fest, dass es sich ohnehin nur um einen Ideenwettbewerb handle, der die Investoren nicht an die Gestaltung binde. Er bemängele am 1. Preisträger, „dass ich vor einer Mauer stehe, wenn ich aus dem Bahnhof komme“. Das werde ein sehr schattiger Platz werden.
Karin Rauscher (FWF) betonte, dass der Erhalt des Postgebäudes sehr wichtig sei. Gäbe es dort nur neue Architektur, könnte man sich in jeder beliebigen Stadt befinden. Ihr leuchte am Siegerentwurf nicht ein, warum sich das Hotelrestaurant zur Straße und nicht zum Stadtgarten hin orientiere.
Für den Siegerentwurf mit Offenheit für kleine Änderungen – ohne ihn jedoch ganz zu zerreden – plädierte Sebastian Fritz (Linke).
Oberbürgermeister Richard Arnold stellte nach diesen Stellungnahmen fest, dass seiner Ansicht nach die Meinungen der Fraktionen viel dichter beieinander lägen, als der Gemeinderat vielleicht denke. Das Beste aus den Entwürfen zu einem Vorschlag zu vereinen halte er nicht für schwierig. Dann könne man auch den Bürgern die Angst vor zu großer „Wuchtigkeit“ des Ensembles nehmen.
Es folgte eine fast halbstündige Unterbrechung der Sitzung, in der die Stadtspitze mit Vertretern aller Fraktionen einen gemeinsamen Beschlussvorschlag erarbeitete. Er sieht die Übernahme der städtebaulichen Anordnung des Siegerentwurfs in Kombination mit Elementen der Nächstplatzierten vor.
 

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